Anzahl der Kinder hat sich kaum verändert

Kitas: Notbremse macht sich kaum bemerkbar

Mit diesem Formular melden Eltern ihren Betreuungsbedarf an.
+
Schriftlich Betreuungsbedarf anmelden: Das müssen Eltern, weil die Kitas nach Vorgaben der bundesweiten Corona-Bremse wieder im Notbetrieb sind. Die Kita-Verantwortlichen überprüfen aber nicht, ob und inwiefern der Bedarf wirklich besteht.

Obwohl die Corona-Notbremse seit Beginn der Woche auch im Märkischen Kreis nur noch eine Notbetreuung in den Kindertagesstätten zulässt, hat sich die Anzahl der Mädchen und Jungen, die dort betreut werden, nicht wesentlich verändert.

Das berichten zumindest die Leiterinnen von zwei Kindertageseinrichtungen in Neuenrade.

„Jeweils 50 bis 70 Prozent aller Kinder kommen auch jetzt weiterhin zu uns“, berichtet Judith Lehmkuhl, Leiterin der katholischen Kita St. Georg in Küntrop. Viele Kinder hätten trotz der Notbremse, die bei einem Inzidenzwert von 165 greift, einen Anspruch darauf, die Kita zu besuchen. Das zuständige Ministerium erlaubt zahlreiche Ausnahmen. Unter anderem dürfen die Maxikinder, die nach den Sommerferien in die Grundschule wechseln, weiterhin kommen. Auch Integrationskinder sowie Mädchen und Jungen aus schwierigen familiären Situationen und Wohnverhältnissen können weiterhin betreut werden. „Darüber hinaus können wir Familien einladen, wenn wir der Ansicht sind, dass es für die Kinder besser ist, wenn sie hier betreut werden“, erzählt Judith Lehmkuhl.

Eltern müssen schriftliche ERklärung einreichen

Eltern, die auf eine Betreuung angewiesen sind, weil sie berufstätig sind oder ihr Kind aus anderen Gründen nicht selbst betreuen können, können ihren Nachwuchs ebenfalls in die Kita bringen – allerdings müssen sie wöchentlich eine schriftliche Erklärung dazu einreichen. „Das bedeutet für uns natürlich zusätzliche Arbeit“, sagt Lehmkuhl.

Das kann Heike Richter-Oltmanns, Leiterin der Kita Sausebraus in Neuenrade, nur unterschreiben. In der städtischen Kita würden jetzt täglich zwischen 40 und 50 Kinder betreut. „Vielleicht sind es jetzt acht bis zehn Kinder weniger.“ Zudem seien die Kitaleitungen seitens des Ministeriums angewiesen nicht zu hinterfragen, ob tatsächlich eine Betreuung benötigt wird oder nicht.

Für Eltern eine „extrem schwierige Zeit“

Die ständigen Regel-Änderungen wirkten sich auch auf die pädagogische Arbeit aus, stellt Heike Richter-Oltmanns fest. Judith Lehmkuhl ergänzt: „Dazu kommt, dass alle im Laufe der Zeit dünnhäutiger geworden sind. Für Familien ist es eine extrem schwierige Zeit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare