Damalige Hauptschule

Klassentreffen: Eine Zeitreise in das Jahr 1968

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Der Entlassjahrgang 1968 stellte sich zum Erinnerungsfoto im Foyer des Hotels Kaisergarten auf. Im Sessel der ehemalige Klassenlehrer Peter Friedrich, der von 1963 bis 1970 in Neuenrade unterrichtete.

Neuenrade - Vor fast 50 Jahren hatten sie ihre schulische Laufbahn in der damaligen Hauptschule Neuenrade beendet. Jetzt hat sich der Entlassjahrgang 1968 wieder getroffen.

Selbst der in die Jahre gekommene Klassenlehrer Peter Friedrich hatte keine Mühen gescheut, um mit seinen einstigen Schützlingen einige frohe Stunden zu verbringen.

Es war ein mehr spontanes Klassentreffen, das Ramòn Cìscar-Andreu angeregt hatte. Der Mitschüler mit spanischen Wurzeln war mit seiner Familie aus dem fernen Valencia extra angereist, um seinen Angehörigen zu zeigen, wo er seine Kindheit verlebt hatte, wo er eingeschult worden war und später bei den Stahlwerken Brünninghaus die Lehre als Werkzeugdreher gemacht hatte.

Mit dem Besuch ins vertraute sauerländische Neuenrade verknüpfte er den Wunsch, seine ehemaligen Klassenkameraden wieder zu sehen. Ramòns Wunsch fand ein Echo. Günter Dransfeld, einstiger Klassensprecher zeigte in der Organisation seine detektivische Qualitäten. Er spürte erfolgreich die Anschriften und Familiennamen auf, die Resonanz der Mitschüler auf ein Wiedersehen war mehr als positiv.

Spiegel der schulischen Entwicklung

Der schulische Werdegang der Klasse ist gleichzeitig ein Spiegel der schulischen Entwicklung in Neuenrade. Zum Ernst des Lebens waren sie alle in der damaligen katholischen Volksschule (heutige Burgschule) eingeschult worden, später wurde daraus die Hauptschule.

22 Mädchen und Jungen bekamen das erforderliche Wissen vermittelt. Beim Klassentreffen im Kaisergarten waren es 15 Schüler, die mit Lehrer Peter Friedrich in den Erinnerungen kramten. Das „Weißt du noch“ und „Du hast dich kaum verändert“ machte die Runde. Aber auch die ein oder andere besondere Geschichte kam wieder ans Tageslicht.

Der Lehrer war voll des Lobes

Klassenlehrer Peter Friedrich, inzwischen 76 Lenze alt, war rückblickend immer noch voll des Lobes. Auch nach fünfzig Jahren erteilte er seinen einstigen Schützlingen in „Betragen und Aufmerksamkeit eine glatte Zwei plus, weil sie alle sehr lernwillig und konzentriert bei der Sache waren.“

Die Lernwilligkeit und das „ordentliche Verhalten“ wurde auch an einem weiteren Beispiel deutlich. Als damals der Schulrat seine Aufwartung machte und Lehrer Peter Friedrich im Gespräch für sich in Anspruch nahm, schaffte es die Klasse in gut drei Stunden, die erteilten Aufgaben alleine und ohne Lehrer zu meistern. Und Lehrer Friedrich erinnert sich schmunzelnd an eine „schöne Klassenfahrt“, die nach Scharbeutz führte. 

Viele kamen von weit her

Die weiteste Anreise hatte Ramòn Cìscar-Andreu aus dem spanischen Valencia angetreten, aber auch aus Bergisch Gladbach, Leipzig oder Gummersbach waren die einstigen Klassenkameraden angereist.

Neben einer Stadtbesichtigung wurde der ehemalige Klassenraum (vielfacher Kommentar mit Zeigefinger ausstrecken: „Da habe ich gesessen“) in der heutigen Burgschule ins Visier genommen. Im Kaisergarten wurden Erinnerungen wach, es wurde gelacht, aber es wurde auch der drei verstorbenen Mitschüler gedacht.

Ramòn Cìscar-Andreu, damals ein Kind von spanischen Gastarbeitern, brachte es auf den Punkt: „Das Klassentreffen war für mich und ganz bestimmt auch für die anderen sehr emotional. Aber es war gut, dass wir uns nach so vielen Jahren wieder getroffen haben.“

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