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In Küntrop fehlt ein zentraler Ort: Das soll sich ändern

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Von: Peter von der Beck

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Die Schützenhalle: Der linke Teil wird quasi abgetrennt und zum Gemeinschaftstreff.
Die Schützenhalle: Der linke Teil wird quasi abgetrennt und zum Gemeinschaftstreff. © von der Beck, Peter

In Küntrop soll Großes entstehen, nämlich ein Ortskern für Kultur und Freizeit. Bilden sollen diese die Turmhügelburg Motte und der noch zu schaffende Gemeinschaftsraum in der Schützenhalle sowie die Multifunktionsanlage des SSV Küntrop.

Sanierung des Bürgermeister-Schmerbeck-Platzes, Sanierung der Bahnhofstraße mit neu gestaltetem Bürgersteig und neuen Laternen; Investitionen im Dorfzentrum Affeln, Neugestaltung rund um die Altenaffelner Grundschule, Investitionen für den Bürger in der Alten Schule in Blintrop und demnächst die Herrichtung des alten Dorfplatzes – kein Zweifel: Es wird viel in Neuenrade und den Dörfern investiert. Fördertöpfe des Landes (Ikek, Isek) oder der EU (Leader) plus städtische Mittel und Eigenleistung machen es möglich.

Da bleibt auch Küntrop nicht außen vor: Ein multifunktionales Sportareal neben dem Sportplatz (via SSV Küntrop und Leader) wird wohl genauso Realität, wie das Dorfcafé in der Schützenhalle. Dem Dorfcafé soll dabei eine besondere Rolle zukommen: Es soll zum dörflichen Kommunikationszentrum werden. Das Projekt ist dabei nicht isoliert zu sehen, denn auch die Motte und der vorgesehene Standort der Multifunktionsanlage können mit integriert werden.

Es fehlt ein zentraler Ort

Das gesellschaftliche Leben Küntrops findet einstweilen vor allem im Rahmen von Vereinen und den entsprechenden Festivitäten statt – doch es fehlt dabei eben ein zentraler Ort. Und den konnte die Stadt Neuenrade auch nicht liefern. Denn: Einzige städtische Immobilie ist das Feuerwehrhaus. So blieben bei der Suche am Ende nur die Motte und die Schützenhalle mit ihren Nebenräumen. Die am Ende zu nutzen war im Grundsatz die Idee von Ortsvorsteher Ludger Stracke. Der erinnert sich auf Nachfrage: „Mit dem Dorfcafé besteht die Möglichkeit ein bisschen mehr Publikum dorthin zu locken.“ Die Motte scheidet als Versammlungsort allein schon wegen der Größe und der fehlenden Barrierefreiheit aus, die Schützenhalle ist nur für Großveranstaltungen geeignet.

Aber: Da sind eben noch die Nebenräume, die allerdings einer Modernisierung bedürfen. Der Schützenverein fällt für die Sanierung aus, weil ihm für die umfassende Modernisierung das Geld fehlt. Auch Gasthäuser kamen bei ersten Überlegungen als Versammlungsorte nicht in Frage: Es gibt keine mit entsprechender Kapazität. „Im näheren Umfeld von Küntrop sind entsprechende Gastwirtschaften inzwischen vielfach bereits geschlossen oder stehen angesichts der Altersstruktur der Gastwirte kurz vor einer Schließung,“ heißt es in der Beschreibung des Projektes „Dorfgemeinschafsraum Küntrop“.

Raum soll von der Schützenhalle baulich abgetrennt werden

Ortsvorsteher Ludger Stracke erinnert sich, wie dann die Idee weiter entwickelt wurde, einen Teilbereich des Saals in der Schützenhalle einfach baulich abzutrennen und ihn gestalterisch zum Vorplatz und zur Motte hin zu öffnen. So soll ein innovativer Gemeinschaftsraum entstehen. Mit dabei damals: Der Vorstand der Schützenbruderschaft um Christian Stein, Patrick Bexten und Alexander Knoblauch. Auch seitens der Stadt war man natürlich mit im Boot: Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) höchstpersönlich zusammen mit Bauamtsleiter Marcus Henninger.

Stracke erinnert sich, dass es auch Schwierigkeiten mit der Förderung von Schützenheimen gegeben habe. Es habe dann aber diverse Telefongespräche, auch seitens des Bürgermeisters gegeben, sowie weitere Recherchen, sodass am Ende eine Förderung doch möglich gemacht wurde.

Die Stadt übernimmt die Trägerschaft

Die Konstruktion sieht nun so aus: Träger des Projektes ist eben die Stadt Neuenrade, welche sich auch um die laufende Verwaltung des Gebäudetraktes kümmern wird. Der Raum soll als Veranstaltungsraum für die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft (Versammlungen, private Feiern, Wahlen, außerschulischer Lernort) dienen. Doch es sollen auch Synergieeffekte genutzt werden.

Denn die nur einen Steinwurf entfernte Turmhügelburg Motte ist Startpunkt eines Geschichtspfades. Zudem gibt es immer wieder Führungen in der Motte. Kindergartenkinder, Schulkinder, Touristen oder Ausflugsgruppen lassen sich über die Zeit der Burgen und die historische Einbettung der Region informieren. Unterm Strich „erhält Küntrop einen neuen Anziehungs- und Treffpunkt im Ortskern“. Klare Sache, dass es dort auch barrierefreie Toiletten geben wird – auch Außentoiletten, die dann den Besuchern der Motte zugänglich sind. Die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich werde weiter aufgewertet.

Die Baugenehmigung fehlt noch

Nun wird das ganze Projekt also hoffentlich Realität. Es fehlt allerdings noch die Baugenehmigung. Finanziert wird das Dorfprojekt aus den Mitteln des Dorferneuerungsprogramms im Rahmen von Ikek und aus dem städtischen Haushalt. Mehr als 210 000 Euro macht das aus. Ob die Preise angesichts der Entwicklung in der Baubranche und angesichts der Preisentwicklung bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen allerdings gehalten werden können, steht dabei auf einem anderen Blatt. Sobald die Baugenehmigung vom Märkischen Kreis vorliegt, kann ausgeschrieben werden – dann konkretisiert sich die Sache mit den Preisen.

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