Besonderes Jubiläum

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Kreisdechant Patrick Schnell (v. l.) und Pater Kamil leiteten den Festgottesdienst, den der Shalomchor mit Josef Brockhagen musikalisch untermalte. Die Schützen kamen mit einer Fahnenabordnung.

Neuenrade - Einen besonderen Festgottesdienst konnten die Gläubigen am Samstag in Neuenrade feiern.

Im September 1869 wurde in der Kirche der katholischen Gemeinde St. Mariä Heimsuchung der erste Gottesdienst gefeiert. Nach zwei Jahren Bauzeit war das neue Gotteshaus fertiggestellt. Und die kleine Gemeinde konnte darin endlich die Messe feiern. In Neuenrade gab es seinerzeit nämlich bloß 100 Katholiken. „Heute sind wir ein paar mehr“, sagte Gemeinderats-Vorsitzender Josef Brockhagen beim Festgottesdienst am Samstagnachmittag.

Verkünden konnte Brockhagen – zugleich auf Fördervereinsvorsitzender der Gemeinde –, dass der Musikverein Blau Weiß Lichtringhausen zugesagt hat, im kommenden Jahr im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten ein Kirchenkonzert in Neuenrade zu geben. Stattfinden werde dies allerdings nicht, wie geplant, im April, sondern erst im Mai. 

Am 1. Februar treten in der Kirche neben dem Philipp-Neri-Haus jedoch bereits zwei Meisterchöre anlässlich des runden Kirchengeburtstages auf: Vokalart aus Menden und die Tonträger aus Neuenrade. Beginn ist um 17 Uhr. 

Zur selben Uhrzeit startet das Konzert am 1. Advent, Sonntag, 1. Dezember, in der Kirche mit der Acapella-Gesangsgruppe Medlz aus Dresden sowie dem Neuenrader Shalomchor, dessen Vorsitzender wiederum Josef Brockhagen ist. 

Der Auftakt der Veranstaltungsreihe zum 150. Geburtstages des Gotteshauses fand am Samstag nun ein Festgottesdienst statt, dessen Predigt Kreisdechant Patrick Schnell hielt. „Gut sechs Generationen gaben hier bereits ganz ausdrücklich Zeugnis von der unergründlichen Liebe unseres himmlischen Vaters, die manchmal unsere Gesellschaft auf den Kopf stellt“, umschrieb er das, was in der Kirche in anderthalb Jahrhunderten geschah. 

Zu dem, was drum herum passierte, sagte er: „Es gab zwei Weltkriege, eine Weltwirtschaftskrise und eine Flüchtlingswelle: erst die vertriebenen Deutschen, dann – nach dem Mauerfall – viele Osteuropäer, dann die Opfer der Balkankriege und schließlich die Flüchtlinge unserer Tage.“ 

Auch die Kirche selbst und die Art der Glaubensauslebung habe sich in 150 Jahren deutlich verändert. In weiteren anderthalb Jahrhunderten sehe sie wieder ganz anders aus, vermutete er.

Besonders betonte der Kreisdechant die Bedeutung der Frauen in der Kirche, zu Zeiten des Baus dieses Gotteshauses war das noch gänzlich undenkbar, erinnerte er. „Nicht immer ist es leicht, sich neu auszurichten und vielleicht auch Gewohntes aufzugeben“, räumte er in Bezug darauf ein. Aber aus Neuem entstehe oft auch Fruchtbares. Noch neu sei auch die Unterstützung, die die katholische Gemeinde durch die Neuenrader Schützengesellschaft erhält, unterstrich Josef Brockhagen. Dass diese am Samstag mit einer Abordnung und zwei Fahren zum Festgottesdienst erschien, obwohl in Werdohl Schützenfest gefeiert werde, freue ihn ganz außerordentlich. Tatsächlich wirkte er sehr gerührt, als er dies aussprach.

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