Putzaktion in der Hönnequell-Schule

Wenig Zeit für  Grundreinigung

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Christine Riecke und ihre Kolleginnen haben ein ganzes Arsenal an Putz-Werkzeug zur Verfügung.

Neuenrade - Das riesige Gebäude der Hönnequell-Schule an der Niederheide wirkt noch größer, wenn sich niemand dort aufhält. Die Schritte hallen durch die Flure. Es ist schon ein wenig gespenstisch in der Schule, wenn alle in den Sommerferien weilen. Nicht alle: Christine Riecke und ihre beiden Kolleginnen müssen in den drei ersten Sommerferienwochen ran und putzen. Grundreinigung steht auf dem Plan.

Und zeitlich wird es für die Truppe eng, denn drei Wochen sind knapp, auch wenn mit der Firma Clean zusätzliche professionelle Hilfe am Start ist. So heißt es für Riecke und Co: ranklotzen.

Dabei fällt jede Menge Arbeit an. Denn der Großteil der Klassenräume und Flure muss per Hand gereinigt werden. Nur in den Werkräumen, wo ein spezieller Bodenbelag verlegt ist, gibt es maschinelle Hilfe. Die Werkzeugausstattung der städtischen Reinigungskräfte ist umfangreich, aber auch alt. Auf „40 Jahre“ schätzt Riecke das Alter der Geräte. Es gibt eine Art Bodenpoliermaschine, Schrubber, Besen und Wischer, Transportwagen, viele, viele Wischtücher und Wischlappen. Letztere wurden in den vergangenen drei Wochen schon ein paarmal durchgewaschen und hängen fein säuberlich über dem Zaun zum Trocknen.

Reinigungskraft Riecke ist eine erfahrene Kraft, kennt jeden Raum und jede Ecke. In jedem Klassenraum fängt sie oben mit dem Putzen an. Schränke, Fensterbänke, Heizungen, Tische und Stühle müssen gereinigt werden. Auch die Tafel ist zu putzen und ganz zum Schluss sind eben die Böden an der Reihe, erläutert Riecke. Die Sache mit den Böden ist dann etwas aufwendiger, denn es gilt den Gummiabrieb von den Schuhen und all die vielen kleinen Farbkleckse und anderen Dinge zu entfernen. In den Räumen mit einem besonderen Boden kommt dann auch eine besondere Methode zur Anwendung. Dort hilft viel Wasser. Sechs große Eimer verteilt sie in so einem Klassenraum. Anschließend kommt der große Absauger zum Einsatz, der den gelösten Dreck vom Boden aufsaugt. Putzmittel sind tabu, „sonst wird der dunkle Boden weiß“.

Die normalen Klassenräume werden mit dem Stielschrubber gewischt und der Boden versiegelt, dabei gibt es maschinelle Hilfe. Auch jede Menge Fundsachen gibt es, angefangen bei der Butterbrotdose über Turnbeutel bis hin zur Winterjacke. „All das wird zentral gesammelt, wer etwas vermisst, wird es sicher in dieser Fundgrube finden“, erläutert Riecke, die aber nicht verstehen kann, dass Kinder im Winter ohne ihre Jacke nach Hause kommen. „Da würde ich doch nachfragen.“

Es dauert seine Zeit, bis so ein Klassenraum gesäubert ist. Für den normalen Klassenraum veranschlagt sie ungefähr vier bis fünf Stunden Arbeit – dann ist alles picobello. Nicht alles kann Riecke im wahrsten Sinne des Wortes stemmen. Manchmal muss eben auch Hausmeister Dirk Kossen ran und beim Rausräumen von Tische

Die Flure werden mit einem ganz normalen Wischmopp gereinigt, bei den Treppen ist ebenfalls Handarbeit angesagt. „Es ist eine Knochenarbeit“, sagt Riecke, die seit 20 Jahren bei der Stadt als Reinigungskraft arbeitet. In den drei Wochen müsse aber eben alles fertig sein.

Wenn Riecke früher und heute vergleicht, habe sich nicht viel geändert. Die Schüler seien immer noch lieb, allerdings gebe es mehr Dreck, denn vom Spielplatz und von den kleinen, an das Schulgebäude angrenzende Wiesen würden mit den Schuhen Lehm und Sand in die Schule getragen. Da müsste Abhilfe geschaffen werden, sagt die Fachkraft. Denn: Sand und Lehm zu entfernen gehöre mit zu den schwierigsten Aufgaben.

Von Peter von der Beck

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