Karl-Josef Laumann – ein Minister der starken Worte

Der Minister will die Lage verbessern. ▪

NEUENRADE ▪ Prominenter Besuch im Kaisergarten lockte am Mittwochabend eine Schar von Ärzten und Interessierten in den großen Saal.

Der Gesundheitsminister des Landes NRW, Karl-Josef Laumann, war zu Gast und stellte unter anderem sein „Aktionsprogramm zur Stärkung der hausärztlichen Medizin und Versorgung“ vor, das mittelfristig vor allem die Situation in den ländlichen Regionen verbessern soll. Gleichzeitig machte Laumann mit scharfen Worten deutlich, dass er keineswegs gewillt sei, die augenscheinlichen Ungerechtigkeiten des Systems widerstandslos zu dulden. Damit traf der Landesminister offenbar den Nerv des Auditoriums.

„In unserer Stadt sieht es nicht rosig aus“, begann Neuenrades Bürgermeister Klaus-Peter Sasse seine einführende Rede und bezog sich damit auf die drohende Ärzte-Unterversorgung in seiner Gemeinde. Das würden zumindest die Statistiken ausdrücken, Sasse stuft die Lage aber noch nicht als bedrohlich ein. Fraglich sei, ob die KV, die Kassenärztliche Vereinigung, tatsächlich im Interesse der Hausärzte handele, stellte Sasse in den Raum und ergänzte: „Das System scheint kränker als die Patienten zu sein.“ Zudem drohe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen Kassen- und Privatpatienten, was er nicht befürworten könne – auch einen Spalt zwischen den Haus- und Fachärzten wäre wohl kaum im Sinne des Systems. Damit sprach das Neuenrader Stadtoberhaupt seinem prominenten Gast aus dem Landesministerium aus der Seele. Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, machte vom ersten Satz an deutlich, wie sehr ihm die hausärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen am Herzen liegt. Laumann kündigte auf seinem Weg Richtung Systemgerechtigkeit intensive Auseinandersetzungen auf allen Ebenen an.

Zum einen wäre es nicht akzeptabel, dass die Ärzte in NRW und Schleswig-Holstein schlechter bezahlt würden als in den übrigen Bundesländern. Immer wieder betonte Laumann, dass er den Schulterschluss mit allen Beteiligten suche, um die Situation zu bereinigen.

Im Regierungsbezirk Arnsberg lagen bis zum 29. März zehn Anträge zum Aktionsprogramm „Hausärztliche Versorgung“ vor, bundesweit seien es insgesamt 59 – 50 beziehen sich auf die Förderung von Niederlassungen, neun auf Weiterbildungen. Mit maximal 50 000 Euro fördert das Land die Niederlassung eines Hausarztes in einer ländlichen Region. Zu diesem Thema meldete sich eine Medizinstudentin zu Wort, die bemängelte, dass dieses Maßnahmen an den Universitäten kaum publik gemacht würden.

Auch der in Werdohl niedergelassene Allgemeinmediziner Dr. Krämer nutzte die Gelegenheit und machte einige Standpunkte deutlich. Die Honorierung ärztlicher Leistungen beherrschte die anschließende Diskussion. ▪ maj

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare