Wie Kinder fit für die Schule werden

Spiele gehörten zu den Aufgaben des Abends. Eine Mutter transportiert einen Tischtennisball mit einer Spaghettizange.

 Neuenrade - „Fit für die Schule“ – zu diesem Infoabend hatten die Verantwortlichen des familienzentrums Wirbelwind jetzt in die Einrichtung eingeladen. Die Leiterin Angelika Schweitzer begrüßte die Anwesenden Eltern der Schulanfänger und erklärte, mit welchen Methoden Kinder gefördert und unterstützt werden.

Auch im Elternhaus können die Kinder demnach liebevoll und ohne Druck auf die Schule vorbereitet werden. Unterstützung bei der Durchführung einiger Eltern-Spiele bekam Schweitzer von Kim Engelmann, Praktikantin im Anerkennungsjahr, und Benedict Detert, Praktikant.

Um zu verdeutlichen, welche Umwelteinflüsse auf die Kinder einwirken und was diese manchmal gleichzeitig verarbeiten müssen, stellte Angelika Schweitzer den Kassettenrekorder ziemlich laut, ließ die Eltern Zahlen von 100 an rückwärts aufschreiben und sie mussten gleichzeitig noch dem Praktikanten zuhören, der etwas vorlas. Sich auf drei Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, sei gar nicht so einfach, bemerkten diese sofort. Zur Demonstration, wie es für Kinder sei, lesen zu lernen, durften die Eltern mal einen Text von links nach rechts lesen, was sich auch als schwierig erwies und große Konzentration verlangte. Die Leiterin des Familienzentrums erläuterte das Bielefelder Screening, das den Pädagogen ermöglicht, spielerisch herauszufinden, ob ein Kind zum Beispiel an einer Lese-Rechtschreibschwäche leidet und Förderbedarf hat. In diesem Test, der im Kindergarten bei absoluter Ruhe und mit jedem Kind einzeln durchgeführt werde, müssten die Kinder gut zuhören. Laute müssten getrennt oder zusammengezogen werden, es werde lautiert gesprochen und die Kinder sollten Phantasiewörter nachsprechen. Für die Absolvierung des Tests werden Risikopunkte vergeben und wenn ein Kind drei oder mehr Risikopunkte habe, werde es zukünftig in der Einrichtung gefördert.

Die Förderung läuft über 20 Wochen,täglich 10 bis 15 Minuten am Morgen. Es werden Gruppen mit den Namen die Spitzöhrchen und die Schlaufüchse gebildet und man verfährt nach dem Prinzip „HLL“ Hören. Lauschen, Lernen.

Als Tipps gab Angelika Schweitzer den Eltern mit auf den Weg, wie sie ihre Kinder mit alltäglichen Gegenständen fördern können, die in fast jedem Haushalt zu finden sind. Kleinigkeiten mit einer Pinzette transportieren fördere die Feinmotorik. Für die Grobmotorik könne beispielsweise ein Tischtennisball mit einer Spaghettizange transportiert werden. Was zieht ein Magnet alles an? war ein weiterer Tipp. „Kinder müssen experimentieren und Spaß am Lernen haben“, so die Leiterin. „Wenn Kinder unter Druck lernen müssen, dann verkrampfen sie irgendwann und machen dicht. Wer Knöpfe auffädelt und Wattebällchen mit einem Strohhalm pustet, der fördert die Motorik und die Mundmuskulatur. Vorschulblöcke mit Übungen sind da überflüssig.“

Zum Schluss gab Schweitzer noch einen Leitsatz mit auf den Weg, der im Kindergarten wichtig sei: Sage es mir und ich werde es vergessen, zeige es mir und ich werde es vielleicht behalten, lass es mich tun und ich werde es können.

Von Andrea Michels

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