Hoffnung auf die Nach-Corona-Zeit

Kampf gegen Leerstände: „Standort Erste Straße nicht aufgeben“

An der Ersten Straße gibt mehr als den einen oder anderen Leerstand.
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An der Ersten Straße gibt mehr als den einen oder anderen Leerstand.

Unterm Strich klingt schon Optimismus durch, wenn Neuenrades Quartiermanagerin Denise Hilgenböker sich darüber freut, dass sie für die Aktion Stadtradeln 25 Teilnehmer – davon der Großteil aus dem Bereich Einzelhandel – beisammen hat.

Auch Klaus Filter, Inhaber des gleichnamigen Einzelhandels- und Handwerksbetriebs, sieht persönlich und auch nach Rücksprache mit einigen Kollegen nach der schlimmen Corona-Pause Licht am Horizont. Es sei bei den meisten doch ganz gut wieder angelaufen.

„Hoffen wir, dass unsere Geschäfte auch geöffnet bleiben können“, so Filter. Falls nicht, hat er arge Bedenken, ob das dann einige noch überstehen würden. „Wenn die noch einmal alles runterfahren, dann wäre das für einige extrem bitter. Einige sind schon an ihre Grenzen gegangen.“ Der Lockdown habe bis auf wenige Ausnahmen dem Einzelhandel sehr weh getan. Nicht jeder habe wie er die fehlende Kundenfrequenz durch Lieferdienst ein wenig kompensieren können. Dass nun demnächst der neue Aldi-Markt an der Niederheide ein Frequenzbringer in der Innenstadt sei und dass Lidl modernisiert – das ist für Klaus Filter nichts, was dem kleinen Einzelhändler großartig helfe. Zwar blieben die Aldi-Käufer dann in Neuenrade, ob sie aber auch die kleinen Einzelhändler besuchen, wagt er nicht zu prognostizieren. Aldi sei ja schließlich auch Konkurrenz. Dort würden auch Fernseher oder Schulhefte verkauft.

Corona-Folgen „werden sich noch viele Jahre auswirken“

Und überhaupt: Dass die Discounter während der Lockdown-Phasen auch weiter andere Dinge als Lebensmittel hätten verkaufen dürfen, sei ein riesiger Nachteil für den kleinteiligen Einzelhandel gewesen und habe viele „sehr geärgert“. Zudem befürchtet Filter, dass der Onlinehandel während des Lockdowns zusätzlich Kundschaft entzogen habe. Deshalb befürchtet er, dass sich „die Folgen von Corona noch viele Jahre auswirken“ werden.

Das Hönne-Med-Center: Hier ist das Quartiermanagement in Kontakt mit dem Vermieter, um neue Mieter zu vermitteln.

Umso mehr freut er sich, dass die Quartiermanager ihre Arbeit machen und dass das Stadtmarketing aktiv ist, um den Einzelhandel zu unterstützen. Traurig findet Filter allerdings nach wie vor die vielen Leerstände. Zudem fehlen ihm Bekleidungs- und Sportgeschäfte in Neuenrade.

Gespräche laufen bereits

Die Quartiermanager kümmern sich jedenfalls. Konkret sind sie mit Hönne-Med-Center-Betreiber und Vermieter Fritz-Dieter Hillecke im Gespräch, um nach Lösungen für die Leerstände im Ärztehaus an der Werdohler Straße zu suchen. Derzeit würden erste Konzepte und Geschäftsmodelle geprüft. Man sei im Gespräch, man versuche, gezielt zu vermitteln, sagte Hilgenböker.

Dabei gibt es auch Rückschläge. Einen großen Einzelhändler habe man kontaktiert – der habe aber abgewunken. „Wir bleiben da am Ball“, versprach Hilgenböker. Die Rahmenbedingungen seien ja nicht schlecht, Parkmöglichkeiten vorhanden. Man sei aber kein Maklerbüro, sondern vermittle und unterstütze nicht nur an der Werdohler Straße. Sie verwies dabei auf den Verfügungsfond.

Kataster wird aktualisiert

Das Quartiermanagement verfügt über ein laufend aktualisiertes Einzelhandelskataster Neuenrades. Und trotz einiger Leerstände entlang der Ersten Straße betonte Hilgenböker, dass das Quartiermanagement „die Erste Straße als Einzelhandelsstandort nicht aufgeben“ wolle.

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