Klage letzter Ausweg - Schlichter wünschenswert

Heinz Friedriszik.

NEUENRADE ▪ Die Sache mit dem Kaisergarten. Es ist eine ganz spezielle Geschichte: Beide Seiten fahren mittlerweile schwere juristische Geschütze auf. Jede Seite hat ihr Gutachten, jede Seite wähnt sich im Recht, moralisch und oder juristisch. Auch menschlich gibt es Enttäuschungen, Wut und Ärger sind im Spiel, und es geht um Geld. Und es scheint, so ließ die Verwaltungsspitze Neuenrades und CDU-Fraktionschef Alexander Klinke durchblicken, dass künftig nur noch Juristen das Sagen haben.

„Mit aller Härte“, so Bürgermeister Sasse unlängst, werde man künftig auf Anwürfe reagieren. Auch Gastronom Heinz Friedriszik schwang jüngst die juristische Keule (wir berichteten). Inzwischen geht die Angelegenheit einigen Beteiligten menschlich an die Substanz. Dieser Eindruck drängt sich auf. Friedriszik deutete nun doch an, dass er „nicht um jeden Preis“ den Klageweg beschreiten wolle. „Das wäre der letzte Ausweg“. Er setzt nach wie vor auf einen Kompromiss. Die öffentliche Diskussion sei seines Erachtens da durchaus hilfreich gewesen. Aber für ihn sei klar, dass die Sache nun zum Abschluss zu bringen sei, so oder so. Er sei nach wie vor gesprächsbereit. Die Einschaltung eines neutralen Dritten, eines Schlichters, hält er da für eine „gute Lösung“.

Zum Hintergrund: Es geht um die Kaisergarten GmbH, jene 100-prozentige Tochter der Stadt Neuenrade, welche den „Kaisergarten“ verwaltet, und um die Hotelzimmer, über welche der Kaisergarten verfügt. Dabei geht es unter dem Strich um die Frage, ob die Stadt Neuenrade sich hier verbotenerweise über Gebühr wirtschaftlich betätigt und somit den Gastronom Heinz Friedriszik geschädigt hat. Friedriszik hatte massiv investiert und das Hotel Wilhelmshöhe, errichtet - nach eigener Aussage im Einvernehmen mit Politik und Verwaltung. In ähnlicher Zeitschiene erfolgte dann die Gründung der Kaisergarten GmbH, und der Neubau von zehn Hotelzimmern. Finanziert worden ist das ganze über die GmbH der Stadt, stille Gesellschafter und letztlich gar mit Hilfe einer Beteiligung der Stadtwerke, welche wiederum aus einem Aktienverkauf stammt. Für die Stadtspitze ging es darum, so der Bürgermeister Klaus Peter Sasse, der Stadt Neuenrade ein attraktives und traditionsreiches Kulturzentrum zukunftsfähig zu erhalten. Deshalb dieses Konstrukt. Die Kaisergarten GmbH hat den Kaisergarten verpachtet. Die Höhe der Pacht besteht aus einem Fixum mit einer variablen Umsatzbeteiligung. (Bericht folgt) ▪ vdB

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