Eine großartige Prunksitzung

+
Farbenfroh: Schlümpfe bereicherten die Party.

AFFELN ▪ „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, sangen die Affelner Karnevalisten am Ende ihrer Prunksitzung, und sie hatten am Samstag allen Grund dazu:

Die Festhalle war bestens gefüllt, die Stimmung bombig, Präsident Frank Rohrmann führte souverän und humorig durch das Programm, das deutlich machte, dass auch die Jugend weiterhin für den Karneval zu gewinnen ist. Mit Gesang begrüßte der Männerchor die Gäste, und die hauseigene Tanzgarde des „Festkomitees Carneval des MGV Liederkranz“ (FCMC) schwang zum ersten Mal die Beine. Später sollten die jungen Damen noch einmal im knappen Dirndl wiederkommen. Die „Dancing Teens“, der sich ohne Trainerin selbst organisierende Tanz-Nachwuchs des FCMC, brachte das Thema „Früher und heute“ auf seine Art auf die Bühne. Moderne Teenager zeigten den eher traditionell orientierten Röckchen-Mädels, was heute so angesagt ist auf dem Tanzparkett. Und dann gab es da noch die Kindertanzgarde des FCMC. Die Kinder waren offensichtlich mit liebevoller Hilfe von Müttern und Großmüttern zu Schlümpfen geworden. In Blau-Weiß (und Rot, denn der Papa-Schlumpf war auch dabei) tanzten sie anmutig über die Bühne und zogen auch später die Blicke im Saal auf sich, als sie wieder zu einer besonderen Art Ehrengäste geworden waren. Wann hat man schon mal echte Schlümpfe zu Gast?

Prunksitzung in Affeln

Warnhinweise begleiteten den Auftritt des Männerballetts des „MGV Liederkranz“: „Top Secret Act, keine Fotos mit Blitzlicht!! Lichtempfindliche Kreaturen und schreckhafte Darsteller.“ Das Geheimnis lag im Schwarzlicht, das die schwarzgewandeten Männer vollständig hinter den von ihnen zum Tanzen gebrachten Vögeln verschwinden ließ. Stilecht bewegten sich die großmäuligen, langhalsigen und langbeinigen Tiere zu Michael Jackson, „Manamana“ und vielem anderen und bescherten dem Publikum so einen der spektakulärsten Auftritte des Abends. Als das Licht wieder an war, erschienen die bestens getarnten Männer, und man kann nur hoffen, dass es in Affeln und Umgebung keine Bankfilialen gibt, um diese Multifunktions-Kleidung anderweitig zu testen. Paradiesvögel standen auch mit den jungen Frauen der Tanzgarde Stemel auf der Bühne, die in ihren wunderschönen Outfits ebenfalls viel für die Augen boten und richtig gut tanzten.

Keine Prunksitzung ohne Büttenreden: Claudia Perrin und Silke Oest erzählten als liebevoll mit viel Schminke und Verkleidung in Szene gesetzte Findlinge vom Dorfgeschehen in Affeln – von Missverständnissen und Pastoren, Shrimps und Kühen, durchgebrannten Frauen und dafür dankbaren Männern. Martin Fröndt griff noch entschlossener in den unerschöpflichen Themenvorrat von Lust und Ehefrust und verzichtete leider nicht auf einen rassistischen Witz. Das passte nicht in einen eigentlich sehr heiteren Familienabend.

Ein großes „Hallo“ gab es in einem zuweilen auf den Bänken stehenden Publikum schließlich für Reinhard Hagen und Torsten Lang, die sich als Matthias und Michelle Reim anschmachteten: „Du Idiot!“. Da blieb kein Auge mehr trocken, und es wurde nach dem großartigen Auftritt des Männerballetts denn auch Zeit, die Freiheit „Affeln“ zu besingen. Und: „So ein Tag, so wunderschön wie heute.“ ▪

Von Thomas Krumm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare