Neuenrader Feuerwehr: 10.894 Stunden im Einsatz

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Bürgermeister Antonius Wiesemann verteilte am Samstagabend Abzeichen an die beförderten Feuerwehrmänner.

Affeln - Der Großbrand bei Muschert & Gierse hat das Jahr 2014 überschattet, floss aber nicht in die Jahresbilanz der Neuenrader Feuerwehr ein, weil der Berichtszeitraum am 31. Oktober endet. Trotzdem war das schreckliche Ereignis im Rahmen der Jahresdienstbesprechung am Samstagabend in der Mehrzweckhalle in Affeln präsent.

Und das lag nicht nur daran, dass „Muschert und Gierse“-Chef Gert Middendorf persönlich anwesend war, um der versammelten Mannschaft seinen Dank auszusprechen. Ihm war anzumerken, dass er kaum die richtigen Worte finden konnte, um die Ausnahmesituation und das beispiellose Verhalten der Wehr-Mitglieder zu beschreiben. Er sprach nicht von Kameraden, er nannte die Ehrenämtler seine Lieben und dass sie eine ganz tolle Truppe seien. Worte, die berührten und den Großbrand des Jahrzehnts nochmals in Erinnerung riefen.

Ansonsten wirkte die Stimmung entspannt, wohl auch deshalb, weil niemand bei dem Ereignis zu Schaden gekommen war. Kein Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens, kein Mitglied der Feuerwehr. Glück, dass sich niemand in der Werkshalle aufhielt, und Können arbeiteten am Abend des 9. November offenbar Hand in Hand.

Karsten Runte, Leiter der Neuenrader Feuerwehr, sprach aber nicht nur über Muschert und Gierse, er ließ das zurückliegende Geschäftsjahr in seiner Gesamtheit Revue passieren. Auf sage und schreibe 10894 Stunden summierten sich die Stunden, die die aktuell 108 Aktiven bei den 256 Einsätzen leisteten, in die Pflege und Wartung ihrer Gerätschaften investierten, mit Übungen verbrachten und in die Ausbildung der Jugendfeuerwehr steckten. Unbezahlbar, meinte Bürgermeister Antonius Wiesemann, mit Blick auf das Geleistete. Und er wisse, wovon er spricht, denn der Erste Bürger der Stadt habe die Arbeit als Feuerwehrmann von der Pike auf gelernt und gehöre seit mehreren Jahrzehnten zur Truppe. Auch wenn die Arbeit der Wehrmänner mit Geld nicht aufzuwiegen sei, übergab er den Einheiten ein Präsent, dass sie in die Förderung der Kameradschaft investieren sollen. Außerdem bekamen die Mitglieder so genannte Ehrenamtskarten ausgehändigt.

Wiesemann ging im Rahmen seines Grußwortes auch auf die unglaubliche Katastrophe vor einer Woche ein, lobte Runte für seine professionelle Arbeit, hob die reibungslose Zusammenarbeit mit anderen Einheiten hervor und die Unterstützung durch die Nachbarn im Gewerbegebiet. Auch wenn das Ereignis eine Katastrophe war, hat es doch bewiesen, wie engagierte Menschen in Notsituationen selbstlos an einem Strang ziehen.

Von Markus Jentzsch

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