Neue zweigruppige Kita im ehemaligen Aldi-Gebäude

Investor Peter Zahn (sitzend), hier mit seiner Assistentin Nadine Buhl, nimmt für den Umbau viel Geld in die Hand. Nina Kersting-Dunker (rechts) wird Geschäftsführerin der gGmbH, Tanja Heidemann wird pädagogische Leiterin der neuen Kita. Matthias Sauerland (Mitte), Bürgermeister Klaus Peter Sasse und Toni Wiesemann begleiteten das Projekt. - Foto: von der Beck

Neuenrade -  Noch ist es nur eine jener typischen Aldi-Gebäude: Vorne eine lange Glasfront, innen eine gigantische Freifläche. Doch die Umbaupläne stehen, nur noch wenige Änderungen sind zu erwarten, rund 20 Räume werden in dem alten Aldimarkt auf 600 Quadratmetern entstehen, vom Gruppenraum über das Behinderten-WC, Küche und Sanitärbereiche bis hin zu Schlafräumen.

Und im Herbst, wenn denn alles gut geht, wird aus dem ausrangierten Discounter-Klotz eine moderne Kindertageseinrichtung. Es wird eine Zwei-Gruppen-Einrichtung nach Kibiz für Kinder von vier Monaten bis sechs Jahren. Bald können die Eltern ihre Kinder anmelden. Vorgesehen ist das für April. Wo und wie Eltern ihre Kinder anmelden können, ergibt sich kurzfristig und wird noch bekannt gegeben.

Gestern kamen im kleinen Sitzungssaal des Rathauses Investor Peter Zahn mit Mitarbeiterin Nadine Buhl, Bürgermeister Klaus Peter Sasse, Nina Kersting-Dunker, Tanja Heidemann, Matthias Sauerland vom Jugendamt des Märkischen Kreises und der stellvertretende Bürgermeister Toni Wiesemann zusammen, um das Vorhaben und die Hintergründe im Detail zu erläutern.

Für den Umbau greift der Investor, Peter Zahn, demnach tief in die Tasche. Rund 500 000 Euro wird es kosten. Die gemeinnützige gGmbH, die dann als Träger der Einrichtung fungiert, hat neun nicht näher benannte Gesellschafter (die Stadt Neuenrade ist beteiligt). Geschäftsführerin der gGmbH ist Nina Kersting-Dunker, die einigen bereits bekannt sein dürfte als Betreiberin der Villa Kunterbunt, eine private Tagespflegeeinrichtung. Pädagogische Leiterin der neuen Einrichtung ist Sozialpädagogin Tanja Heidemann, welche bereits seit gut einem Jahr als Tagesmutter in der Villa Kunterbunt arbeitet. Die neue Kindertageseinrichtung wird ein jährliches Budget von rund 300 000 Euro haben. Sie bezahlt Miete an Investor Zahn. Die Miete ist dabei eher moderat, ließ man durchblicken. Wie der zuständige Kreisjugendamtsmitarbeiter, Sauerland erläuterte, wurde die Konstruktion gewählt, „weil sie günstig in der Bezuschussung“ ist. Zudem: „Weil keine öffentlichen Mittel investiert werden, gibt es ein Höchstmaß an Flexibilität“, betonte Sauerland. Der sagte ausdrücklich, dass es sich bei der neuen Kita um eine ganz normale, Kibiz-finanzierte Kindertageseinrichtung handele, und dass die Elternbeiträge wie bei anderen Kitas auch berechnet würden. Und selbstverständlich werde die Einrichtung auch Teil des Runden Tisches (Gremium von Kita-Trägern und Kreisjugendamt) .

Wie gGmbH-Geschäftsführerin Kersting-Dunker gestern betonte, sei das pädagogische Konzept für die Kita in Arbeit. Der Grundstock des pädagogischen Teams ist vorhanden, doch weitere Fachkräfte werden noch benötigt. Auch eine Fortbildung in Berlin stehe für das Team an. Kersting-Dunker betonte, dass man besonderen Wert auf die Raumgestaltung lege, um eine optimale Entfaltung der Kinder zu ermöglichen.

Was das Außengelände der Kita anbelangt, so ergeben sich Synergieeffekte mit der benachbarten Schule. Die neue Kita kann den ehemaligen Spielplatz der Kita nutzen, welche im vergangenen Sommer geschlossen wurde, um Platz für die Schule zu schaffen. Dafür wird das Parkplatzproblem der Schule durch die Parkfläche des alten Aldi entschärft.

Diese spezielle Lösung des Neuenrade Problems – rund 40 Kindergartenkinder waren ohne Kita-Platz – sei im Jugendamtsbezirk des Märkischen Kreises einmalig, betonte Matthias Sauerland.

Zum Hintergrund: Investor Zahn hatte das alte Aldi-Gebäude im April vergangenen Jahres gekauft, auch, um der Stadt Neuenrade etwas Gutes zu tun. Konkrete Ideen zur Nutzung des Gebäudes gab es nicht. Nur sollte die Nutzung im weitesten Sinne sozialen Charakter haben. Und so, in Absprache mit dem Bürgermeister, ließ man es ruhig angehen, sagte Zahn. Dann geschah alles ganz schnell, das Kita-Konzept wurde innerhalb kürzester Zeit gestrickt. Übrigens: Im Vorfeld hatte es Angebote für eine Nutzung gegeben: Unter anderem wollten jemand eine Bowling-Bahn dort einrichten.

- Von Peter von der Beck

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