Jagdgebrauchshunde erfüllen alle Kriterien

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Volle Konzentration auf die Kommandos des Hundeführers. ▪

KREISGEBIET ▪ Zwei Patronen sind bereits in den beiden Läufen der Flinte verschwunden, während sich der Hund auf der offenen Wiese von seinem Führer löst. Dann schießt er zwei Mal in die Luft, der Hund zeigt keinerlei Wirkung und bleibt völlig gelassen – Prüfung bestanden.

Acht Hundeführer der Hegeringe Werdohl/Neuenrade und Altena und ihre vierbeinigen Helfer nahmen am Samstag an der Abschlussprüfung des Lehrgangs „Nachsuche auf Schalenwild“ teil – mit Erfolg. Zum Schalenwild zählen Wildarten mit Klauen, die in der Jägersprache als Schalen bezeichnet werden. Dazu zählen zum Beispiel wiederkäuendes Haarwild und Wildschweine.

Alle acht Gespanne, die bereits seit April regelmäßig für die Prüfung trainierten, haben die Kriterien erfüllt. Dadurch hat der Hund auch seine so genannte Brauchbarkeitprüfung bestanden.

Aus zwei großen Themenbereichen bestand die Prüfung: Die Verfolgung von Schweißfährten und der Überprüfung des Gehorsams. Als Schweiß bezeichnet der Waidmann das austretende Blut, das ein angeschossenes oder verletztes Tier verliert. „Wir bilden hier keine spezialisierten Schweißhunde aus“, betont Hundeobmann Karlheinz Klöcker. Vielmehr geht es bei der Ausbildung von Jagdgebrauchshunden um eine allgemeine Vorbereitung auf die Arbeit in Wald und Feld. In schwierigen Fällen, wenn sich das Jagdwild weiter als 200 bis 300 Meter vom Anschussort entfernt hat, werden spezielle Schweißhunde angefordert. Damit wären Gebrauchshunde überfordert. Sechs Richter waren nötig, um die acht Prüfungspaare zu bewerten, weil die maximale Gruppengröße fünf bis sechs Prüflinge nicht übersteigen sollte. Aus Hagen, Kierspe, Sundern und Witten waren die Richter angereist und legten am Samstagmorgen als erstes eine Schweißfährte aus, die die Hunde aufspüren und verfolgen mussten. Zum Abschluss stand die Gehorsamkeitsprüfung auf dem Plan. Auch hier zeigten sich die Waidmänner und ihre Vierbeiner von ihrer besten Seite. Unter den kritischen Blicken der Richter gaben die Hundeführer ihre Schüsse in den Himmel ab, ohne dass ein Vierbeiner Reißaus nahm. Dann fuhren die Richter und Prüflinge gemeinsam zum Mittagessen und erfuhren dort ihre Prüfungsergebnisse. Stolz verkündete Hundeobmann Karlheinz Klöcker, dass alle Gespanne die Kriterien erfüllt haben: Dietrich Sönnecken, Hubertus Bertram, Markus Keitsch, Frank Tittel, Eberhard Schulte, Marc Bauschhaus, Peter Kaltenborn und Jens Ewald Schulte. Damit die Hunde ihre Fähigkeiten als Jagdgebrauchshunde behalten beziehungsweise vertiefen können, seien regelmäßiges Training und Einsätze an der Seite der Waidmänner unabdingbar, erklärte Klöcker. ▪ maj

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