Idee könnte Nachahmer finden

Kampf gegen Coronavirus: Restaurant im MK setzt auf Raumluftreinigung

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Das Team des Restaurants Ikarus fühlt sich wohler, seit der Raumluftreiniger mit Virenfilter im Einsatz ist. Lüften ist nicht mehr erforderlich.

Neuenrade – „Die Verunsicherung in der Corona-Pandemie wird jeden Tag größer. Wir möchten unseren Gästen möglichst viel Sicherheit bieten – und haben uns deshalb für den Raumluftreiniger mit Virenfilter entschieden“, erklärt Jürgen Echterhage.

Der Geschäftsführer der E-Holding, die das Restaurant Ikarus am Küntroper Flugplatz gepachtet hat, ist sicher, mit dem Kauf des 4500 Euro teuren Gerätes der Firma Trotec eine gute Investition getätigt zu haben. 

Nach Angaben des Unternehmens – das seinen Sitz übrigens im ersten deutschen Corona-Hotspot Heinsberg hat – filtert das Gerät Coronaviren zu 99,975 Prozent aus der Luft heraus. „Die Luft im Gastraum wir drei Mal stündlich umgewälzt, die Viren werden in dem Gerät thermisch vernichtet“, erläuterte Echterhage die Funktions des Virenfilters. Die Wirksamkeit sei nach entsprechenden Untersuchungen durch die Universität der Bundeswehr München bestätigt worden. 

Schnelle Durchlüften im Ikarus nicht möglich

Besonders im Restaurant Ikarus sei der Einsatz des Gerätes sinnvoll. „Im Gegensatz zu unserem Restaurant Karl gibt es hier keine gegenüberliegenden Türen, die ein schnelles Durchlüften ermöglichen würden“, beschreibt der Neuenrader Geschäftsmann. Eine ständig geöffnete Tür könne man den Gästen nicht zumuten, und das sei nun auch nicht mehr notwendig. „Die Gefahr einer Corona-Infektion ist in unseren Räumen jetzt äußerst gering.“ Die üblichen Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Verlassen des Sitzplatzes im Restaurant gelten natürlich weiterhin. 

Jürgen Echterhage könnte sich vorstellen, dass sein Kauf in der Hönnestadt und darüber hinaus Nachahmer findet. „Diese Geräte gibt es in verschiedenen Größen. Sie könnten für viele Gastronomiebetriebe eine Lösung sein.“ Und nicht nur das: Auch den Einsatz in den Schulen hält der Geschäftsmann für eine gute Idee. Nach seiner Rechnung müsste das Land etwa 150 Millionen Euro investieren, um durchschnittlich jeweils zehn Klassen in den circa 5500 allgemeinbildenden Schulen mit den Virenfiltern auszustatten. Echterhage: „Aktuell wird so viel Geld ausgegeben – an dieser Stelle wäre es gut angelegt. Zumal man damit auch die deutsche Wirtschaft beleben könnten. Das wäre effektiver als die Prämie für Elektroautos.“ 

Weihnachts- und Familienfeiern könnten jetzt angemeldet werden

Jürgen Echterhage hält es angesichts der steigenden Infektionszahlen für extrem wichtig, „dass die Gäste Vertrauen haben können, wenn sie einen gastronomischen Betrieb besuchen.“ Das gelte insbesondere mit Blick auf bevorstehende Adventszeit – und die Planung von Weihnachts- und Familienfeiern, die in den Restaurants Ikarus und Karl jetzt angemeldet werden könnten. „Allerdings können wir natürlich nicht garantieren, ob diese Feiern dann auch tatsächlich durchgeführt werden können. Das hängt von den aktuellen Verordnungen ab.“ 

Dass sich diese ausschließlich an aktuellen statistischen Zahlen orientieren würden, kritisiert der Geschäftsmann. „Die Gesundheitsämter vor Ort können die Situation viel besser beurteilen. Sie müssten entscheiden dürfen, was machbar ist und was nicht.“ Echterhage wünscht sich das „richtige Augenmaß“ – entscheidend sei doch letztlich, ob es möglich ist, das jeweilige Infektionsgeschehen einzugrenzen. Das sei kürzlich in Neuenrade der Fall gewesen. Deshalb könne er auch nicht verstehen, dass die städtische Kulturveranstaltung im Kaisergarten abgesagt worden sei.

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