Klares Votum für Reise an geschichtsträchtigen Ort

Jugendzentrumsleiterin Gabi Bildstein-Ulianowsky moderierte die 8. Zukunftswerkstatt. - Foto: Jentzsch

Neuenrade -  Wo geht sie hin, die Reise der Jugendlichen? Wie werden sich die nächsten Generationen entwickeln? Welche Wünsche, welche Ziele haben junge Menschen in ländlichen Regionen? Bleibt die spannende Frage: Kann man sich in die Zukunft entwickeln, wenn man die Vergangenheit seiner Gesellschaft vergisst?

Bürgermeister Antonius Wiesemann und Jugendzentrumsleiterin Gabi Bildstein-Ulianowsky sind sich in dem Punkt einig, dass der historische Background einer Gesellschaft immens wichtig ist. Nur so ließe sich verhindern, dass sich folgenschwere Fehler und Tendenzen wiederholen würden.

Und hier kommt die Zukunftswerkstatt zum Zuge. Am Samstagnachmittag bekamen die Jugendlichen im Jugendzentrum die Gelegenheit, dem Bürgermeister und Vertretern der Stadtverwaltung ihre Wünsche vorzutragen. „Jetzt mal Butter bei die Fische“, forderte Wiesemann die jungen Neuenrader auf, sich zu äußern. Wer jetzt auf den Bau einer Disco, eines Freizeitparks oder ähnliches gesetzt hatte, wurde überrascht. Sie wollen reisen. Und nicht irgendwo hin: Sie wollen sich mit dem Krieg und seinen Folgen auseinandersetzen.

Seit Jahren wird eine Mädchenfahrt organisiert, die einer eher unterhaltsamen, informativen Charakter hat, gleichzeitig besuchte Gabi Bildstein-Ulianowsky mit 15 Jugendlichen geschichtsträchtige Stätten. 2014 führte die Reise ins niederländische Arnheim. Einstimmig votierte das Publikum für die Reisen und machte Wiesemann damit deutlich, dass ihnen einiges an der Aufklärungsreise liegt.

„Ich verspreche nur, was ich auch halten kann“, meinte Antonius Wiesemann mit Blick auf die angespannte Finanzsituation. Er versprach aber, sich für die Aktionen stark zu machen. Denn: Es sei von immenser Bedeutung, dass die jungen Generationen den Frieden zu schätzen wüssten. Jetzt werden sich alle Beteiligten daran machen, Gelder für die Fahrten zu organisieren. Fördertöpfe der Politik stehen ebenso auf der Liste wie die Suche nach Sponsoren.

Auch wenn sich am Samstag vieles auf die Fahrten konzentrierte, kamen auch noch andere Themen auf den Tisch. Unter anderem boten die Jugendlichen, das Personal am Karussell Karlo zu unterstützen, die Soccer-Anlage an der Niederheide in Schuss zu halten und am Volkstrauertag teilzunehmen.

Wiesemann ging aktiv auf die Jugendlichen zu, bot ihnen an, in der wöchentlichen Sprechstunde vorbeizuschauen und verabschiedete sich mit der Botschaft, dass ihm die Wünsche und Bedürfnisse der jungen Leute am Herzen liegen. „Ihr seid unsere Zukunft“, machte er den Jugendlichen klar und verdeutlichte, wie wichtig zufriedene Kinder und Jugendliche – und der Frieden – für eine Gesellschaft seien.

- Von Markus Jentzsch

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