Kinder sehr angetan von Buchautor Heinz Janisch

NEUENRADE ▪ Es sind kleine Kunstwerke, die Heinz Janisch verkauft: Kinderbücher, die von Künstlern illustriert wurden. Sie enthalten spannende, fantasievolle Geschichten.

Gestern präsentierte Heinz Janisch, der Hörfunkjournalist und Autor aus Österreich, Grundschülern der Burgschule im Rahmen einer Lesung seine Werke. Und er vermittelte den Kindern auch einen Eindruck von der Arbeit eines Schriftstellers. Janisch wurde mit dem katholischen Kinderbuchpreis ausgezeichnet und ist zur Zeit auf Tour. „Ich mache elf Lesungen in fünf Tagen“. Dass er im Philipp-Neri-Haus in Neuenrade liest, haben die Kinder den Verantwortlichen der katholischen öffentlichen Bücherei zu verdanken, sowie dem Verein zur Förderung der katholischen Bücherarbeit im Bistum Essen in Zusammenarbeit mit der Alfred-Krupp- von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung.

So waren gestern Schüler der Grundschulklassen im Saal des Neri-Hauses, hörten zu und traten auch in den Dialog mit Janisch. Der Autor bietet auch Schreibworkshops für Kinder an, versucht ihre Sprachkompetenz zu verbessern und ihre Kreativität zu wecken. Dazu gab er gestern auch jede Menge Tipps. Die Kleinen machten durchaus mit, auch wenn die Konzentration zum Ende der Veranstaltung abnahm. Ein Phänomen, das der Autor zunehmend beobachtet. Die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit nehme generell ab. Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen. Das Langsame, das Zuhören – das falle schwer.

Janisch erzählte, dass er für ein 200 Seiten starkes Buch vier Monte („jede Nacht schreibe ich“) benötigt, waren die Kinder sichtlich beeindruckt. Dass ein Autor nicht automatisch zum Millionär wird, erzählte Janisch den Grundschülern auch. So blieben vom Verkaufspreis eines zwölf Euro teuren Buches für ihn am Ende 60 Cent übrig. Auch deshalb hätten die meisten Schriftsteller wohl auch zwei Berufe. Er habe Glück. Sein anderer Beruf als Journalist mache ihm genauso viel Spaß wie der Beruf als Autor.

Weil sie nun einmal einen echten Schriftsteller dabei hatten holten sich alle Kinder noch Autogramme bei ihm.

Janisch erzählte, dass er schon als achtjähriger wusste, dass er Schriftsteller werden wollte. Er habe als Kind immer schon die Fortsetzungen von Romanen und Geschichten für sich weitergeschrieben. Sein Vater habe die kleinen Werke bei einem Verlag eingereicht. Die Geschichten seien dann bei einer Kinderzeitschrift abgedruckt worden. Da habe er gesagt, dass er Schriftsteller werden wolle. „Bis ich dann allerdings mein erstes Buch veröffentlicht hatte, war ich 30“. Jetzt ist Janisch 50 Jahre alt. Zahlreiche Bilderbücher, Romane und Erzählungen hat er veröffentlicht. Preisgekrönt ist das Buch „Wie war das am Anfang?”. Auch „Finns Land“ gehört zu den prämierten Büchern. Übrigens: Heinz Janisch glaubt in Zeiten von Internet und E-Book an das Buch. „Es wird bleiben“, sagt er. ▪ Peter von der Beck

http://www.heinz-janisch.de

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