Gemeinschaftsschule: Islamunterricht auf deutsch

Islamunterricht soll auch an der Gemeinschaftsschule realisiert werden. - Archivfoto

Neuenrade - Neben evangelischem, katholischem Religionsunterricht oder der Praktischen Philosophie wird es - wenn der Lehrer oder die Lehrerin die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt - an der Gemeinschaftsschule Neuenrade auch Islamunterricht geben.

Jüngst lag der Gemeinschaftsschule eine Bewerbung vor, die an die Bezirksregierung weitergeleitet wurde.

Bereits seit 2012 gibt es ein Landesgesetz. Demnach kann Islamunterricht als ordentliches Unterrichtsfach angeboten werden. In dem Gesetz sind auch die umfassenden Voraussetzungen für die Lehrerkandidaten/Kandidatinnen formuliert. Ein achtköpfiger Beirat (dieses Gremium wird zeitlich befristet eingerichtet) und vom Ministerium zur Hälfte eingesetzt, spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Beirat vertritt die Interessen der Eltern und islamischen Organisationen, setzt sichvor allem mit Lehrplänen und der Bevollmächtigung von Lehrern auseinander und ob auch der Unterricht mit dem Grundgesetz konform geht.

Auch die Lehrkräfte müssen etliche Voraussetzungen mitbringen: Neben der Bekenntnis zum Islam ist ein Lehramtsstudium der islamischen Religionspädagogik oder eines adäquaten Studiums erforderlich. Kann das nicht beigebracht werden, muss der Bewerber an einer entsprechenden Fortbildung teilnehmen. Auch muss die Lehrkraft in ihrer persönlichen Lebensführung die Grundsätzen des Islam beachten und eine Bescheinigung über die Teilnahme an dem Gemeindeleben vorweisen. Zudem muss der Kandidat/die Kandidatin in einem Gespräch mit dem Beirat seine/ihre Eignung als Islamlehrer unter Beweis stellen. Und: Die Lehrerlaubnis kann auch wieder entzogen werden.

Ein Zertifikatskurs für jene Lehrkräfte, die nicht Religionspädagogik oder ähnliches studiert haben, dauern ein gutes Jahr, umfassen 320 Fortbildungsstunden. Ziel des Kurses ist es, Lehrkräften, die das Fach islamische Religionslehre in der Primarstufe und Sekundarstufe I unterrichten wollen, didaktische, methodische und rechtliche Hilfen für ihre unterrichtliche Praxis zu geben. Da geht es genauso um Grundkenntnisse islamischen Rechtes, der Koranexegese wie um islamische Kunst und Kultur oder auch Ethik.

Aktuell ist am Montag ein neuer Kursus im Dortmunder Stadtgymnasium angelaufen. Neben Lehrern und Lehrerinnen muslimischen Glauben können auch Lehrer, tätig im Rahmendes des Herkunftsprachlichen Unterrichts teilnehmen. Der Zertifikatskursus wird von der Bezirksregierung begleitet.

Hat es denn eine Lehrkraft geschafft und darf unterrichten, dann nehmen an dem Islamunterricht jene Schüler teil, deren Eltern zuvor für ihre Kinder deren Zugehörigkeit zum Islam schriftlich angemeldet haben. Klare Sache, dass der Unterricht in deutscher Sprache erfolgen muss.

Übrigens kann sich ein Schüler durch Erklärung der Eltern oder aber durch eigene Religionsmündigkeit von der Teilnahme am Religionsunterricht natürlich befreien lassen.

NRW-weit sind übrigens rund 13 Prozent aller Schüler islamischen Glaubens. Eben so viele Schüler sind konfessionslos.

Von Peter von der Beck

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