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In den Ferien: Schüler holen motorische Corona-Defizite auf

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Von: Peter von der Beck

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„Olympische Woche“ in Neuenrade: Die Freude am gemeinsamen Sport ist den meisten Kindern anzusehen.
„Olympische Woche“ in Neuenrade: Die Freude am gemeinsamen Sport ist den meisten Kindern anzusehen. © von der Beck, Peter

Die Jungen und Mädchen flitzen durch die Halle und erste Ansätze eines Handballspiels sind schon zu erkennen. Da werden die Seiten gewechselt, der Mitspieler wird gesucht und auch die eine oder andere Finte, um den Gegner zu täuschen, gelingt.

Es sind Bewegungsspiele mit kleinen Handbällen, aber auch Basketball oder Brennball, die in diesen Tagen in der Schulturnhalle mit 15 Kindern gespielt werden.

„Wir hätten auch mehr Kinder haben können – aber wir haben uns bewusst dafür entschieden bei 15 Teilnehmern zu bleiben“, sagt Daniel Schwebe, Jugendarbeiter der Stadt Neuenrade. Zwei Betreuer und eine Betreuerin kümmern sich um die Kinder – für diese sicher eine gute Quote. In dieser „Olympischen Woche“, die noch bis einschließlich Freitag läuft, kommen vor allem jene olympischen Disziplinen zur Geltung, die mit Hand und Ball zu tun haben. „Handball und Basketball, Volleyball findet nicht so den Anklang“ , sagt Schwebe.

Ferienprojekt wird staatlich gefördert

Das Ferienprojekt in der Schulturnhalle läuft unter dem Jugendnetzwerk Neuenrade als Veranstalter und Organisator – und wird staatlich gefördert. Dazu musste ein Konzept geschrieben werden. Das Geld ist geflossen und stammt aus dem Topf „Extrazeit zum Lernen“. Nutzen Schulen es beispielsweise, um in den Ferien coronabedingte Rückstände in Mathe oder Englisch aufzuholen, gibt es in Neuenrade noch eine zusätzliche Variante. Denn hier wird auch sportliche Betätigung gefördert.

Durch den Bewegungsmangel in der Lockdown-Zeit habe schließlich auch die Motorik vieler Kinder gelitten, erläutert Schwebe. Dieses Defizit versuche man mit diesem Angebot zu beseitigen. „Im ersten Lockdown war es wenigstens noch zu unangeleiteter Bewegung gekommen, im zweiten Lockdown kam ja alles zum Erliegen,“ sagt Schwebe, der optimistisch ist, dass das Projekt Erfolg hat: „Mit Sicherheit lassen sich die Defizite kompensieren.“

Angebot muss „einen Mehrwert“ haben

Als Pädagoge in der Jugendarbeit ist Daniel Schwebe sehr sportaffin. Während der Studienzeit und auch in der Diplomarbeit habe er die Segnungen des Sports und Pädagogik immer wieder thematisiert. „Sport hat eine motorische, eine koordinative, eine kognitive und eine soziale Komponente“, sagt Schwebe. Das alles könne man hier fördern. Doch Sport sei „nicht per se gut“. Wichtig sei vor allem, wie Verantwortlichen das Setting aufbereiten, so dass es auch „einen Mehrwert für die Kinder“ hat.

Während der „Olympischen Woche“ gelingt dies. Die Teilnehmer haben gemeinsam Spaß und bewegen sich noch dazu viel. Da macht es auch nicht, dass das Handballspiel manchmal noch wie ein Ringkampf aussieht.

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