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Kaisergarten hat neuen Pächter: So kam es zur überraschenden Entscheidung

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Von: Peter von der Beck

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Der Kaisergartenkomplex ist groß: Der linke Gebäudetrakt enthält das Restaurant, der mittlere Teil ist der Hotelbereich und der mehr als 500 Personen fassende Kaisergartensaal ist rechts.
Der Kaisergartenkomplex ist groß: Der linke Gebäudetrakt enthält das Restaurant, der mittlere Teil ist der Hotelbereich und der mehr als 500 Personen fassende Kaisergartensaal ist rechts. © von der Beck, Peter

Der Kaisergarten hat einen neuen Pächter. Am Donnerstag teilte die Stadt Neuenrade im Rahmen einer abgestimmten Presseerklärung mit, dass die Xpion GmbH, eine Tochter der Goeke-Group, den Kaisergarten pachten wird.

Beide Seiten seien sich grundsätzlich einig geworden, heißt es in der Mitteilung. Nun müsse der Aufsichtsrat noch zustimmen, zudem gelte es noch Vertragsdetails auszuhandeln. Mitte Mai werde das Unternehmen den Kaisergarten als Pächter übernehmen. „Modernisierungsarbeiten sind für die Sommerferien 2022 geplant“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Vorausgegangen waren mehrere Gespräche der beiden Geschäftsführer der Kaisergarten GmbH, Gerhard Schumacher und Marcus Henninger, sowie Bürgermeister Wiesemann mit der Xpion GmbH unter Federführung von Matthias Goeke.

Bewährte Kräfte und neues Personal

Dem Neuenrader Unternehmen der Goeke-Group sei es gelungen, neben der Übernahme von bewährten Kräften auch neues fachkundiges Personal zu gewinnen. So sei es gewährleistet, dass der Betrieb erfolgreich weitergeführt werden kann. „Nach Abschluss der weiteren Gespräche, sowie Beratung und Beschlussfassung im Aufsichtsrat der Kaisergarten GmbH ist vorgesehen, im April einen Pachtvertrag zu schließen.“ Bei der Stadt Neuenrade freut man sich, „in schwierigen Zeiten für die künftigen Jahre einen neuen Pächter gefunden zu haben, der mit einem erfolgversprechenden Konzept die gute Stube von Neuenrade weiterführen möchte.“

Von Matthias Goeke, Geschäftsführer des international aufgestellten Unternehmens mit gut 300 Mitarbeiter, war am Freitag keine Stellungnahme zu bekommen. Der viel beschäftigte Unternehmer ist auf Geschäftsreise im Ausland und fand kein ausreichendes Zeitfenster.

Gastronomie nicht Kerngeschäft der Goeke-Group

Gastronomie ist dabei nicht unbedingt das Kerngeschäft der Goeke-Group. Hier befasst man sich in erster Linie mit Hochtechnologie, mit komplexen und sehr individuellen Automatisierungsanlagen. Alle Aktivitäten der Unternehmensgruppe werden vom erbauten Technologiezentrum in Neuenrade zentral gesteuert. Die Xpion GmbH gehört eben zur Gruppe und siedelt sich in dem Umfeld an. „Kommunikation 4.0 und bietet das volle Leistungsspektrum von klassischer Werbung, modernem Onlinemarketing, anspruchsvoller Bild- und Videoproduktion sowie bewegender Technologielösungen. Man sei gut darin, innovativ „Brand Experiences zu schaffen und Marken erfahrbar zu machen“.

Matthias Goeke, Geschäftsführer der Goeke-Group zur der auch die Xpion GmbH gehört.
Matthias Goeke, Geschäftsführer der Goeke-Group zur der auch die Xpion GmbH gehört. © Peter von der Beck

Gerhard Schumacher verriet von der neuen Konzeption des Kaisergarten immerhin soviel, dass in Sachen Restaurant Bewährtes im Grundsatz beibehalten werden soll. „Es wir aber eine neue Speisekarte geben.“ Der Hotelbereich werde sicher durch ein entsprechendes Marketing weiter ausgebaut und was die Veranstaltungen anbelangt, so werde man wohl – über die städtischen Kulturveranstaltungen hinaus – das Angebot erweitern, sagte Schumacher. Matthias Goeke liege daran, dass es gut weitergehe.

Erster Versuch mit neuem Pächter scheiterte

Einstweilen betreibt immer noch das Ehepaar Groke das Hotelrestaurant und hat es gut durch die Coronazeit gebracht. Die Grokes wollten nach 15 Jahren eigentlich schon im Frühjahr 2020 aufhören und nicht verlängern. Die Stadt – die Kaisergarten GmbH ist eine 100-prozentige Tochter – musste einen Nachfolger suchen. Das gelang nicht und Engelbert Groke erklärte sich bereit zunächst weiter zu machen. Doch erst im Herbst 2021 glaubte man, einen Pächter gefunden zu haben.

Der Gastronom Sebastian Holy hatte unterschrieben. Doch er musste sich aus persönlichen Gründen wieder zurückziehen. Eine erneute Suche begann. Jetzt ergibt sich diese eher unerwartete Lösung.

Kaisergarten hat einen guten Ruf

Der Kaisergarten hat einen guten Ruf: Als Veranstaltungsort mit Bühne, als Hort der Kultur und auch als Ort des guten, bürgerlichen Essens. 18 Hotelzimmer sind ein zusätzliches Plus. Unterm Strich ein Alleinstellungsmerkmal.

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