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So kann es gelingen: Weltmarktführer im MK ohne Fachkräftemangel

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„Bock auf Weltmarktführer?“ Mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen Julius Klinke um Auszubildende.

Neuenrade – „In unserem Unternehmen herrscht kein Fachkräftemangel“, erklärt Alexander Klinke.

Dass der Neuenrader diese Feststellung in einer Zeit treffen kann, in der viele Unternehmer den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ständig beklagen, freut den Geschäftsleiter der Firma Julius Klinke nicht nur, es erfüllt ihn auch mit Stolz. Den Schlüssel zum Erfolg sieht er in der Ausbildung junger Menschen. „Und darin, dass wir schon etwas dafür tun, um Jugendliche für seinen Betrieb zu begeistern.“ 

Das Gütesiegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb ist in diesem Zusammenhang für Schüler eine zuverlässige und neutrale Orientierungshilfe. 

100 detaillierte Fragen

Als eines der ersten Unternehmen in diesem Jahr hat die Firma Julius Klinke dieses Gütesiegel erhalten. „Damit wird uns eine qualitativ hochwertige Ausbildung bescheinigt“, erklärt der Unternehmer. In einer anonymen Befragung beantworteten die Klinke-Azubis circa 100 detaillierte Fragen zur Qualität ihrer Ausbildung, erzählt Klinke. Themen seien beispielsweise die Ausbildungsinhalte, der Umgang mit den Befragten im Betrieb oder die Zukunftschancen. 

Für das Gütesiegel seien zusätzlich mit den Personalverantwortlichen Kennzahlen erhoben worden; unter anderem ging es dabei um die Anzahl der übernommenen Auszubildenden und die Höhe der Abbrecherquote. „Durch die Kombination dieser Kennzahlen mit der Beurteilung der Azubis erhalten Jugendliche eine verlässliche Auskunft darüber, wie gut ein Ausbildungsbetrieb tatsächlich ist“, sagt Wirtschaftspsychologin Judith Grefe von der „ertragswerkstatt“, die die Vergabe des Siegels betreut. Ausschließlich Betriebe, die von ihren Azubis gute Noten bekämen und sich in der Ausbildung besonders engagieren, dürften das Siegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb 2020“ führen. 

Siegel wird jährlich verliehen

Das Gütesiegel wird seit 2013 jährlich verliehen. In den vergangenen Jahren haben jährlich mehr als 100 Unternehmen die Qualität ihrer Ausbildung umfassend bewerten lassen. Die Initiative „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ sei damit die größte unabhängige und neutrale Zertifizierung für Ausbildungsbetriebe in Deutschland. 

16 Auszubildende hat das Neuenrader Unternehmen Julius Klinke aktuell. Sie werden zu Zerspanungsmechanikern, Industriemechanikern Maschinen- und Anlagenführern und zu Industriekaufleuten ausgebildet.

Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Betriebe mindestens fünf junge Menschen ausbilden. „Das ist uns wichtig, denn nur so konnten wir eine anonymisierte Befragung durchführen, bei der die Azubis offen und ehrlich antworten können“, sagt Judith Grefe von der „ertragswerkstatt“. 

Zerspanungsmechaniker ist Kernberuf

Betriebsleiter Udo Nattermüller hat selbst schon vor mehr als 40 Jahren mit einer Lehre in der Firma Julius Klinke seine berufliche Laufbahn begonnen. Er unterstreicht: „Wir bilden zurzeit 16 Jugendliche in unterschiedlichen Berufen aus. Unser Kernberuf ist natürlich der Zerspanungsmechaniker, Automatendrehtechnik“. Das Unternehmen habe dafür von seinen Azubis ein hervorragendes Zeugnis erhalten. „Besonders positiv bewerteten sie die Fachkompetenz und die Zukunftsaussichten im Unternehmen“, stellt Alexander Klinke fest. Er unterstreicht: „Mir ist es wichtig, für das eigene Unternehmen und die Region auszubilden und vielen jungen Menschen eine Chance zu geben.“ 

Diejenigen, die Julius Klinke noch nicht als Ausbildungsbetrieb im Visier hatten, macht der Unternehmer wieder mit großflächigen, außergewöhnlichen Plakaten auf die Firma aufmerksam: Unter anderem am Neuenrader Ortseingang blickt dem Betrachter ein großer Rehbock direkt in die Augen. „Bock auf Weltmarktführer?“ lautet die kreative Unterschrift. Eigentlich hatte Alexander Klinke ein ganz anderes Motiv vor Augen. Doch das von ihm erstellte Werbeplakat kam bei seinen eigenen Kindern Geraldine (26 Jahre) und Julius (25 Jahre) nicht gut an. „Zu altbacken“, befanden die jungen Erwachsenen – und hatten innerhalb einer Stunde die „Bock-Version“ fertig gestellt. Alexander Klinke: „Mir war sofort klar: Das ist es.“

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