Kälte lähmt Gertrüdchen

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Der Besucherandrang hielt sich auch am Sonntag auf dem Kirmesplatz in Grenzen.

Neuenrade - Wo es warm und kuschelig war – dort hielten sich die Gertrüdchengäste auf: Das Wiener Café im Neri-Haus war bestens besucht und reges Treiben herrschte auch beim Trödel- und beim Büchermarkt.

Doch auf dem Festplatz und bei der Budenstadt hielt sich der Publikumsandrang in Grenzen. Vor allem am Samstag war es mehr als mau. Sabine Rogoli und Debora Carbone hatten von den Händlern und Schaustellern am Samstag nichts Gutes gehört. Manch einer ahnte das schlechte Geschäft und war trotz Vorkasse gar nicht erst angereist, um den Verlust möglichst niedrig zu halten. So gab es durchaus größere Lücken bei der Budenstadt.

 Tapfer hielt es das Team der MK-Fellnasen aus Rönsahl aus, die mit Tierfutter und Zubehör in der Budenstadt vertreten waren. Auch sie sahen ihre Felle davonschwimmen. Einzig ein Großauftrag hätte das schlechte Ergebnis herausreißen können, hieß es von den Standbesitzern. Nicht viel besser erging es dem benachbarten Standbetreiber, der unter anderem mit T-Shirts handelte. „Zu wenig Publikum“ war auch sein Fazit an dem Sonntag.

Treue Gertrüdchen-Besucher gab es dennoch: Der Balver Christian Fröndt mit Familie. „Es ist wie jedes Jahr. Wir gehen einmal drüber schauen und essen was, dann geht es wieder nach Hause.“

Auch wenn vergleichsweise wenig Publikum da war, so hatten Debora Carbone und Sabine Rogoli wie immer gut zu tun. Die beiden städtischen Mitarbeiter deckten die gesamte Palette ab: Angefangen bei Jugendschutzkontrollen über Beaufsichtigung diverser Abläufe bis hin zu Unterstützung der Händler.

Der Gertrüdchensonntag

Zu beanstanden gab es bei den Kontrollen den einen oder anderen 14-Jährigen mit Bier in der Hand („Ausschütten!“), das war es aber auch. Gertrüdchen bedeutet für Rogoli und Carbone: Spät ins Bett (1 Uhr) und früh aufstehen (5 Uhr). Dass die beiden ab Montag erst einmal Urlaub haben, das versteht sich quasi von selbst.

Trubelig ging es am Sonntag dann an der Bahnhofstraße zu. Es war ein ungewohnter Anblick, dort so viele Menschen flanieren zu sehen. Ein Großteil bog dann in den Trödelladen Der CDU Frauen Union ab um dort ein wenig zu stöbern: Einiges war dabei schon am Samstag verkauft worden, viel Hausrat wurde an Einwanderer oder Wohngemeinschaftsbewohner wie angehende Studenten verkauft, berichtete Dagmar Schlesinger.

Aufbewahrt wird nichts: Was übrig bleibe, werde gespendet. Gut lief es auch beim Bücher- und Medientrödel im ehemaligen Ladenlokal des Stoffgeschäfts Adler. Karsten Sprawe, einer der ehrenamtlichen Verkäufer, war hier durchaus zufrieden. Die Menschen würden ihre Liebe zu den schwarzen Vinylscheiben wohl wieder entdecken. Dabei sei das Interesse am Schlager groß. Er berichteten von Sammlern, die ihre Juke-Box mit Singles bestücken wollten. Auch Bücher gingen gut: So mancher deckte sich hier mit Lesestoff ein.

Übrigens: Wer seine Ruhe haben wollte, der konnte in der katholischen Kirche ein paar ruhige Minuten verbringen: Die Kirche war geöffnet.

Von Peter von der Beck

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