Jugendarbeit: Neue Zeiten brechen an

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Bürgermeister Antonius Wiesemann und die Diplom Sozialpädagoginnen Ann-Kristin Berg (links) und Nadine Kaufmann.

Neuenrade - Nun geht es weiter voran mit der Jugendarbeit in Neuenrade. Zumindest war das der Eindruck nach dem Runden Tisch zum Thema offene Kinder- und Jugendarbeit, der am Dienstag im Jugendzentrum tagte. Auch die zweite Stelle ist nun seit gut vier Wochen besetzt.

 Nadine Kaufmann ist neu hinzugekommen. Die 33-Jährige aus Menden ist ebenfalls – wie Ann-Kristin Berg – Diplom-Sozialpädagogin. Die beiden jungen Frauen haben nun die Zügel in der Hand, was die weitere Entwicklung der Jugendarbeit im Neuenrader Jugendzentrum anbelangt. Natürlich gibt es Vorgaben durch Bürgermeister Antonius Wiesemann, der hier auch einen gewissen Rahmen absteckt.

Der Verwaltungsspitze geht es demnach darum, die vielfältigen Kräfte, die in Neuenrade Jugendarbeit machen, zu vernetzen. Diese Kräfte gelte es zu bündeln und Synergien zu schaffen, sagte der Bürgermeister gestern nicht das erste Mal. Wiesmann verbucht diesen Neuanfang schon als Erfolg. Er berichtete von positiven Reaktionen seitens der Eltern, die ihn ansprechen würden. Gute Jugendarbeit ist für ihn zudem ein wichtiger Standortfaktor. Am Ende werde man die Identifikation der jungen Leute mit der Stadt stärken.

Den beiden Sozialpädagoginnen kommt dabei in erster Linie die Aufgabe zu, all die Kräfte zu koordinieren und die Vernetzung anzuleiern. So sollten Vereine mit ihren Jugendabteilungen oder Wolfgang Schulte und das Jugendforum an einem Strang ziehen. Es gilt also reichlich Kontakte zu knüpfen und viele Gespräche zu führen. Ann-Kristin Berg berichtete von der täglichen Arbeit mit den Jugendlichen. Dabei handelt es sich mittlerweile um eine recht große Besucherschar. 40 bis 60 Kinder und Jugendliche kämen regelmäßig pro Öffnungstag. Die Gruppe der Mädchen ist zudem gewachsen, sie hat inzwischen auch einen eigenen Mädchenraum.

Berg riss zudem an, wie die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten funktioniert. Eine Zielvorgabe bei Projekten findet zum Beispiel nicht statt. Projektideen und die Umsetzung – das müsse schon von den Jugendlichen kommen. Sie würden eben begleiten und unterstützen, stünden als Ansprechpartner zur Verfügung, sagte Berg gestern. Diese Vorgehensweise sei höchst wichtig für die Jugendlichen. Kompromissfindung, Absprache, Teamarbeit – all das werde dabei geschult, ließ die Sozialpädagogin durchblicken. Dazu verwies Berg auch auf das Sofa-Projekt der Jugendlichen. Die hatten sich in einer Gemeinschaftsaktion ein Sofa aus Paletten gebaut. Zudem arbeite man nun an den erweiterten Öffnungszeiten, das könne man ja nun ausarbeiten.

Das Thema Mitbestimmung der Jugendlichen auf durchaus offizieller Ebene brachte die SPD durch Thomas Wette aufs Tapet. Ob man das institutionalisieren müsse, fragte er nach. Berg sagte, dass die Meinung der Jugendlichen höchst wichtig sei. Beim Juz entstehe gerade ein eigener Beirat. Das sei alles im Fluss. Aufsuchende Jugendarbeit war ebenfalls Thema: Auch hier gilt es zunächst abzuwarten. Hauptamtsleiter Dierk Rademacher verwies darauf, dass es ab dem kommenden Jahr eine neue Finanzierung geben werde. Dann müsse die Verwaltung schauen, was an Mitteln zur Verfügung stehe.

Klar sei, sagte Rademacher, dass es sicher keine Vollzeitkraft werde. Er betonte zudem, dass es ohne Fachkraft schwierig werde, die Problemfelder mit Jugendlichen in der Stadt anzugreifen. Ulrike Wolfinger (SPD), fragte zudem noch, ob die beiden Jugendarbeiterinnen einen Wunsch an die Politik hätten. Berg sagte: Bisher habe sie immer offene Ohren vorgefunden. „Das darf gerne so bleiben“. Alles neu also rund ums Jugendzentrum. Das soll auch nach außen dokumentiert werden: Es soll von außen ein neues Design bekommen, verkündete Bürgermeister Wiesemann.

Von Peter von der Beck

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