2340 Bilddateien und 13 Videodateien auf Datenträger entdeckt

Kinderpornografie: Neuenrader (60) kassiert Bewährungsstrafe

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Neuenrade - Mehrere Festplatten und Datenträger mit kinderpornografischem Material stellten Polizeibeamte am 23. August 2017 in einer Wohnung in Neuenrade sicher.

Darauf befanden sich 2340 Bilddateien und 13 Videodateien, was eine intensive Tausch- und Sammeltätigkeit des Beschuldigten dokumentierte. Vier Jahre lang – von 2013 bis 2017 – soll er in dieser Weise aktiv gewesen sein. 

Im Amtsgericht Altena legte der mittlerweile in Großbritannien lebende Mann in dieser Woche ein umfassendes Geständnis ab. Durch die berufliche Nähe zu Datenverarbeitung und Computern sei sein Mandant über legales pornografisches Bildmaterial auch auf illegale Angebote gestoßen, erklärte Rechtsanwalt Clemens Louis. 

„Er will volle Verantwortung für seine Taten übernehmen.“ Der eher schweigsame Angeklagte äußerte sich in seinem Letzten Wort: „Das war Mist. Ich bin froh, wenn das Strafverfahren vorbei ist.“ 

Deutliche Worte des Richters 

Anlass für die Durchsuchung bei dem Angeklagten waren Ermittlungen der Polizei im Internet gewesen. Dabei wurde schon im Februar 2017 festgestellt, dass der Neuenrader ein Bild in einer Tauschbörse hochgeladen und dadurch für andere Nutzer verfügbar gemacht hatte. 

Richter Dirk Reckschmidt fand deutliche Worte für das kriminelle Treiben hinter den Bildern: „Das sind Menschen, die über die Grenze dessen, was sich anstellen lässt, weit hinausgegangen sind.“ 

Dazu gab es den Hinweis auf den engen Zusammenhang zwischen dem Konsum kinderpornografischer Bilder und dem damit verbundenen sexuellen Missbrauch: „Wenn es keiner anguckt, stellt es auch keiner her.“ 

Anbau von Marihuana in der Wohnung 

Die strafrechtliche Situation des Angeklagten wurde dadurch erschwert, dass er wegen eines Betäubungsmitteldeliktes unter Bewährung gestanden hatte: Ebenfalls im scheinbar geschützten Raum seiner Neuenrader Wohnung hatte er seinem Neffen den Anbau von Marihuana im Keller gestattet. 

Die Staatsanwältin beantragte wegen der hohen Rückfallgeschwindigkeit eine vollstreckbare Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten. 

Das Schöffengericht erkannte allerdings an, dass die Straftaten auf sehr verschiedenen Gebieten lagen, und verurteilte den 60-Jährigen zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Die Frist, nach der die Strafe erlassen wird, wurde allerdings von den üblichen drei Jahren auf fünf Jahre verlängert. 

6000 Euro an den Kinderschutzbund 

Außerdem muss der 60-Jährige eine Geldauflage von 6000 Euro an den Kinderschutzbund Lüdenscheid zahlen. „Das ist kein heimliches, sondern ein unheimliches Delikt“, verabschiedete Reckschmidt den Angeklagten und fügte hinzu: „Ich kann Ihnen versprechen: Noch ein Foto und es ist vorbei.“

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