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„Keiner ist wie du“: Besondere Ausstellung im MK eröffnet

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Von: Michael Koll

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Menschen haben ihre Geheimnisse: Das Unvollständige greift Brigitte Schulte in ihren Werken als vollständig erfasste Realität auf.
Menschen haben ihre Geheimnisse: Das Unvollständige greift Brigitte Schulte in ihren Werken als vollständig erfasste Realität auf. © Schulte

Im dritten Anlauf soll es nun gelingen, die Werke der Künstlerin Brigitte Schulte in Neuenrade auszustellen. Gezeigt werden Malereien und Skulpturen der norddeutschen Künstlerin.

Neuenrade – Irmhild Hartstein, Leiterin der Abteilung Kulturelle Bildung im Forum Neuenrade, welches diese Werkschau in die Hönnestadt holen wird, sagt: „Vor zwei Jahren machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung und im vorigen Jahr war es ein Wasserschaden in der Stadtgalerie.“

Am Sonntag, 22. Mai, wird der frühere Bürgermeister Klaus Peter Sasse ab 11.15 Uhr die einführenden Worte bei der Vernissage zur Ausstellung mit dem Titel „Keiner ist wie Du“ sprechen. Das musikalische Rahmenprogramm in der Stadtgalerie, die sich in der Aula der Hönnequell-Schule an der Niederheide befindet, übernimmt die 15-jährige ukrainische Pianistin Taisiia Nikitova. Am Flügel trägt sie „Fantasie Impromptu“ (Op. 66) von Frédéric Chopin und „Melody“ von dem ukrainischen Komponisten Myroslav Skoryk vor.

Gezeigt werden Malereien und Skulpturen der norddeutschen Künstlerin. Schulte arbeitet mit Blei- und Farbstiften, fertigt Radierungen an, macht Acrylmalereien und experimentiert mit unterschiedlichen Drucktechniken. Die Künstlerin zeichnet und malt seit mehr als drei Jahrzehnten – vorzugsweise Bildnisse von Menschen.

Hervorheben wolle sie die Wahrhaftigkeit von Gesichtsausdrücken, wohlwissend dass jeder seine Geheimnisse in sich trage, die auch sie nicht ergründen könne. Schulte umschreibt dieses Dilemma so: „Meine Arbeiten zeigen das unvollständige Bildnis als eine für mich vollständig erfasste Realität, nämlich die Unvollständigkeit.“

Ihre Arbeitsweise bezeichnet sie als „Abenteuer“, bei welcher „zu Beginn noch nicht feststeht, zu welchem Ergebnis ich am Ende kommen werde“. Tatsächlich seien ihre Entscheidungen im Schaffensprozess nicht selten spontan, impulsiv, zufällig. So schildert sie ein Vorgehen, welches bei ihr häufig Anwendung findet: „In meiner Sparsamkeit vermale ich oft Restfarben auf freie Flächen.“

Ihr Bestreben sei es, in ihren Bildern „stimmungsvolle Farbereignisse“ zu kreieren. Bedeutung erlangten dabei „Pinsel- und Farbspuren, Zartheiten, Schlieren, Mischtöne und Transparenzen“, sagt Schulte. Das gezeigte Motiv trete letztlich in den Hintergrund, werde gar zur Nebensache.

Schulte formuliert es folgendermaßen: „Meine Malerei mündet unausweichlich dort, wohin mein inneres Bestreben – meine Sehnsucht – mich führt.“ Oft arbeite sie „über Monate hinweg“ an einem neuen Werk – sie selbst spricht dabei sogar von einem Kampf. Wenn der Entstehungsprozess festgefahren sei, mache sie auch bewusst Pausen.

Brigitte Schulte stellte ihre ersten Ausstellungen 1992 zusammen. Sie belegte einige Sommerakademie-Kurse in Bremerhaven und studierte in Trier an der Europäischen Akademie. Von 2011 bis 2014 studierte sie zudem an der Kunsthochschule in Bremen und schloss diese Ausbildung mit einem Zertifikat ab.

Die Ausstellung in der Neuenrader Stadtgalerie ist vom 22. Mai bis zum 11. Juni samstags von 10 bis 12, sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen.

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