PuS Guß Metallwaren KG ist zahlungsunfähig

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In Sachen PuS Guß Metallwaren KG wurde das Insolvenzeröffnungsverfahren angeordnet. ▪

NEUENRADE ▪ Das Neuenrader Traditionsunternehmen PuS Guß Metallwaren KG ist zahlungsunfähig, das Amtsgericht Hagen ordnete jetzt das Insolvenzeröffnungsverfahren an. Voraussichtlich Ende September soll das Insolvenzverfahren beginnen.

„Das Unternehmen hatte 2008 und 2009 zwei verlustreiche Jahre“, erläutert Rechtsanwalt Ernst Wiesner, der vorläufige Insolvenzverwalter. „Das hat zur Zahlungsunfähigkeit geführt.“

Zwar habe PuS Guß Metallwaren in den Jahren 2010 und 2011 schon wieder Gewinne erwirtschaftet und auch in 2012 seien die Geschäftszahlen bisher positiv, so der Anwalt weiter. Die Gewinne hätten aber nicht ausgereicht, um die Schulden zu begleichen. Hauptgläubiger ist das Finanzamt Altena, das auch den Insolvenzantrag stellte. Auch bei ein paar Lieferanten und dem Energieversorger hat das Unternehmen nach Auskunft des Anwaltes Schulden.

Ein Insolvenzverfahren wird voraussichtlich Ende September eingeleitet, ab Anfang Oktober möchte Rechtsanwalt Wiesner über einen Insolvenzplan die Entschuldung in Angriff nehmen. Idealerweise solle diese bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein und bei laufendem Geschäftsbetrieb erfolgen. „Wichtig ist, dass die Kunden bleiben. Bisher haben sie signalisiert, dass sie dazu bereit sind“, berichtet der vorläufige Insolvenzverwalter. Er zeigte sich zuversichtlich, das Unternehmen unter diesen Umständen erhalten zu können. Fünf Mitarbeiter beschäftigt PuS Guß derzeit, vor der Krise 2008/2009 waren es noch 15. Ihre Löhne und Gehälter werden aus dem Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit weitergezahlt.

Wie der angestrebte Insolvenzplan aussehen könnte, wird der Anwalt nun in den kommenden Wochen ausarbeiten. Hans Peter Preuß, Gesellschafter der PuS Guß Metallwaren KG, teilte gestern auf Anfrage mit, er wolle erst Ende des Monats eine Auskunft geben, wenn klar sei, ob das Insolvenzverfahren eröffnet werde.

Eine außergerichtliche Einigung mit dem Finanzamt sei bisher nicht möglich gewesen, weil das Amt strenge Vorgaben von der Oberfinanzdirektion in Münster befolgen müsse, erklärt Ernst Wiesner. Daher könne sich das Finanzamt nicht einfach so auf eine Ratenzahlung einlassen. „Die Steuerschulden liegen im fünfstelligen Bereich“, berichtet der Rechtsanwalt. „Das ist zu niedrig, um die Etagen zu erreichen, die eine Entscheidung über eine Ratenzahlung treffen könnten.“ Anders sei es, wenn ein Insolvenzplan vorliege.

Das Finanzamt in Altena wollte dazu unter Berufung auf das Steuergeheimnis nicht Stellung nehmen. Auch eine allgemeine Auskunft sei nicht möglich. Die Oberfinanzdirektion verwies an das nordrhein-westfälische Finanzministerium in Düsseldorf. Dort war gestern der für Insolvenzfragen zuständige Fachreferent noch nicht zu erreichen. ▪ Constanze Raidt

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