Keine Übernahme der Schülerfahrtkosten: Klage gegen Bescheid der Stadt Werdohl

+
Der Schulweg von Neuenrade nach Werdohl führt durch Waldstücke über den steilen Hakemetweg.

Neuenrade/Werdohl - Dass die Stadt Werdohl für Neuenrader Fahrschüler in etlichen Fällen nicht mehr die Schülerfahrtkosten übernimmt und entsprechende Ablehnungsbescheide verschickt hat, ist nicht gut bei der Elternschaft angekommen.

Zudem zieht die Angelegenheit Kreise: Auch die Justiz muss sich mit dem Thema Ablehnungsbescheid für die Übernahme von Fahrkosten befassen. 

Wie die Vorsitzendes des Verwaltungsgerichtes und Pressedezernentin, Silke Camen, auf Nachfrage bestätigte, ist am 18. August am Verwaltungsgericht Arnsberg in dieser Sache eine Klage gegen die Stadt Werdohl eingegangen. 

Dabei geht es eben um den ablehnenden Bescheid für die Übernahme der Schülerfahrtkosten. Thema der Klage ist unter anderem die Zumutbarkeit des Fußweges, bestätigte die Dezernentin. Wer klagt, wurde nicht gesagt. 

Entfernungen sind gestaffelt 

Zum Hintergrund: Der Gesetzgeber hat Entfernungen, gestaffelt nach Grundschule und Sekundarstufen, festgelegt, ab denen ein Fußweg unter Umständen noch zumutbar ist und die Fahrkarte nicht erstattet wird. 

In mindestens einem Fall hat das zu Ärger geführt, weil eine Oberstufen-Schülerin von Neuenrade aus zur Gesamtschule hätte laufen sollen – der Schulweg galt als zumutbar. Die Eltern wandten sich an die Redaktion. Die Schülerin wäre demnach beim Hin- und Rückweg jeden Tag mehrere Stunden unterwegs gewesen, bei Wind und Wetter und zu jeder Jahreszeit. Der Schulweg führt bergab und bergauf und unter anderem durch ein größeres Waldstück und würde für eine Strecke mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen. Die Verantwortlichen der Werdohler Verwaltung verweisen auf das Gesetz und halten ihre Entscheidung für korrekt. Eine Mitarbeiterin lief den Weg persönlich ab. 

Auch Realschüler müssen unter Entscheidung leiden

Nicht nur Schüler der Gesamtschule sind betroffen. Nach Kenntnis der Redaktion müssen auch Realschüler unter der Entscheidung der Werdohler leiden. Auch interkommunal soll es auf Verwaltungsebene zwischen Neuenrade und Werdohl inzwischen Gespräche geben, möglicherweise wird auch die Politik involviert. Bis es zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes kommt, kann es noch dauern. „Das ist definitiv noch nicht absehbar“, sagte Camen. Bei den Schülerfahrtkosten geht es um viel Geld: Mehrere hundert Euro pro Schuljahr werden pro Schüler fällig – entweder für die Eltern oder die Stadt Werdohl.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare