40 Jahre Evangelischer Frauenchor / Würdigung / Ingeborg Müller Mitgründerin

„Wichtig für das Seelenleben“

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Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg ehrte Anneliese Listringhaus, Brunhilde Riege, Ingeborg Müller, Lotte Goebel, und Elisabeth Panter (von links) für die 40-jährige Mitgliedschaft.

Neuenrade - Der Evangelische Frauenchor hat mit einem musikalischen Gottesdienst angemessen und würdig sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. 

In dem gut besuchten Gotteshaus würdigte Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg die Aktivitäten des Chores. Es stelle sich auch heute nicht die Frage, ob ein Chor unzeitgemäß sei – das Gegenteil sei der Fall. Die Musik und speziell das Singen bezeichnete er als „wichtig für unser aller Seelenleben“. Der Pfarrer untermauerte seine Meinung mit den Worten „Singet dem Herrn ein neues Lied“ aus Psalm 98. 

1976 Frauengruppe ins Leben gerufen

Zu den Chorgründern zählt auch Ingeborg Müller. Die einstige Organistin der Evangelischen Kirche stellte sich mit anderen Musikliebhaberinnen in den Dienst der Sache. 1976 wurde zur Adventszeit eine Frauengruppe ins Leben gerufen, die Weihnachtslieder für die Christvesper übte. 

Aus dem einmaligen Auftritt wurde mehr, Ingeborg Müller ermöglichte den Wunsch nach Mehrstimmigkeit fachlich als Dirigentin auf regelmäßigen Proben. In den vier Jahrzehnten hat sich der Frauenchor zu einem Klangkörper entwickelt, der auf vielen Veranstaltungen die Menschen erfreut hat. 

Die Bandbreite reicht von ersten Auftritten im Evangelischen Altenzentrum über besondere Gottesdienste bis hin zu Konzerten mit dem Posaunenchor. Zu den Besonderheiten zählt inzwischen die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes am dritten Advent, das mit einem gemeinsamen Frühstück im Gemeindehaus beendet wird. 

Traditionelle Teilnahme am Weihnachtskonzert 

Traditionell besucht der Frauenchor auch die DRK-Begegnungsstätte. Das qualitativ gute Singen machte den Evangelischen Frauenchor auch über Neuenrades Grenzen hinaus bekannt. Und die Teilnahme am Weihnachtskonzert der Stadt Neuenrade gehört zur Tradition. 

Die Violinistin Inna Kogan gestaltete den musikalischen Gottesdienst mit. Am E-Piano wurde sie von Ingeborg Müller begleitet. Beide intonierten das Andate von Antonio Vivaldi.

Schmunzelnd wusste Dirigentin Müller auch zu berichten, dass die wackeren Chormitglieder bereits in den Sommerferien mit den Proben fürs Weihnachtskonzert anfangen. Dabei könne es dann vorkommen, dass bei 30 Grad im Schatten „White Christmas“ eine besondere Bedeutung erhalte. 

Auch das WDR-Lokalfenster stattete dem Frauenchor 2008 einen Besuch ab, das musikalische Ergebnis wurde am zweiten und dritten Advent jeweils an einem Samstagabend ausgestrahlt. Noch heute freuen sich die Sängerinnen über eine eigene CD mit Weihnachtsliedern und Orgelmusik. Die Geselligkeit steht hoch in Kurs, zu den Spezialitäten zählt auch das „Tortenbacken für klerikale Feste“ verriet Dirigentin Müller mit weiterem Schmunzeln. 

Für 40-jährige Zugehörigkeit zum Frauenchor wurden im Saal des Gemeindehauses geehrt: Ingeborg Müller, Elisabeth Panter, Anneliese Listringhaus, Lotte Goebel und Brunhilde Riege. Pfarrer Kuhlo-Schöneberg überreichte jedem geehrten Chormitglied neben einem Blumenstrauß eine Urkunde, die vom Superintendenten des Kirchenkreises Plettenberg-Lüdenscheid und ihm selbst unterzeichnet war. 

Stellvertretende Bürgermeisterin übermittelt Glückwünsche

Der Seelsorger bezeichnete die Ehrung als eine besondere Freude und fügte hinzu, dass selbst in den Reihen der legendären Beatles niemand wäre, der nach 40 Jahren immer noch in einem Chor mitsinge. Die Glückwünsche für die Stadt Neuenrade übermittelte die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Reinken-Stork. Die vier Jahrzehnte chorischer Leistung seien gleichzeitig ein Spiegel der musikalischen Vielfältigkeit des Chores. Reinken-Stork und beendete ihre Glückwünsche mit dem bekannten „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ 

Für den befreundeten „Shalomchor“ gratulierte Josef Brockhagen. Singen erfreue nicht nur Gottes Stimme, sondern auch die Zuhörer der Gemeinde. Musikalisch hatten der Frauenchor, der Posaunenchor und die Violinistin Inna Kogan den Gottesdienst gestaltet. Inna Kogan zählt zu den Musikerinnen, die im fernen St. Petersburg ihre musikalische Qualifikation erhielten. Gemeinsam mit Ingeborg Müller am E-Piano intonierte sie gefühlvoll die Andante von Vivaldi und das Preludio – Rondino von Purcel. Nach der Lesung aus dem Matthäus-Evangelium, der Predigt und den Fürbitten wurde der Gottesdienst mit der „Tochter Zion“ und Variationen über Tochter Zion von Händel beendet.

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