Kein Streetworker zu finden

NEUENRADE ▪ „Der Träger hat sich große Mühe gegeben, aber es hat sich bislang keiner gefunden“, so fasst Matthias Sauerland vom Kreisjugendamt die Suche nach einem Streetworker für Neuenrade zusammen.

Von Volker Heyn

Sauerland berichtete am Mittwoch den Mitgliedern des Jugend- und Sozialausschusses über den Stand der Dinge in Sachen „aufsuchende Jugendarbeit“. Im Einzugsbereich des Kreisjugendamtes hatten sich sechs Kommunen für mobile Jugendarbeit und zwei für das aufsuchende Konzept entschieden. Nach Absprache mit dem Kreisjugendamt wurde daraus eine 30-Stunden-Stelle für Neuenrade und Herscheid entwickelt. 20 Wochenstunden sollen davon in Neuenrade angeboten werden. Im Herbst 2011 gab es dann eine Ausschreibung, auf die es genau eine Bewerbung gab: Die Diakonie Mark-Ruhr legte gemeinsam mit dem Jugendreferat der evangelischen Kirchenkreise Iserlohn und Hagen ein Konzept vor. Einschlägige Erfahrungen konnten nachgewiesen werden.

Anfang des Jahres 2012 sei dann noch einmal die Konzeption genau auf die Neuenrader Erfordernisse angepasst worden, so Sauerland. Im April schrieb der Träger der Maßnahme zum ersten Mal die Stelle aus und sucht seitdem händeringend nach einer geeigneten Person. Zunächst habe der kirchliche Träger in den eigenen Reihen nach einer geeigneten Kraft gesucht, aber niemanden gefunden. Danach sei die Ausschreibung erweitert worden, worauf es immerhin ein Bewerbungsgespräch gegeben habe. Es habe sich herausgestellt, dass diese Person fachlich nicht genügend qualifiziert gewesen sei, sagte Sauerland. Eine weitere öffentliche Ausschreibung in den Zeitungen sei wieder ergebnislos verlaufen. Danach versuchte es der Träger mit Aushängen in den Diakoniefachschulen. Hier habe eine Frau starkes Interesse bekundet, so Sauerland. Ob daraus etwas würde, könne er aber nicht sagen.

Erst vor wenigen Tagen habe er noch mit dem Fachbereichsleiter des Trägers gesprochen. Dort sei man sehr zuversichtlich, dass die Besetzung bald gelingen werde.

Schumacher wusste um die Frage, ob die Ansprüche an die Qualifikation des Streetworkers nicht zu hoch gehängt seien. „Auf die Stelle kann kein Anfänger und es muss jemand mit langem Atem sein“, so Sauerland. Und weiter: „Wenn das losgeht, müssen alle Beteiligten von der Person überzeugt sein.“

Hauptamtsleiter Dierk Rademacher wies darauf hin, dass er eigentlich mit einem Start zum 1. Mai gerechnet habe. „Der Bedarf ist zwischenzeitlich nicht geringer geworden.“ Das war Sauerland klar, so versuchte er, die Situation weiter zu erklären. Die Einrichtung von hunderten von Schulsozialarbeiterstellen in NRW hätten den Markt leergefegt. Er deutete an, dass der Träger eine nicht allzu lange Frist habe.

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