K12-Sperrung ist ein interkommunales Ärgernis

Olaf Jordan. - Foto: v. d. Beck

Küntrop/Garbeck - Es ist ein interkommunales Ärgernis für Garbecker und Neuenrader. Denn, wer in Neuenrade wohnt und im Garbecker Industriegebiet Braukessiepen arbeitet, hat schlechte Karten. Wer an seinen Arbeitsplatz dort gelangen will, muss wegen des Ausbaus der K12 einen Umweg und zehn Minuten mehr Fahrtzeit pro Strecke aufwenden.

Das bedeutet jede Menge mehr Sprit und Verschleiß am Fahrzeug. Doch nicht nur die Neuenrader/Garbecker Pendler zwischen den Ortsteilen leiden. Auch Geschäftsleute beklagen Einbußen. Der große Fitnesstreff im Brauckessiepen muss hinnehmen, dass Küntroper oder Neuenrader Kunden, die sonst in der Mittagspause schnell in den Fitnesstreff fuhren, inzwischen ihre Verträge ruhen lassen oder gar kündigen. Auch Bei Captain Curry merkt man, was eine intakte Infrastruktur Wert ist. Inhaber Olaf Jordan beziffert den Umsatzrückgang auf 25 bis 30 Prozent. Denn all jene aus dem Küntroper Industriegebiet, die gerne was Hausgemachtes bei ihm essen, bleiben nun weg, weil die Zeit nicht mehr reicht. Zu groß ist der Umweg. Dabei war es offenbar noch einigermaßen erträglich, als das „Vierknie“, ein Verbindungsweg zwischen B229 und dem Garbecker Industriegebiet noch offen war. Doch dieser Wirtschaftsweg, der je zur Hälfte Neuenrade und Balve gehört, ist nun für jeglichen Verkehr gesperrt worden, weil er für das plötzliche Mehraufkommen an Verkehr nicht ausgelegt ist.

Inzwischen gibt es eine von Life initiierte Unterschriftenaktion bei der sich hunderte Betroffene für eine erneute Öffnung des Vierknie aussprechen. Rund 250 Unterschriften hat man bei Life (Familie Krüger) gesammelt, rund 160 Unterschriften wurden bei Firmen eingesammelt und jede Menge Unterschriften liegen auch bei Captain Curry aus.

Bernhard Peters, FWG-Mitglied und Bürgermeisterkandidat und Kunde beim Fitnesstudio Life engagiert sich jedenfalls in der Angelegenheit. Er hat mit den Verwaltungsfachleuten der beiden betroffenen Kommunen gesprochen. Auch hat die FWG beim Märkischen Kreis die Forderung eingereicht, die Straße als Einbahnstraße in Richtung Braukessiepen zu beschildern und für den LKW-Verkehr ganz zu sperren. Das würde „die riesigen Umwege“ für die aus Richtung Neuenrade kommenden Autofahrer reduzieren“, teilt die FWG mit.

Wie dem auch sei: Die Strecke bis zur Einmündung Vierknie beträgt von Küntrop aus knapp drei Kilometer und von dort über Langenholthausen bis ins Garbecker Industriegebiet sind es noch einmal rund sechs Kilometer – je nachdem, ob man die „Bauernautobahn“ nutzt. Der zusätzliche Zeitaufwand für den gesamten Umweg beträgt gut sieben Minuten mehr pro Strecke. Ob die erneute Öffnung des Vierknies nebst Ausbauaufwand (Schotter auf die Bankette) die Zeitersparnis rechtfertigt, ist unter Fachleuten umstritten. Es gibt nun eine Stellungsnahme der Neuenrader Verwaltung. Demnach hat man grundsätzlich nichts gegen eine Einbahnstraßenregelung, habe aber nicht das nötige Geld für den dann nötigen Ausbau.

Wie Bernhard Peters mitteilte, will die Straßenverkehrsbehörde beim Märkischen Kreis nun ein Anhörungverfahren einleiten. Für einen Stellungnahme war beim Märkischen Kreis kein zuständiger Mitarbeiter erreichbar.

- Von Peter von der Beck

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