Ein Kinderrat im Familienzentrum

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Der frisch gewählte Kinderrat der städtischen Tageseinrichtung Wirbelwind.

NEUENRADE - Schon die Aufstellung der Kandidaten war für die Kindergartenleitung eine Überraschung und auch mit dem Ablauf der Wahl hatten die Wahlbeobachter so nicht gerechnet.

„Es war spannend. Drei Durchgänge gab es wegen Stimmengleichheit bei den Kandidaten“, sagte Angelika Schweitzer, Leiterin der Kindertageseinrichtung Wirbelwind. Und nun hat die städtische Einrichtung tatsächlich ihren Kinderrat. Aus jeder Gruppe wurden zwei Kandidaten in den nun sechsköpfigen Kinderrat entsendet.

Für die Käferkiste wurden die beiden fünfjährigen Quinn Mauer und Julian Hederich gewählt. Die Vertreter der Pusteblume-Gruppe sind Mustafa Sönmez, vier Jahre alt und Furkan Killic, fünf Jahre alt, gewählt worden. Die Wolkenzaubergruppe wählte die beiden fünf Jahre alten Kinder Lena Flötenmeyer und Malien Kinkel.

Die Wahl und die Abstimmung erfolgte mittels Fotos der Kinder und mit Hilfe von Klebepunkten. Wahlberechtigt waren alle Kinder, die nicht zur Altersgruppe U3 gehören. Alle sogenannten Mittel- und Maxikinder, jene die 2014 oder 2015 eingeschulte werden, konnten sich zur Wahl aufstellen lassen.

Der neue gewählte Kinderrat hat nun das Recht bei einigen Themen aus dem Alltag der Einrichtung Wirbelwind gehört zu werden und auch mitzubestimmen. Eine der ersten Amtshandlungen war, die Tüten auszusuchen, die die Kinder basteln sollen. Doch die Kinder könnten beispielsweise auch bestimmen wie das Motto und die Verköstigung der Karnevalsparty aussehen soll. Klare Sache, dass es auch regelmäßig Versammlungen gibt. Dabei kann der Kinderrat Vorschläge und Beschwerden aus den Reihen der Kinder dann vortragen. „Dem einen oder anderen Kind fällt es schwer, direkt die Erzieherinnen anzusprechen, künftig können sie ihre Wünsche und Befindlichkeiten dann über den Rat an uns herantragen“, erläuterte Angelika Schweitzer. Auf jeden Fall würden die Kinder nun demokratisches Verhalten und Verantwortungsbewusstsein üben.

So ganz ist sich zumindest ein Mitglied des Kinderrates aber noch nicht über die Herausforderungen seines Amtes im Klaren. Auf die Frage, was er denn für Aufgaben habe, sagte einer gewählten Ratsmitglieder: „Wir müssen alles machen, was die Frauen sagen“.

- Von Peter von der Beck

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