Dagmar Freitag schaltet sich ein

Kein Corona-Rabatt für Mitglieder beim TuS Neuenrade: Vorsitzende des Sportausschusses möchte vermitteln

Das Waldstadion Neuenrade. Der Zugang ist gesperrt. Moos und Bucheckern auf der Tartanbahn dokumentieren, dass die Anlage nicht genutzt werden kann.
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Das Waldstadion Neuenrade. Der Zugang ist gesperrt. Moos und Bucheckern auf der Tartanbahn dokumentieren, dass die Anlage nicht genutzt werden kann.

Der TuS Neuenrade verzichtet auf sein Ansinnen nur die Hälfte der Vereinsbeigträge zu kassieren und seinen Mitgliedern einen Corona-Rabatt zu gewähren und rudert wegen einer Corona-Vorschrift des Bundesfinanzministeriums zurück.

Wer Rabatt gewährt, riskiere die Gemeinnützigkeit, heißt es dort im übertragenen Sinne.

Dazu bezieht die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag auf Nachfrage Stellung. Freitag zeigt Verständnis für das Verhalten des TuS, will beim Bundesfinanzministerium nachhaken. Die Situation im Sport sei in vielfacher Hinsicht schwierig. Sportangebote seien ausgesetzt, Sportanlagen ungenutzt. Sie registriere, dass bei einige Vereinsmitgliedern die Zustimmung für den Lockdown in Sport schwinde.

Vorteile durch das Gemeinnützigkeitsrecht

Freitag verweist allerdings auch auf die Vorteile, die ein Verein durch das Gemeinnützigkeitsrecht gegenüber Wirtschaftsunternehmen habe. Mitgliedsbeiträge müssten zudem satzungsgemäß behandelt und genutzt werden. Es müsse eben ein entsprechender Beschluss gefällt werden.

Dagmar Freitag (SPD) ist unter anderem Sportausschussvorsitzende des Bundestages und hat guten Kontakt zur Basis. „Ich nehme wahr, dass bei einigen Vereinsmitgliedern das Verständnis für den Lockdown im Sport schwindet. Somit ist nachvollziehbar, dass Vereine ihren Mitgliedern in dieser Ausnahmesituation mit einer (Teil)Erstattung der Mitgliedsbeiträge entgegenkommen wollen.“ Sie führe aktuell eine Vielzahl von Onlinediskussionen mit Sportvereinen in der gesamten Republik durch. „Dort ist der Wunsch oder gar die Forderung nach Erstattung von Mitgliedbeitragen in der Regel kein Thema.“ Dass die Mitglieder in überwältigender Mehrheit bereit seien, ihren Vereinen trotz marginalem oder nicht vorhandenem Sportangebot ihren Mitgliedsbeitrag trotzdem zur Verfugung zu stellen, bewerte sie auch als Zeichen der Solidarität der Mitglieder. Sie halten ihrem Verein so nicht nur die Treue, sondern eröffnen ihm damit nach dem Ende der Corona-Pandemie neue Perspektiven, heißt es von Dagmar Freitag.

Regelung für in Not geratene Mitglieder

Die Finanzexperten des Ministeriums nimmt sie durchaus in Schutz und verweist auf die Regelung, dass von Corona gebeutelte Mitglieder eine Erstattung beantragen könnten: „Das Bundesfinanzministerium hat allerdings klargestellt, dass für durch die Corona-Krise in Not geratene Vereinsmitglieder eine (Teil)Erstattung in Frage kommt.“ Damit würden die strengen Regelungen während der Pandemie aufgeweicht. Wichtig sei, darauf wies Dirk Jakobsen, Mitarbeiter im Büro Freitag, am Donnerstagabend hin, dass dann aber auch eine Art Passus (etwa „der Wohlfahrtspflege verpflichtet“) in der Satzung enthalten sein müsse. Das stelle eine Aufweichung der ansonsten gültigen Rechtslage dar und solle Hilfe zumindest für finanziell von der derzeitigen Krise besonders betroffene Mitglieder ermöglichen.

„Allerdings halte ich es für schwierig, dass der Vorstand diese Notlage plausibel bewerten soll. Ich werde daher das Bundesfinanzministerium anschreiben und um Erläuterungen bitten, wie eine solche Plausibilitätsprüfung im realen Vereinsalltag aussehen soll“, sagte Freitag.

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