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Investitionen in die Infrastruktur: Das planen die Stadtwerke

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Von: Peter von der Beck

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Das Wasserwerk Friedrichstal ist wesentlich für die Wasserversorgung in Neuenrade. Hier wird das Wasser aufbereitet und unter anderem auch mit UV bestrahlt.
Das Wasserwerk Friedrichstal ist wesentlich für die Wasserversorgung in Neuenrade. Hier wird das Wasser aufbereitet und unter anderem auch mit UV bestrahlt. © von der Beck, Peter

Der Wirtschaftsplan für die Stadtwerke Neuenrade für 2022 steht. Das Unternehmen ist eine Tochter der Stadt und aus dem öffentlichen Leben nicht wegzudenken.

In Neuenrade kümmern sich die Verantwortlichen vor allem um die Sicherstellung der Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung. Doch auch der Bringhof wird von den Stadtwerken betrieben. Straßenreinigung, Winterdienst, Abfallentsorgung – all das fällt in das Ressort der Stadtwerke. Während Abfallentsorgung und Teile des Winterdienstes weitestgehend ausgelagert wurden, so müssen sich die Stadtwerker eben um den ganzen Rest der städtischen Infrastruktur kümmern.

Dabei wird in der Regel, was Kanäle und Wasserleitungen anbelangt, viel Geld investiert: Auch für 2022 steht wieder einiges auf dem Plan: Wer zum Beispiel über die Werdohler Straße fährt und in Höhe der Einmündung Wieser Weg wegen einer Beule in der Bundesstraße mit dem Auto ein wenig hochhüpft, der darf auf Besserung hoffen und dass diese Stelle demnächst repariert wird. 100 000 Euro wurden für diese Reparaturmaßnahme vorsorglich eingeplant. Der Grund für die Beule: Der Kanal (Baujahr 1995) muss auf einer Länge von 15 Metern durch Absackung der Oberfläche erneuert werden. Derzeit werde durch ein geologisches Gutachten die Ursache ermittelt. „Daraus ergeben sich dann die einzelnen Gewerke“, heißt es. Es ist jedoch abzusehen, dass „ein Unterbogen“ einzubauen ist. Das scheint nicht einfach, denn die Hönne fließt unter der Straße her. Auch wenn es sich um eine Bundesstraße handelt, geht das Ganze auf Rechnung der Stadt, denn Fließgewässer und Kanäle seien eben Sache der Kommune, erläutert der technische Geschäftsführer der Stadtwerke, Marcus Henninger.

Sanierung der Altstadt-Kanäle im Inliner-Verfahren

Die Sanierung der aus den 1930er-Jahren stammenden Kanäle in der Altstadt per Inliner geht auch weiter. Für 2022 ist der mittlerweile fünfte Bauabschnitt vorgesehen.

Zu erwähnen ist auch noch die Straßenbaumaßnahme Schöntaler Weg. Dort ist eine Kanalauswechslung auf einer Länge von 430 Metern vorgesehen. Der Kanal stammt aus dem Jahr 1965. Wegen des Alters und der „hydraulischen Dimensionierung“, ist er auch im Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt enthalte. Die Bauarbeiten erfolgen 2022 und erstrecken sich bis 2023.

Kanaluntersuchungen laufen derzeit per TV

In der Weidenstraße ist ebenfalls im Zuge der Straßenbaumaßnahme eine Auswechslung des Kanals aus 1950 auf einer Länge von 290 Metern vorgesehen.

2022 sollen nicht nur in der Altstadt, sondern ohnehin im Stadtgebiet wieder mehrere Inlinersanierungen im Kanalnetz durchgeführt werden. Aktuell werden TV-Kanaluntersuchungen im gesamten Stadtgebiet vorgenommen. Dann schaut man sich seitens der Stadtwerke die Ergebnisse an und nimmt eine Priorisierung vor. Vorsichtshalber wurden schon einmal 100 000 Euro dafür eingeplant. Bei dieser Sanierungsart wird der schadhafte Kanalabschnitt von innen mit einem Rohr, dem Inliner, ausgekleidet, um die Undichtigkeiten zu beheben. Der Vorteil: Die Arbeiten können ausgrabungsfrei erfolgen, was nicht nur schneller geht, sondern auch deutlich weniger behinderungen und Sperrungen für den Verkehr bedeutet.

Wasserleitungen werden erneuert

Was die Wasserversorgung anbelangt: So geht es im nächsten Jahr mit der Erneuerung der Wasserleitungen an der Bahnhofstraße weiter. 100 000 Euro sind eingeplant. Die Wasserleitungen Oberer Wemensiepen (Baujahr 1973) werden auf einer Länge von 290 Metern erneuert und auch die Wasserleitung im Schöntaler Weg stehen auf dem Plan, wenn dort ohnehin der Kanal erneuert wird. Hinzu kommen weitere Investitionen: 30 000 Euro für die Grundwasserbohrung in Altenaffeln. 30 000 Euro für ein neues Dach an der Wassergewinnungsanlage Friedrichstal. 8 000 Euro sind für die Erweiterung der Steuerung der Gewinnungs- und Aufbereitungsanlagen im Friedrichstal eingerechnet. „Hier ist die Umstellung der Datenfernabfrage auf das 5G-Netz vorgesehen,“ heißt es im Wirtschaftsplan der Stadtwerke.

180 000 Euro sind auch wieder für den städtischen Haushalt eingeplant. Diese Summe soll aus dem Jahresgewinn der Stadtwerke, der mit 764 400 Euro kalkuliert wird, kommen. Damit werden traditionell freiwillige Leistungen an Vereine refinanziert. Dieses Vorgehen bot Anlass für Diskussionen in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates. Nach Meinung der FWG stehe das Geld dem Gebührenzahler zu, genauso wie die Sache mit dem überzogenen kalkulatorischen Zins. Die FWG verweist auf den Musterprozess, den der Bund der Steuerzahler anstrenge.

Alle Neuenrader sollen profitieren

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) erklärte, dass durch die Abführung des Geldes an den Haushalt ja nicht nur Vereine, sondern im Grunde alle Neuenrader profitieren würden.

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