Polizei-Einsatz

Kleinkind zu laut? Bäckerei im MK erteilt junger Mutter Hausverbot

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Die Filiale der Bäckerei Kayser Hinterm Wall. Hier wurde das Hausverbot gegen die junge Mutter erteilt.

Neuenrade – „Wir haben Hausverbot, weil unser 21 Monate alter Sohn angeblich zu laut ist. Ich finde, so kann und darf man in Deutschland nicht mit Kindern umgehen.“ Anja Teschner ist sauer.

Seit Jahren, so erzählt die Neuenraderin, sei sie regelmäßig Gast im Café der Bäckerei Kayser Hinterm Wall. Am Donnerstag hat ihr eine Mitarbeiterin des Unternehmens Hausverbot erteilt, am Freitag war sogar die Polizei vor Ort. 

Schon eine Woche zuvor habe die Mitarbeiterin sie angesprochen. „Ich war wieder einmal mit Jaden Keano zum Frühstück dort. Die Dame sagte mir, es habe Beschwerden von Kunden gegeben, weil er zu laut ist“, berichtet Anja Teschner. Das habe sie verärgert: „Ich habe gefragt, ob ich meinem Sohn vielleicht den Mund zukleben soll.“ Zudem habe sie auf die Möglichkeit hingewiesen, in ein anderes Café auszuweichen, um dort zu frühstücken. Daraufhin hätten sich die Wogen geglättet: „Man hat uns sogar Stifte zum Malen gebracht, damit der Kleine beschäftigt ist.“ 

Böse Überraschung beim Einkauf

Nachdem sie dienstags und mittwochs ohne Probleme oder Diskussionen in dem Café gefrühstückt habe, sei der Einkauf von belegten Brötchen am Donnerstag dann mit einer bösen Überraschung verbunden gewesen: „Man hat mir erklärt, dass man mir nichts mehr verkauft und, dass ich Hausverbot habe.“ 

Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie dann beschlossen, die Angelegenheit am Tag darauf in Ruhe zu klären. „Wir hatten uns in die Schlange gestellt und wollten das Thema ansprechen, als wir an der Reihe waren. Aber es hieß: ,Ihr bekommt hier nichts mehr’“, erklärt die 36-Jährige, dass man bei dieser Gelegenheit nicht nur das Hausverbot bekräftigt, sondern sie auch ungefragt geduzt habe. Und nicht nur das: „Auch mein Mann, eine Freundin mit ihrem kleinen Sohn und eine weitere Freundin haben schließlich Hausverbot bekommen. Einfach so.“ 

Einsatz für die Polizei

Die Mitarbeiterin der Bäckerei Kayser habe die Polizei verständigt. „Wir standen vor dem Laden, die Polizei hat uns dann aber gebeten zu gehen. Das haben wir natürlich getan“, erzählt Anja Teschner. Zu einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem Personal des Cafés sei es zu keiner Zeit gekommen, betont die Neuenraderin. 

Dass die 36-Jährige am Freitag nicht laut geworden sei, bestätigt eine 73-jährige Neuenraderin, die am Freitag ebenfalls Gast in dem Café war. Sie selbst habe Enkel und könne das Hausverbot in keiner Weise nachvollziehen: „Man muss doch Verständnis dafür haben, dass kleine Kinder nicht immer nur still sitzen und auch mal etwas lauter sind.“ Die Seniorin habe Anja Teschner und ihren kleinen Sohn schon öfters beobachtet – und sehe keinen Grund für etwaige Beschwerden. 

Bäckerei: "Haben nichts gegen Kinder"

Angelika Klems von der Inhaberfamilie der Bäckerei Kayser möchte im Detail nicht auf die Vorwürfe der Neuenraderin eingehen. Allerdings unterstreicht sie: „Es ging überhaupt nicht um das Kind. Wir haben nichts gegen Kinder, auch dann nicht, wenn sie mal etwas lauter sind.“ Die Entscheidung, das Hausverbot auszusprechen, sei zudem nicht von heute auf morgen gereift. „Es ist uns sehr schwer gefallen. Wir haben das wirklich nicht gerne getan, sahen aber einfach keine andere Möglichkeit mehr.“

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