Jürgen Schlotmann bewirtschaftet seinen Betrieb in der siebten Generation

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Schlotmann mit einem noch recht frischen Kälbchen.

Neuenrade - Neuenrader Landwirte präsentieren sich während des Gertrüdchens rund um die Villa am Wall. In einer Serie stellen wir die Höfe vor.

Jürgen Schlotmann ist im Stress. Es ist kurz vor 9 Uhr und seine Tiere haben schon wieder Hunger. Seit 5 Uhr ist er auf den Beinen. Heute gibt es besonders viel zu tun auf dem Bauernhof. Vor 21 Uhr wird er wohl nicht Feierabend machen. „Aber so ist das eben als Landwirt – und ich liebe ja meine Arbeit“, sagt Schlotmann. Auf seinem Hof „Auf der Kracht“ hält er insgesamt 140 Kühe. In der siebten Generation bewirtschaftet er den Betrieb, der nachweislich mindestens seit 1846 im Besitz der Familie ist.

Schlotmanns Tag im Stall beginnt um 5.30 Uhr. Melken steht auf dem Programm. Ungeduldig warten die 60 Milchkühe bereits auf ihn. Die Euter sind voll. Danach steht Kälber tränken und Jungtiere füttern auf dem Programm. Erst danach gibt es für ihn und seinen Vater die erste Pause des Tages – Frühstück. Heute war die Nacht noch ein wenig kürzer als normal. Denn eine Kuh sollte kalben. Mehrmals war er nachts im Stall, um nach dem Rechten zu sehen. Auch für den erfahrenen Landwirt ist eine Geburt jedes Mal ein besonderes Ereignis.

Seinen Beruf möchte er nicht tauschen. Er ist Landwirt aus Leidenschaft – mit all den Nachteilen, die das Leben auf dem Bauernhof so mit sich bringt. Derzeit macht auch ihm besonders der schlechte Milchpreis zu schaffen. Aber er bleibt optimistisch: „Nach schlechten Zeiten kommen auch immer wieder gute Zeiten. Panik hilft niemandem. Ich behalte die Ruhe“, sagt er und schiebt den Kühen eine große Ladung Silage zum Fressen vor.

Aber was treibt einen Mann an, der täglich mehr als 12 Stunden arbeitet, nie richtig frei hat und permanenter Kritik aus der Bevölkerung ausgesetzt ist? „Mir macht die Arbeit mit den Tieren einfach Spaß. Ich freue mich, wenn es ihnen gut geht. Ich bin mein eigener Herr, kann mir meine Arbeit einteilen und mir so Freiräume für meine Kinder schaffen und ich stehe jeden Tag vor neuen Herausforderungen“, sagt er.

Hinzu kommt die Heimatverbundenheit. Wenn er vor seinem Stall steht, die Sonne gerade aufgeht, die Tiere im Stall genüsslich ihre Silage kauen, die Kinder vergnügt zu spielen beginnen, gibt es für Jürgen Schlotmann keinen schöneren Platz auf der Welt.

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