Jugendfeuerwehr besucht Chemiker Dr. Scheffler

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Dr. Olaf Scheffler klärte über Gefahrenstoffe auf.

NEUENRADE - Unfälle mit Chemikalien bergen große Risiken, die sogar lebensbedrohlich werden können. Um die Mitglieder der Neuenrader Jugendfeuerwehr aufzuklären, stattete der Nachwuchs am Mittwoch einem promovierten Chemiker einen Besuch im Betriebslabor von Muschert und Gierse ab.

Dr. Olaf Scheffler steht der Neuenrader Feuerwehr als technischer Berater für den Bereich Chemie zur Seite, ist gleichzeitig Mitglied der Feuerwehr und rückt mit aus, sobald ein Unfall mit Chemikalien passiert ist.

Als übergeordnetes Thema hatte sich Dr. Scheffler die Säuren und Laugen ausgesucht und informierte die Jugendlichen zudem über mögliche Folgen, wenn zusätzlich Oxidationsmittel im Spiel sind. Zum Einstieg klärte der Chemiker über den grundsätzlichen Zusammenhang anhand des ph-Wertes auf. Unter Zugabe eines Metalls reagiere eine Säure unter Freisetzung von Wasserstoff – einem brennbaren, geruchs- und farblosen Gas. Sollte so etwas im Rahmen eines Unfalls geschehen, bestehe Explosionsgefahr, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sei, erklärte Dr. Scheffler. Genauso gefährlich sei es, wenn man Wasser zu einer Säure hinzugegeben würde. Weil die Reaktion Wärme freisetzt, könne die Säure spritzen und zu ernsthaften Verätzungen führen.

Der richtig Umgang mit Gefahrenstoffen sei gerade für Feuerwehrmänner am Einsatzort immens wichtig. Deshalb hatte der Chemiker ein paar Experimente vorbereitet, die zu einem gewissen „Aha-Erlebnis“ führen sollten.

Zu diesem Zweck entfachte er einen Labor-Vulkan, inszenierte Mini-Explosionen unter Wasser, ließ „kaltes“ Licht in einer Lösung erscheinen oder ganz simpel: das Ersticken einer Flamme mit Hilfe von Kohlendioxid. Kohlendioxid ersticke nicht nur die Flamme, sie könne auch Menschen „die Luft zum Atmen“ rauben und zu Erstickungen führen, versuchte er die Jugendlichen für die Gafahr, die von diesem alltäglichen „Abfallprodukt“ einer Oxidation beziehungsweise Verbrennung ausgeht, zu senibilisieren.

Sobald das experimentelle Risiko anstieg, griff Dr. Olaf Scheffler zu Handschuhen, Schutzbrille und führte die Reaktionen unter einem Abzug aus. Dabei kamen minimalste Mengen der Stoffe zum Einsatz. Die Reaktionen fielen aber teils so heftig aus, dass sich die Jugendlichen ausmalen dürften, was passiert, wenn im Rahmen eines Chemieunfalls Lastwagenladungen miteinander reagieren. Mit Sicherheit hat die Jugendfeuerwehr dem Chemiker nicht zum letzten Mal auf die Finger geschaut.

Von Markus Jentzsch

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