Bauen und Wohnen

Spezialist für Baulücken schlägt wieder zu: Neues Baugebiet im MK

Die Planer der Stadt Neuenrade präsentieren den Bebauungsplan für das Gebiet. Unterm Strich soll das Vorhaben die Struktur des Innenstadtbezirkes verbessern.
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Die Planer der Stadt Neuenrade präsentieren den Bebauungsplan für das Gebiet. Unterm Strich soll das Vorhaben die Struktur des Innenstadtbezirkes verbessern.

Neuenrade – Peu á peu wird es in Neuenrade enger: Stadtplaner nennen das Nachverdichtung. Das bedeutet: Baulücken werden geschlossen, Grundstücke, meist als schlichte Wiesen genutzt, werden bebaut. In den vergangenen Jahren wurde dabei relativ häufig „nachverdichtet“.


Spezialist ist dabei der Bauunternehmer Dietmar Brinkmann, der immer wieder im Stadtgebiet verstreute Gebiete ausmacht und dort Bungalows auf kleinen Grundstücken baut. Häufig sind es ältere Ehepaare, die sich neu orientieren, ein großes Familienhaus gegen kleine Bungalows quasi eintauschen. Für Brinkmann ist das ganze ein Erfolgsrezept. Schenkt man Brinkmann Glauben – und die Zahl der Bungalows spricht für ihn – so kann er sich vor Aufträgen kaum retten. Er reißt dabei auch alte Fabrikanlagen ein, saniert Grundstücke und baut dann. So ist es geschehen mit der Elektrotechnischen Fabrik. Drei Bungalows stehen dort bereits, aber auch ein Mehrfamilienhaus wird dort noch gebaut. Im Bereich Duda hat Brinkmann gebaut, aktuell ist er am Düsterloh aktiv und an der Landwehr.

Bebauungsplan Im Duda 2

Eine große Baulücke gibt es nun Im Duda. Dort ist Platz für sechs Grundstücke nebst sieben Häuschen. Dieser Bebauungsplan „Im Duda 2 (beschleunigtes Verfahren) ist nun das nächste Projekt über das im Bauausschuss debattiert werden kann. Die Stadtverwaltung begründet den Plan mit den Erfordernissen der Stadtentwicklung: Da sei es Ziel – auch unter den Vorzeichen des demografischen Wandels und der deshalb wohl tendenziell nachlassenden Nachfrage nach Bauland – dennoch an städtebaulich sinnvollen Stellen bedarfsgerechte Bebauungsmöglichkeiten anzubieten. Auf dem Wohnungsmarkt gebe es vor allem bei der Art der Bebauung noch erheblichen Optimierungsbedarf, heißt es von der Stadtverwaltung.

Langfristig leicht sinkende Einwohnerzahlen

Die Bevölkerungsprognosen für Neuenrade sind wohl aktuell dergestalt, dass die Zahl der Neuenrader zurückgeht. Das will die Stadtverwaltung zum Beispiel von IT-NRW-Prognosen wissen: „IT.NRW prognostiziert für die Gesamtstadt für das Jahr 2027 eine Bevölkerungsgröße von 11.272 Einwohner. Derzeit leben in Neuenrade mehr als 12 000 Einwohner.“ Zudem gibt es wohl den Trend, dass die durchschnittliche Haushaltsgröße künftig bei zwei Personen liegen wird. Daraus leiten die Stadtplaner einen zusätzlichen Wohnbauflächenbedarf ab. Da passe die geplante kleine Bebauung auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal gut ins Konzept und diene zudem der Eigenentwicklung des Ortsteils. Derzeit werde das Gelände als Garten- und oder Grünland genutzt. Gebaut werden dürfen laut Plan dort nur Gebäude mit maximal zwei Geschossen bei einer Höhe von zehn Metern.

Neuenrader Baugrund wird immer knapper und teurer

Planungsrechtlich kommt für die Stadt das beschleunigte Verfahren infrage. Auf Umweltprüfung und Umweltbericht könnte verzichtet werden. Eine gemeinschaftliche Bedeutung des Geländes oder der Status eines Vogelschutzgebietes liege auch nicht vor, heißt es in den Dokumenten. Negativ ausstrahlende Effekte seien nicht zu erwarten. Im Bauausschuss, der am 14. April, um 17 Uhr im Kaisergarten tagt, können die Mitglieder nun den „Aufstellungsbeschluss“ dem Rat empfehlen. Stimmt der Rat zu, wird der Bebauungsplan noch öffentlich ausgelegt, Einwände können dann im Rahmen einer Frist vorgebracht werden. Langsam werden die Baulücken knapp in Neuenrade – und teuer. Bauunternehmer Brinkmann: „Grundstücke unter 150 Euro pro Quadratmeter sind hier nicht mehr zu kriegen.“ Auch die Baukosten steigen. Er rechnet mit einem Plus von acht Prozent in diesem Jahr.

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