Impfen von 12- bis 17-Jährigen

Kinderarzt impft gegen Corona: „Der Nutzen ist höher als das Risiko“

Kinderarzt Attila Hildebrand bietet in seiner Praxis Corona-Schutzimpfungen für Kinder- und Jugendliche an.
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Kinderarzt Attila Hildebrand bietet in seiner Praxis Corona-Schutzimpfungen für Kinder- und Jugendliche an.

Neuenrade – Kinderarzt Attila Hildebrand hat damit begonnen, Zwölf- bis 17-Jährige gegen das Coronavirus zu impfen.

Auf die möglicherweise demnächst zu erwartende neue Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) wollte der Neuenrader Arzt, der erst vor wenigen Tagen in seine neuen Praxisräume im Wallkarree umgezogen ist (wir berichteten), nicht warten.

„Der Nutzen der Impfung ist höher als das Risiko“, sagt Hildebrand überzeugt. Alle Zwölf- bis 17-Jährigen, die den Piks zum Corona-Schutz wollen und deren Erziehungsberechtigten ihre Zustimmung gegeben haben, bekommen ihn in der Neuenrader Praxis – natürlich nur nach vorheriger ärztlicher Aufklärung der jungen Impflinge und deren Eltern.

Daten aus anderen Ländern

„Es gab viele Nachfragen, ob ich impfe“, sagt Hildebrand. Die habe es sogar schon seit einiger Zeit gegeben. Der Neuenrader Arzt habe aber erst einmal auf Zahlen und Erfahrungswerte gewartet. Die gebe es mittlerweile aus anderen Ländern, etwa aus den USA oder Israel, wo schon millionenfach Kinder und Jugendliche geimpft worden sind. „Da sieht man: Der Impfstoff ist sehr sicher“, erzählt er – und das gelte eben auch für alle ab zwölf Jahren.

Im Gespräch mit der Redaktion sagt der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, dass er die Corona-Impfung nicht aktiv bewerbe, sie aber jedem anbiete, der danach frage. Dazu gehöre jedes Mal ein Aufklärungsgespräch, wo auf mögliche Nebenwirkungen hingewiesen wird. „In extrem wenigen Fällen ist es nach der Impfung mit mRNA-Impfstoffen zu Herzmuskelentzündungen gekommen“, sagt er und spricht von einem Risiko „im Promillebereich“. Die allermeisten dieser Fälle seien zudem milde verlaufen.

Aktiv vor long Covid schützen

Grundsätzlich ist der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Immunisierung bisher allerdings nur für junge Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen – wohl auch, weil diese Altersgruppe meistens nicht schwer an Corona erkranken würde, nennt Hildebrand einen möglichen Grund. Die Impfungen seien dennoch wichtig, etwa mit Blick auf die Delta-Variante, die vor allem junge Menschen betreffe. Dazu könne der Piks auch Kinder aktiv vor Folgeerkrankungen wie „Long Covid“ schützen.

Geimpft wird in Hildebrands neuer Praxis immer mittwochs. Dann werden zwölf Impfwillige in die Praxis bestellt und ausschließlich mit Biontech immunisiert. „Die Menge an Impfstoff, die ich bestellt habe, habe ich bisher immer bekommen“, berichtet Hildebrand von aktuell keinen Lieferschwierigkeiten. Gerade zum Impfstart hatten viele Ärzte über schleppende Lieferungen geklagt.

Die nächsten drei, vier Wochen seien die Impftage in der Hildebrand-Praxis komplett ausgebucht. Interessierte könnten sich auf die Warteliste setzen lassen. Hildebrand impft nur Patienten aus seiner Praxis. Alle anderen verweise er an die entsprechenden Ärzte oder auch an die Impfzentren, die Kinder-Impfungen neuerdings ebenfalls anbieten

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