Kampf gegen den Diebstahl

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Nur noch die Pfosten blieben. Dreiste Diebe schrauben vierfarbige Sichtschutzwände ab. ▪

NEUENRADE ▪ Manche Diebstähle erscheinen absurd: So fragte man sich bei Arens und Hilgert, was die Diebe mit fünf farblich sehr unterschiedlich Sichtschutzwänden aus Holz wohl anfangen wollen.

Sie sind vom Gelände am Eingangsbereich des Baumarktes verschwunden. Der Diebstahl muss in der Zeit von Samstagabend 19 Uhr bis Sonntagmorgen 8 Uhr passiert sein. Der stellvertretende Marktleiter Reimund Klöwer vermutet, dass die Diebe die Wände den kleinen Hang hinauf geschleppt und dann abtransportiert haben. Möglicherweise sind aus Richtung Roder Weg gekommen. Jetzt hofft man bei Arens & Hilgert, dass jemand die Auffällige Aktion beobachtet hat. Der Schaden liegt bei rund 600 Euro.

Dieser Diebstahl ist nur symptomatisch für ein Problem, mit dem man in dem Baumarkt zu kämpfen hat. Es gibt reichlich Diebstähle. Und eine Besonderheit ist Klöwer aufgefallen: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind unter den Dieben. Und Klöwer ist erstaunt über deren Verhalten. Für einige scheint die Prozedur mit der Anzeige Routine zu sein. Sie würden sich cool und unbeteiligt geben. „Als wenn es nicht zum ersten Mal wäre“. Geklaut wird jedoch von allen Altersgruppen. Es gebe auch 80-Jährige unter den Dieben. Auch das Einkommen oder der Status spiele keine Rolle. Da sei der Hilfeempfänger genauso dabei wie der angesehene Bürger. „Da gibt es zuweilen sogar persönliche Enttäuschungen“, berichtet Klöwer. Eine Regel für besonders beliebte Beute gibt es nach Ansicht von Klöwer nicht.

Grundsätzlich setzt man beim Neuenrader Baumarktauch auf Abschreckung. Dazu dienen Kameras und gelegentlich veröffentlichte Fotos. Die Kameras überwachen Teile des Parkplatzes und die Verkaufsräume. Da wird dann auch mancher erwischt, der heimlich an einer vermeintlich unbeobachteten Ecke das Diebesgut aus der Verpackung löst. Immer wieder finden die Verkäuferinnen Leerverpackungen. Die kommen dann in die „Diebstahlkiste“, werden mit einem Funddatum versehen. Dann schauen Klöwer und Co im Filmarchiv nach, können den oder die Diebe gegebenenfalls identifizieren. Manche sind besonders dreist. Klöwer berichtet von einer Familie, die ihr Kleinkind im Kinderwagen sozusagen als Diebesgutversteck missbraucht habe. Neben dem Kleinkind unter der Decke hätten die diebischen Begleiter die Waren versteckt. ▪ Peter von der Beck

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