Groke hilft der Stadt

Kaisergarten: Suche nach Pächter geht weiter, Betrieb dennoch gesichert

Engelbert Groke in seiner Küche im Kaisergarten. Seit mehr als 15 Jahren ist er mittlerweile Pächter dieser Immobilie. Der Stadt hat er jetzt zugesagt weiterzumachen, bis ein Nachfolger gefunden ist.
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Engelbert Groke in seiner Küche im Kaisergarten. Seit mehr als 15 Jahren ist er mittlerweile Pächter dieser Immobilie. Der Stadt hat er jetzt zugesagt weiterzumachen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Eigentlich wäre der Pachtvertrag der Stadt mit Engelbert Groke für das Hotel-Restaurant Kaisergarten per Ablauf April beendet. Doch der Pächter erklärt sich bereit, zunächst weiterzumachen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Das erklärte Engelbert Groke auf Nachfrage. Da komme er der Stadt entgegen.

Wie weit die Suche nach einem Nachfolger gediehen ist, bleibt bislang unklar. Gerhard Schumacher, Kämmerer der Stadt und auch einer der beiden Geschäftsführer der städtischen Kaisergarten GmbH, sagte dazu auf Nachfrage nur, dass es Gespräche gegeben habe. Er verwies auf die kommende Woche, dann finde eine Aufsichtsratssitzung der Kaisergarten GmbH statt. Erst danach könne die Öffentlichkeit über den weiteren Verlauf oder etwaige Ergebnisse informiert werden.

Es gibt Interessenten

Bisher bekannt ist, dass sich der eine oder andere Interessent – zum Beispiel aus dem Lüdenscheider Raum, mit Know-how auch in Sachen Großveranstaltungen in Sälen – nach dem Kaisergarten erkundigt hatte. Doch die Bemühungen von Geschäftsführung und Aufsichtsrat, einen Nachfolger für Groke zu finden, waren bislang nicht von Erfolg gekrönt.

Kriterien aus Sicht der Kaisergarten GmbH waren vor allem Herzblut, Fachkompetenz und eine langfristige Vertragsbindung. So zumindest äußerte man sich im vergangenen Jahr. Der Kaisergarten gehört der Kaisergarten GmbH, die wiederum eine 100-prozentige Tochter der Stadt ist.

Pandemielage vereinfacht die Suche nicht

Die Corona-Pandemie vereinfacht nicht gerade die Suche nach Nachfolgern in einer durchaus schwierigen Branche. Schumacher sagte 2020 bei der Vertragsverlängerung mit dem Ehepaar Groke: „Wir sind froh, dass wir die Übergangslösung für ein Jahr gefunden haben. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Pächter zum Wohle der Kaisergarten GmbH noch einmal einen Vertrag unterschreibt.“

Für den 61-jährigen Groke war der körperliche Aspekt der Grund dafür, dass er nach 15 Jahren den Vertrag ursprünglich zum 30. April 2020 auslaufen lassen wollte. Saal, Restaurant und Hotel – das sei viel Arbeit.

Veranstaltungsort ohne große Konkurrenz

Der Kaisergarten hat einen guten Ruf: Als Veranstaltungsort mit Bühne inklusive moderner Technik, als Ort der Kultur und auch als Ort des guten, bürgerlichen Essens. 18 Hotelzimmer sind ein zusätzliches Plus. Unterm Strich ein Objekt, das in der Region so kaum zu finden ist.

Der Kaisergarten hat seine Geschichte. Erst 1967 war der Kaisergarten-Saal erbaut worden und musste 2004 abgerissen werden. Ein neuer Saal wurde gebaut und im Mai 2005 eingeweiht. „Um die erheblichen finanziellen Mittel aufzubringen, die für diesen Neubau erforderlich waren und die die Stadt Neuenrade nicht aufbringen konnte, leisteten die Verantwortlichen einen einmaligen Kraftakt“, heißt es auf der Homepage der Stadt. Das Vermögen Kaisergarten wurde demnach in die Kaisergarten GmbH ausgegliedert. Danach habe man Bürger, Unternehmen und Institutionen gewonnen, die bereit waren, das ehrgeizige Projekt durch Geld- und Sachmittel zu unterstützen.

Veranstaltungssaal mit 530 Plätzen

Die Stadt Neuenrade verfügt seitdem über einen modernen Veranstaltungssaal mit angegliedertem Restaurant und Hotel. 530 Plätze hat der Saal, die Bühne ist 20 mal 25 Meter. Der Saal wird hauptsächlich für Kulturveranstaltungen der Stadt genutzt. Ungemach gab es zwischendurch: Schon 2016 musste das Dach des Kaisergartens saniert werden: Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 370 000 Euro netto.

Die aktuelle Bilanz der Kaisergarten GmbH stammt aus dem Jahr 2019, also noch aus der Vor-Corona-Zeit. Da verzeichnete man immerhin Umsatzerlöse in Höhe von 105 000 Euro und betriebliche Erträge in Höhe von 9 400 Euro. Die Sachanlagen mit Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten plus Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung summierten sich in der Bilanz 2019 auf rund 2,5 Millionen Euro. Die Kapitalrücklage – von außen eingebracht, in der Regel von Gesellschaftern – betrug am Ende des Jahres noch 194 000 Euro. Rund 57 000 Euro sind dabei eingerechnet, die 2019 entnommen wurden. Die GmbH weist für 2019 einen Bilanzverlust in Höhe von 29 000 Euro aus. Es gibt auch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von rund 500 000 Euro in dem Jahr, die kontinuierlich abgebaut werden. Auch ein Guthaben in Höhe von knapp 248 000 Euro bei Kreditinstituten besteht.

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