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Kulturtempel im MK: Neuer Pächter macht Rückzieher

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Von: Peter von der Beck

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Im Oktober vergangenen Jahres waren alle Beteiligten – Kaisergarten-Geschäftsführer Gerhard Schumacher, Pächter Engelbert Groke, Sebastian Holy und Bürgermeister Antonius Wiesemann – noch guter Dinge.
Im Oktober vergangenen Jahres waren alle Beteiligten – Kaisergarten-Geschäftsführer Gerhard Schumacher, Pächter Engelbert Groke, Sebastian Holy und Bürgermeister Antonius Wiesemann – noch guter Dinge. © von der Beck, Peter

Sebastian Holy will nicht mehr Pächter des Kaisergarten in Neuenrade werden. Das bestätigte der Gastronom in einem Telefonat mit der Redaktion. Die Stadt ist über die Nachricht alles andere als erfreut, denn sie wollte groß in die Immobilie investieren.

Auch Engelbert Groke, Noch-Pächter des gastronomischen Vorzeigebetriebs und des Neuenrader Kulturtempels, bestätigt, dass sein potenzieller Nachfolger nicht mehr antreten wolle. Holy sagte, dass es schwerwiegende persönliche und private Gründe, aber auch die Corona-Situation und drohende personelle Probleme in der Branche seien, die zu seinem Rückzug geführt hätten. Nun suche er jemanden, der einspringe. Holy, der zum 1. Mai übernehmen sollte, betonte, dass es eben auch noch weitere Gespräche mit der Stadt geben müsse.

Marcus Henninger, einer der Geschäftsführer der Kaisegarten GmbH, ließ durchblicken, dass man nicht erfreut über diese Situation sei und sagte dazu: „Wir sind im Gespräch mit anderen Interessenten.“ Und wichtig war ihm der Hinweis: „Gebuchte Veranstaltungen sind safe.“ Das sei auch dem Ehepaar Groke zu verdanken.

Kaisergarten ein „attraktives Objekt“

Henninger sagte, es gehe nun darum, eine Lösung zu finden. Er sei sicher, dass man auch in der jetzt sicher nicht einfachen Situation für die Gastronomiebranche jemanden finde. Bei dem Kaisergarten handele es sich um ein attraktives Objekt. Wer hier einsteige, könne sich auf drei Standbeine stützen: „Restaurant, Hotel und Veranstaltungen.“

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) sagte: „Wir wollen jetzt nach vorne schauen, wir sind nach allen Seiten offen. Wir gucken jetzt, wie es weitergeht.“ Das Stadtoberhaupt betonte: „Der Kaisergarten ist für uns eine wichtige Konstellation und wir sind sehr bemüht, eine Lösung zu finden.“

Veranstaltungssaal für bis zu 500 Personen

Der Kaisergarten ist ein Objekt mit Alleinstellungsmerkmal. Tatsächlich hat der Kaisergarten mit seinem großen Veranstaltungssaal für bis zu 500 Personen, mit Bühne und moderner Bühnentechnik kaum Konkurrenz. Zudem hat er sich als Kulturtempel etabliert, der inzwischen für Theater, Musik- und Showveranstaltungen ein Begriff in der Region geworden ist.

Im Oktober hatte die Stadt Neuenrade – die Kaisergarten GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Neuenrade nach langer Suche den erfahrenen Gastronomen Sebastian Holy als Pächter gefunden. Er stammt ursprünglich aus Neuenrade, hatte ein Konzept, Vorstellungen für das Restaurant und den Veranstaltungsbereich und sollte zum 1. Mai übernehmen. Klare Sache, dass zuvor noch ordentlich investiert werden sollte. Unter anderem sollten der Restaurantbereich komplett erneuert werden. Und auf jeden Fall sollte es eine neue Fassade geben und auch der Treppenbereich sollte renoviert werden.

Renovierungsarbeiten sollen trotzdem stattfinden

Auch ohne Sebastian Holy wird es nun Renovierungen geben, „die für jeden erkennbar sind“, sagte Marcus Henninger. Auch würden viele andere Dinge in Angriff genommen. Besondere Investitionen würden allerdings dann in Absprache mit dem neuen Pächter erfolgen. Da komme es ja auch auf das vorliegende Konzept an. Zudem sei es auch eine Geschmacksfrage.

Nun bleibt die weitere Entwicklung für den Kaisergarten abzuwarten: Bis 30. März läuft noch der Pachtvertrag mit dem Ehepaar Groke, die zuvor zweimal gebeten worden waren, den Pachtvertrag zu verlängern.

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