Interkulturell mit Hip Hop und Empathie

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Beim Hip-Hop-Kurs im Jugendzentrum wurde auch ein Rap zum Thema Rassismus produziert.

Neuenrade - Nachdem der Auftakt zur interkulturellen Woche am vergangen Sonntag höchst mau war, ging es mit ein wenig mehr Resonanz dann am Montag weiter.

Wenigstens das Angebot im Jugendzentrum zum Thema Hip-Hop wurden von einigen Jugendlichen wahrgenommen. Beim abendlichen Kurz-Seminar über interkulturelle Freundschaften gab es einige Gäste – Fachfrauen, die sich Tipps für ihre tägliche Arbeit im Umgang mit Flüchtlingen und Einwanderern erhofften.

Mehr als mager war die Resonanz allerdings auf das Angebot der Schwimmabteilung des TuS Neuenrade im Hallenbad. „Wasser verbindet – egal, wo du herkommst“, war das Motto dieser Veranstaltung. „Da ist niemand gekommen“, hieß es im Hallenbad auf Nachfrage. Zumindest zur ersten Gruppe stieß niemand hinzu. Anwesend waren nur die Kinder eines Schwimmkurses.

„Zu je einer Stunde gemeinsam mit unseren Schwimmern, waren jüngere und ältere Kinder zu Spiel und Spaß im Lebensraum Wasser“ eingeladen. Immerhin: Im Jugendzentrum war etwas mehr los: Das Angebot, mit einem Profi-Musiker einen Rap zu produzieren, das zog. Ein halbes Dutzend Jungen, der Großteil 12 Jahre alt, beteiligte sich, genau wie drei Mädchen.

Die Jungen Frauen fanden es super und meinten „einen Ohrwurm“ gemeinsam mit dem Musikproduzenten Keith Roughhouse geschaffen zu haben. Klare Sache, dass die Jugendlichen inhaltlich anspruchsvolle Texte entwickeln mussten. Rassismus als Thema verarbeiteten die jungen Leute dann, texteten einen Rap zu dem Thema und vertonten das ganze dann mit Hilfe des Dortmunder Musikproduzent Roughhouse.

„Was bedeutet es insbesondere für junge Menschen mit verschiedenen Kulturen zusammenzuleben und aufzuwachsen? Wo gibt es Stolpersteine, wo aber Bereicherungen? Wie sensibel gehen Kinder und Jugendliche mit diesem Thema um? Dazu hatte die Jugendförderung des Märkischen Kreises in den Kaisergarten eingeladen.

Im Seminarzimmer fand sich auch ein halbes Dutzend Frauen ein. Es waren zumeist Fachfrauen, die auch mit Einwanderern zu tun haben. Die Expertinnen von Planb Ruhr e. V. aus Bochum, Bahar Güngör-Candemir und Vanessa Rademacher, mit vielen Jahren Erfahrung in der interkultureller Arbeit mit all seinen Facetten ausgestattet, führten schnell in den Themenkomplex Interkulturelles, Rassismus und Toleranz ein und hatten dazu etliche Fallbeispiele aus ihrer Praxis. Sie bezogen das Publikum mit ein und visualisierten die Themen mit Schaubildern.

So starteten sie mit Kultur, zu dem die Teilnehmer Begriffe nennen mussten. Schon dieses kleine Spiel zeigte auf, wie vielfältig und komplex das Thema ist und von Sprache über Musik bis Religion reicht. Die Referentinnen forderten vor allem Empathie im Dialog mit den Kulturen. Sich in den anderen hineinzuversetzen, das sei mehr als hilfreich. Zudem machten sie deutlich: Die Sache mit dem interkulturellen Dialog ist keine Einbahnstraße.

Beide Seiten seien dazu gefordert, einen Weg zu finden. Und es gebe immer einen Weg. Eine Patentlösung für die Bewältigung der gewaltigen Integrationsaufgabe hatten die beiden Frauen auch nicht parat: Es sei eben ein ständiger Prozess, dem man sich stellen müsse. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte Expertin Bahar Günger-Candemir.

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