Viel zu tun

Hektik zum Jahresende in Betrieben und Gastronomie

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Engelbert Groke und Sous-Chef Alexander Bucher haben in diesem Tagen mehr als genug zu tun.

Neuenrade - Von wegen Besinnlichkeit im Advent: Zumindest im Arbeitsleben bricht in Industrie und Gastgewerbe die berüchtigte Jahresendhektik aus.

Ob Inventur oder nervöse Kunden, die schnell noch einen Großauftrag platzieren müssen oder das üppige Menü für eine Hundertschaft Gäste gleichzeitig zaubern. In manchen Jobs ist es in diesen Tagen nicht einfach.

Theo Wingen, Geschäftsführer des Drahtwerks Elisental, weiß zu berichten, dass gerade im Oktober und November viele Bestellungen eingehen, weil bei dem einen oder anderen Einkäufer noch schnell das Budget verbraucht werden muss. „Das macht Hektik.“

So werde viel Zeit noch schnell investiert und dann zwei Tage vor Auslieferung, hieß es dann „Dies Jahr nicht mehr“ und das fertige Material werde dann doch nicht abgerufen. Gleichwohl stehe es beim Drahtwerk dann in den Büchern.

Geschenke werden nicht mehr verteilt

Was nicht mehr stattfindet und daher nicht mehr für Hektik sorgt – zumindest beim Drahtwerk – ist, dass die Kunden noch abgeklappert werden, um Geschenke zu verteilen. „Das machen wir fast gar nicht mehr.

Im Zuge von „Compliance“(freiwillige Einhaltung von Richtlinien) sei fast jedes Geschenk eine potenzielle Anleitung zur Bestechung – zum Beispiel, wenn es um Einladungen gehe. Da habe jüngst jemand aus dem Kundenkreise den Besuch einer Veranstaltung auch wegen Compliance abgesagt.

Früher gab es schon mal zwölf Flaschen Wein

Früher habe es aber auch andere Zeiten gegeben: Da habe durchaus schon mal jemand angerufen und gefragt, „ob denn auch seine zwölf Flaschen Wein wieder kommen würden“, erzählt Wingen in Erinnerung an andere Zeiten.

Beim Drahtwerk Elisental sorgen jede Menge Aufträge aus dem Spätherbst und die Inventur für vorweihnachtlichen Stress.

Auch die Inventur gibt es natürlich beim den Drahtwerk. Damit ist dann ein Teil der Mannschaft befasst und diese Angelegenheit verschönert die Geschäftsleitung den Mitarbeitern dann noch mit einem Eintopf zum Abschluss, den der Kaisergarten liefert. Die Inventur münde dann in eine kleine Jahresabschlussfeier, erzählt Theo Wingen.

Ja, im Kaisergarten, und natürlich auch in den anderen gastronomischen Betrieben herrscht natürlich ebenfalls Stress: Weihnachtsfeiern jede Menge, Festessen. Ob Lions- oder Rotaryclub, ob zu Silvester ein festliches Fünf-Gänge-Menü. Kein Zweifel: Es ist Hochsaison. Dass nicht nur der Chef, sondern auch das Personal reichlich Überstunden machen müssen, ist quasi normal.,

Zwölf Stunden ist das Personal in der Küche

Zwölf Stunden täglich ist Kaisergarten-Koch und Sous-Chef Alexander Bucher dann in der Küche und Engelbert Groke ist natürlich mit dabei. Überhaupt Personal – da wird natürlich mehr als üblich gebraucht. Fünf bis sechs Service-Kräfte sind dann zu den Hoch-Zeiten noch im Einsatz.

Kochen auf den Punkt und das flotte und gleichzeitige Bedienen erfordern eine ausgefeilte Logistik nebst motivierten, flotten und körperlich fitten Mitarbeitern. In der Küche geht es jedenfalls hoch her: Da denken die Profi-Köche auch in ganz anderen Kategorien.

Diese Arbeit ist nichts für Amateure

Portionen und Liter sind das Maß der Dinge: Da geht es dann um 50 Liter Suppe oder 16 Liter Dessert. Oder – da sind es mal 50 bis 60 Portionen Gänsekeulen oder 70 bis 80 Portionen Schweinemedaillons, die flott und in top Qualität zur Verfügung stehen müssen – das ist nichts für Amateure in diesem anspruchsvollen Gewerbe.

Aber Fachkräfte sind nicht leicht zu finden. Engelbert Groke betont: Wer im Kaisergaren arbeiten möchte, möge sich bewerben. Übrigens: Bei Grokes privat gibts Fondue. Und Sous-Chef Bucher freut sich auf Würstchen mit Kartoffelsalat zu Weihnachten.

Von Peter von der Beck

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