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Dem Klimawandel entgegen wirken: Klimaschutzmanager Simon Mai vernetzt sich im MK

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Von: Peter von der Beck

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Simon Mai in seinem noch kahlen Büro im Neuenrader Rathaus.
Simon Mai in seinem noch kahlen Büro im Neuenrader Rathaus. © Peter von der Beck

Kontakte sind das A und O: Der neue Klimaschutzmanager für Neuenrade und Herscheid heißt Simon Mai und tritt mit vielen wichtigen Ansprechpartnern in Kontakt.

Neuenrade – Das Büro ist noch kahl, doch dafür ist mittlerweile die Sammlung an E-Mail-Adressen und Telefonnummern stetig gewachsen. Simon Mai, seit September neuer Klimaschutzmanager für Neuenrade und Herscheid, ist fleißig dabei, das nötige Klimanetzwerk auszubauen. Sein Job ist es eben zu netzwerken, Klimaschutz innerhalb und außerhalb der Verwaltung anzustoßen.

Das betrifft im Grunde jeden Lebensbereich und jede gesellschaftliche Gruppe. Mai: „Es ist eine Querschnittsaufgabe. Und wer irgendetwas unternimmt, sollte auch den Klimaschutz mitdenken.“ Doch Mai ist Realist. „Das funktioniert nicht um jeden Preis, es gilt immer auch ordentlich abzuwägen.“

Simon Mai ist Klimaschutzmanager im MK: Zwischen Klimaschutzkonzepten und Fördergeldern

Mai ist für alle in Neuenrade und Herscheid, die nun mit Klimaschutz zu tun haben, der zentrale Ansprechpartner. Durch diese neu geschaffene Stelle kommt sicher Bewegung in die Sache. Unterm Strich soll er so auch die Verwaltungsmitarbeiter entlasten. Mai: „Die mussten sich mit Klimaschutz bislang immer – obwohl überlastet – nebenbei befassen.“ Jetzt ist es an Mai, etwas aus dieser Aufgabe zu machen. Seine Arbeitsgrundlage ist das 200 Seiten starke integrierte Klimaschutzkonzept. Herscheid habe ein ähnliches Konzept, das erleichtere die Sache und es gebe dadurch Synergieeffekte. Mai hat also gut zu tun, um allein dieses Werk durchzuarbeiten und sich in die spezifisch lokale Materie einzuarbeiten. Auch das Beantragen von Fördergeld und das Schreiben der Konzepte gehört zu seinem Job.

Gleichwohl gibt es organisatorische Unterschiede. In Herscheid ist er im Fachbereich Umwelt angesiedelt, in Neuenrade gehört er zum Bauamt. Einmal pro Woche gibt es in Neuenrade ein Arbeitsgespräch mit Bauamtsleiter Marcus Henninger. In Herscheid spricht er sich mit Barbara Sauerland ab. Zudem kommen nun eine Reihe von Termine auf ihn zu. Er will sich mit der Kommunalpolitik vernetzen, nächste Woche ist in Neuenrade ein Vortrag im Umweltausschuss, zuvor trifft er sich mit der Lenkungsgruppe Klimaschutz.

Zukunftspläne: Klimaschutzmanager Simon Mai hat Ziele im MK

Von Neuenrade hat er schon seinen ersten Eindruck gewonnen: „Da ist schon viel Bewegung.“ Gut wäre es seiner Meinung nach, wenn es mit dem Windpark Kohlberg voranginge, auch die geplanten Freiflächen für Photovoltaik finden seinen Zuspruch. Genauso übrigens wie die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Herscheider Rathauses. Da passt es, dass er demnächst auch mal einen Präsenzvortrag zum Thema Gebäudesanierung und Photovoltaik anbieten möchte.

Erneuerbare Energien – das ist auch sein Ding. Nicht nur weil seiner Ansicht nach „ein unterlassener Klimaschutz auch ein Artensterben“ bedinge. Und er befürwortet eine „möglichst autarke Energieversorgung, möglichst dezentral“. Sein weiteres Wunsch-Szenario für die Zukunft besteht aus einem verstärkten Pedelec- und Fahrradverkehr auf einem verbesserten Radwegenetz. Hinzu käme ein optimierter öffentlicher Personennahverkehr und in fernerer Zukunft autonome Fahrzeuge. E-Mobilität hält er auf dem Land mit vielen Eigenheimbesitzern und eher kleineren Mietshäusern für relativ unproblematisch. Da sei das Aufladen via Wallbox eine gute Option.

Umwelt ist wichtig: Simon Mai ist Klimaschutzmanager im MK

Den Weg für diese Zukunft auch lokal zu bereiten, zählt da zu seinen Aufgaben. Zusammen mit anderen arbeitet er schon daran. Strukturell ist dabei auf Kreisebene schon längst einiges auf dem Weg: Radverkehrswegenetz, das Projekt Ökoprofit für Firmen oder neuerdings das Anpassungskonzept für Klimafolgen. Ein erstes Netzwerktreffen gab es bereits mit seinen Kollegen aus anderen Kreiskommunen. Vor allem ist er Ansprechpartner nach außen. Der Bürger kann mit ihm Termine machen, ansprechbar ist er zu den Bürozeiten des Rathauses. Er überlegt, „eine Sprechstunde anzubieten, auf dem Wochenmarkt präsent“ zu sein oder sich mit seinen Anliegen und Angeboten auch mal „vor den Supermarkt“ zu stellen. Er hat ein Interesse am Gespräch mit den Menschen, die den Weg ja mitmachen müssen.

Klimabildung ist zudem ein wichtiger Aspekt, dem sich Simon Mai widmen wird – an Kitas und Schulen. „Denn Kinder werden am meisten unter dem unterlassenen Klimaschutz leiden“, sagt er. Zur Klimabildung gebe es entsprechenden Angebote, die er nutzen und umsetzen möchte. Und sei es zum Beispiel zur „energiesparenden Smartphone-Nutzung“. Nutzbar ist sicher auch das Zukunftsnetzwerk Mobilität, das Hilfe auch bei Fortbildung zu dem Thema anbietet. Unter dem Strich gilt für ihn, „die Menschen für das Thema weiter zu sensibilisieren, sie mitzunehmen“.

Simon Mai ist Klimaschutzmanager im MK: Klimawandel entgegen wirken

Zur These, ob all die Projekte, das intensive Befassen mit den Klimawandel nicht inzwischen auch zu einer Ideologie geworden sei, sagt Simon Mai: „Ich bin eher der Verfechter ergebnisorientierter Handlungsweisen.“ Man müsse bei Handlungen und Steuerungsmaßnahmen selbstverständlich abwägen. „Wirtschaftliche Schäden lasse sich kompensieren, aber nicht zerstörte Natur.“

So arbeitet Mai also am Klimaschutz und hat dabei auch seinen persönlichen Lebensstil im Blick. Um mobil zu sein, hat sich der Noch-Dortmunder einen „gebrauchten Polo“ angeschafft, eine Wohnung sucht er in Plettenberg – so ziemlich in der Mitte zwischen Herscheid und Neuenrade – und bei der Anschaffung eines Fahrrads schwankt er noch zwischen Rennrad und Pedelec.

Auch Schalksmühle hat seit Anfang September einen neuen Klimaschutzmanager.

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