25 Jahre Märkisches Handorgel-Ensemble

„Akkordeon ist nicht unmodern“

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Das Publikum im Philipp-Neri-Haus hörte aufmerksam zu und spendete zwischen den Stücken begeisterten Applaus.

Neuenrade - „Lampenfieber habe ich mir vor 15 Jahren schon abgewöhnt“, sagt Michael Baasner, Leiter des Märkischen Handorgel-Ensembles, welches er vor 25 Jahren gründete. Kurz vor dem Jubiläumskonzert am Samstag im Philipp-Neri-Haus unterstreicht er aber: „Das heißt aber nicht, dass ich jetzt nicht ein wenig nervös wäre. Da unterscheide ich.“

1993 lief das Akkordeon-Orchester der Musikschule Lennetal aus. Baasner sprach fünf seiner Mitspieler an, ob sie nicht ein eigenes Ensemble gründen wollten. Das taten sie dann auch. Das erste Konzert fand auf der Niederheide statt. Nur 14 Tage später konzertierten sie in Cloppenburg.

Bis nach Klingenthal führte es das Handorgel-Ensemble. „In Arnsberg haben wir einmal in einer Kneipe einen Tango-Abend gegeben. Das war großartig. Da herrschte eine Super-Stimmung“, blickt Baasner zurück. Er hat aber auch den Tiefpunkt des vergangenen Vierteljahrhunderts noch vor Augen: „In Plettenberg kamen 1997 zu einem Konzert einmal genau null Zuschauer. Wir haben trotzdem gespielt, für uns – einen Bach-Abend. Das war quasi eine Probe.“

Seit zehn Jahren gibt das Märkische Handorgel-Ensemble keine eigenen Konzerte mehr, spielt aber häufig mit anderen Gruppen zusammen. Das Jubiläumskonzert am Samstag war somit einmal eine Ausnahme. Grund für den Rückzug seien aber lediglich andere – musikalische wie berufliche – Verpflichtungen.

„Unmodern ist das Akkordeon nicht geworden – ganz im Gegenteil. Im Radio hört man vermehrt wieder Akkordeonmusik. Es gibt auch wieder ganz viele Originalkompositionen’“, schildert Baasner. „Doch das sind vorwiegend atonale Stücke. Das ist spannend anzuhören, spielen möchten wir so etwas nicht.“ Warum das Handorgel-Ensemble so lange zusammengeblieben sei, ist für Baasner klar: „Es ist ein Instrument, das Du nicht alleine spielen kannst. Und wir sechs haben längst eine gute Freundschaft zueinander entwickelt.“

Etliche Stücke, die am Samstag beim Jubiläums-Konzert gespielt wurden, hat Michael Baasner eigens für sein Ensemble arrangiert, sind sie doch im Original gedacht für andere Instrumente, etwa für große Streich-Orchester. Zu hören waren meditative Klänge, wie sie beispielsweise einst Edvard Grieg komponierte, aber auch Popmusik-Klänge vom Großmeister Burt Bacharach.

Ach übrigens: Auch Werke von Johann Sebastian Bach kamen beim Best-of-Programm zu Gehör. Anders als einst in Plettenberg gab es dieses Mal aber durchaus einige Zuhörer. Und die spendeten auch begeistert Applaus.

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