Wildschweine entkommen Treibjagd, zehn Rehe und ein Fuchs nicht

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Nach der Ankunft auf dem Höllenstein standen die Jäger und Treiber noch gemütlich beieinander, um miteinander zu fachsimpeln. Dabei ließen sie die Ereignisse des Vormittags noch einmal Revue passieren.

Neuenrade – „Das Wichtigste an einer Jagd“, sagte Jürgen Humke am Montagmittag, „ist die Suppe hinterher.“ In einer Garage auf dem Höllenstein saßen derweil seine Jagdfreunde bei einem Kaffee oder Bier beieinander und redeten über den Vormittag, an dem eine Treibjagd stattgefunden hatte. „Man kennt sich“, sagte Humke und betonte, dass die Jäger durch Freundschaften miteinander verbunden seien.

70 Jäger mit Treibern waren am vorletzten Tag des Jahres auf 200 Hektar Fläche unterwegs, um die Wildschwein-Plage einzudämmen. Indes: Erwischt hatten die Jäger, die allesamt aus der Umgebung stammten, kein einziges Schwein. Humke erklärte: „Abgegeben wurden heute 15 Schuss. Zur Strecke gebracht haben wir zehn Rehe und einen Fuchs.“ Er überlegte kurz und räumte freimütig ein: „Das ist ein eher mittelmäßiges Ergebnis.“

Drei Reviere wurden bejagt: Neuenrade, Giebel und Berentrop. „Darin sind aber auch viele Kyrill-Flächen“, erläuterte Humke. „Da haben wir kein Schussfeld.“ Außerhalb des Schutzes der Bäume seien die Tiere eben nicht anzutreffen. Seit jeher werde in Neuenrade zwischen Weihnachten und Neujahr gejagt. „Sonntags dürfen nur kleinere Gruppen mit bis zu sechs Mann jagen“, verriet Humke. „Deshalb sind wir auf den Montag gegangen.“ Die Treibjagd war schließlich auch mit einer Straßensperrung verbunden.

Sicher beschwerten sich im Laufe eines solchen Vormittags auch ein oder zwei Verkehrsteilnehmer, „aber es geht um den Schutz der Hunde und hin und wieder würde sonst ein Wild ins Auto reinsemmeln“, begründete Humke die Notwendigkeit der Vollsperrung der Dahler Straße.

Insgesamt 30 Hunde begleiteten die Jäger in den Neuenrader Wald. Einer davon war die erst dreijährige Jack-Russell-Terrier-Hündin Trulla von Jürgen Humke, die auch nach Jagdende noch vor Aufregung zitterte.

„Das Verkehrsaufkommen ist ja zwischen den Feiertagen eh geringer“, wusste der Jagdleiter. „Und die Sperrung wurde heute insgesamt auch relativ gut aufgenommen von den Autofahrern“, bilanzierte der Höllensteiner am Montagmittag.

Das Jagd-Ergebnis mit immerhin zehn erlegten Rehen bewertet Humke positiv: „Wir haben schließlich große Probleme mit Verbiss. Die Rehe ziehen immer weiter in die Wohnbebauung hinein.“ Eine weitere Schwierigkeit seien die Neuanpflanzungen „mit den sogenannten klimastabilen Bäumen“. Der Jagdleiter führte aus: „Alles, was ein bisschen fremd ist, ist bei den Rehen erst einmal sehr beliebt.“

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