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Eigenverbrauch zu gering: Keine Förderung für PV-Anlage in Affeln

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Von: Peter von der Beck

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Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Hauses. Mit der eingerechneten Förderung hätte sich die Anlage auf dem Kita-Dach in Affeln nach zehn Jahren amortisiert.
Photovoltaikmodule auf dem Dach eines Hauses. Mit der eingerechneten Förderung hätte sich die Anlage auf dem Kita-Dach in Affeln nach zehn Jahren amortisiert. © Marijan Murat/DPA

Die Eigenverbrauchsquote von 57 Prozent ist der Bezirksregierung zu gering. Jetzt muss die Stadt umplanen

Neuenrade – „Fragen Sie mich nicht nach der Sinnhaftigkeit.“ Bauamtsleiter Marcus Henninger ist nicht erfreut darüber, dass die Stadt die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita Affeln nun canceln muss. Denn für das Projekt, im Zuge der Aufstockung der Kita Affeln geplant, wird die Kommune aller Voraussicht nach keine Förderung erhalten.

Theoretisch Stromfresser einsetzen

Denn: Der Eigenverbrauch der städtischen Kindertageseinrichtung läge bei 57 Prozent – der Rest Strom müsste ins Netz eingespeist werden. Das Signal von der Bezirksregierung war dann, so erläuterte es Henninger, dass der Antrag wegen der Eigenverbrauchsquote in Höhe von 57 Prozent nicht positiv beschieden werde. Theoretisch könnte die Kita Stromfresser einsetzen und die Eigenverbrauchsquote würde natürlich steigen.

Vorbildfunktion der Kommune

Wie auch immer. Amtsleiter Henninger könnte noch einiges zu diesen Förderrichtlinien sagen. „Als Kommune hat man ja gerade bei einer Kita auch eine Vorbildfunktion, da sind solche Regelungen sicher nicht nachvollziehbar.“ Henninger ließ durchblicken, dass die Bezirksregierung mit dieser Angelegenheit nicht ganz glücklich sei. Die Kosten für die Realisierung der Photovoltaikanlage beziffern die Planer mit rund 42 000 Euro. Die Summe würde mit knapp 40 Prozent aus der Landeskasse bezuschusst. Das wären jetzt immerhin fast 17 000 Euro gewesen.

Photovoltaik für Flüchtlingsunterkunft

Die Nettosumme (ohne Förderung) bei der Photovoltaik-Investition der Kita Wirbelwind läge daher bei knapp 24 000 Euro. Amortisieren wird sie sich bei einer Gesamtkapitalrendite von zwölf Prozent dann in fast zehn Jahren. Nun hat die Stadt umdisponiert: Die Flüchtlingsunterkunft an der Eichendorffstraße in der Unterstadt Neuenrade wird nun mit Photovoltaik bestückt. Dort ist wohl der Eigenverbrauch von 80 Prozent erreichbar.

Noch gibt es Fördergeld

Fördergeld fließt dabei generell recht reichlich. Richard Schwartpaul, bei der Stadt Neuenrade mit solchen Anträgen befasst, glaubt auf Nachfrage der Redaktion allerdings nicht, dass das immer so weiter geht. Das Geld müsse ja auch irgendwo herkommen.

14 Gebäude haben gutes Potenzial

14 Gebäude der Stadt Neuenrade bergen ein sehr gutes Potenzial für Photovoltaik, vier Gebäude sind noch gut geeignet, bei drei Gebäuden ist die Situation noch nicht klar und nur drei sind nicht geeignet. Dieses Ergebnis präsentierte Martin Denz vom Ingenieurbüro Reg.Las, das sich auf derartige Potenzialuntersuchungen spezialisiert und 24 städtische Objekte untersucht hat (wir berichteten). Das Ingenieurbüro Reg.Las hat eine Wirtschaftlichkeitssimulation durchgeführt und hier auch noch eine Klassifizierung aufgestellt. Sogar Speichermedien wurden berücksichtigt, wo es sinnvoll erschien.

Hönnequell-Schule auch ideal

Zu den A-Objekten, die unbedingt mit einer Photovoltaikanlage bestückt werden sollten, zählen die Fachleute des Ingenieurbüros nach ihren Analysen demnach die Hönnequell-Schule, die Grundschule und das Bürgerhaus in Altenaffeln – unter anderem aber auch das Waldstadion. Auch das Freibad zählt zu den A-Anlagen.

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