Erste Hilfe am Kind im Familienzentrum Hummelnest

Silvia Drees erläutert die Schocklage: Beine hoch, mit Wärmedecke einwickeln, damit der Körper nicht unterkühlt. - Foto: Michels

NEUENRADE - „Was tun, wenn mein Kind Putzmittel trinkt, oder an ein Stromkabel fasst, welches defekt ist?“, diese und mehr Fragen beantwortete Silvia Drees von den Maltersern im Märkischen Kreis am Mittwochabend im Familienzentrum Hummelnest.

Von Andrea Michels

Dort fand ein Kursus „Erste Hilfe am Kind“ statt, der fürEltern und Großeltern gedacht war. Drees erläuterte unter anderem, dass bei Kindern das Immunsystem noch nicht ausgereift sei und schon deshalb schneller Gefahrensituationen entstünden. Kinder lernten durch Erfahrungen dazu. Doch es komme gelegentlich zu brenzligen Situationen, bei denen die Ersthelfer die wichtigsten Personen seien.

Der Prävention komme dabei auch eine wichtige Rolle zu: „Kinder sind Nachahmer,“ so die Maltesermitarbeiterin, „Sie eifern ihren Vorbildern, den Eltern nach und wollen kochen, Tabletten nehmen und Steckdosen nutzen, so wie die Eltern es auch tun.“ Messer, Gabel, Schere Licht, ist für kleine Kinder nicht“ – sei nach wie vor gültig.

Sollte es dennoch einmal zu einem Unfall kommen, so warne sie vor Untätigkeit, denn nichts zu tun sei falsch. Wer an eine Gefahrenstelle trete, der sollte zunächst diese sichern und auch an die eigene Sicherheit denken, denn wer sich selbst in Gefahr bringe, sei keine große Hilfe. „Erst sichern, dann Retten!“ sei angesagt. Man solle nicht in Panik geraten, wenn eine Person oder ein Kind bewusstlos am Boden liege, denn solange die Sauerstoffversorgung gegeben sei, sei Bewusstlosigkeit ungefährlich. Bei Sauerstoffunterversorgung könne es jedoch schnell zu bleibenden Schäden kommen. Daher sei es wichtig, nachdem der Notruf abgesetzt worden sei, sofort zu handeln. „Wir haben das beste Rettungsleitsystem weltweit,“ beteuert Drees, „und nach spätestens acht Minuten sollte der Rettungswagen vor Ort sein, doch bis dahin reicht die Zeit meist nicht und Erste-Hilfe ist zwingend erforderlich.“ Wichtige Utensilien, die man immer mit sich führen sollte, seien Handschuhe und eventuell eine Wärmedecke. „Die passen in jede Tasche,“ zeigte die Maltesermitarbeiterin.

Viel kann man tun, um eine Wohnung sicher für Kinder zu gestalten: Spiegel- oder Glasfolien, damit Türen und Spiegel nicht splittern, Steckdosensicherungen, Herdgitter und Rutschmatten für Teppiche. Griffbereit halten sollte man Telefonnummern, wie jene von der Giftnotrufzentrale: 030/1 92 40.

In der kommenden Woche wird der Kursus fortgesetzt.

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