Will Notfallsanitäter werden

In beiden Welten zuhause: Neuenrader David Leven hat besondere Hobbys und ein spannendes Ziel

David Leven mit seiner Anlage. Drei Bildschirme sind hilfreich beim Streamen und Webseiten-Bauen.
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David Leven mit seiner Anlage. Drei Bildschirme sind hilfreich beim Streamen und Webseiten-Bauen.

Er baut mal eben eine sehr ansehnliche Homepage für den Neuenrader Shalomchor und auch sein eigener Internetauftritt kann sich sehen lassen. Er streamt auf seinem Twitch-Kanal, er ist auf dem Großteil der aktuellen Social-Media-Kanäle unterwegs. Unterm Strich ist David Leven damit sicher internetaffiner als andere seiner Altersklasse.

Neuenrade – Levens Faible für digitale Medien dokumentiert schon die beeindruckende Maschinerie auf seinem Schreibtisch: Gleich drei Bildschirme, professionelles Mikro, Kopfhörer und – ein Gamer-PC. Ein Hochleistungscomputer, mit dem grafisch aufwendige Spiele ruckelfrei und bildrealistisch dargestellt werden können. Für Laien sieht das Gamer-Gerät schon arg futuristisch aus. Das Gehäuse ist durchsichtig und offenbart die elektronischen Innereien zeitgleich mit einem dezenten Farbenspiel. Ein Anblick, der normalerweise dem Durchschnittscomputernutzer verwehrt bleibt.

Klare Sache, dass David den Computer selbst gebaut hat, denn Fertig-PC sind meist wesentlich teurer. So hat er sich die Komponenten eben aus Kostengründen zuvor im Internet bei Gamer-Ausstattern zusammengekauft. David bleibt dabei bescheiden: „Es ist wie Lego für Jugendliche und Erwachsene.“

Mit dem Gerät ist er also in der Lage, ordentlich zu streamen. Auch wieder für Laien übersetzt: Er kann eine Live-Show abliefern. „Ich spiele, die anderen chatten, man schickt sich Nachrichten.“ Er ist dann quasi Regisseur der Show. Das bedeutet im Prinzip live senden und die anderen dabei zugucken lassen. Wer Mitglied bei Twitch ist, kann bei dem Spiel Kommentare abgeben oder über die Chatfunktion fragen, ob man auch mitspielen darf.

Gezockt wird in seinem Umfeld „Apex Legends“, ein sogenanntes Battle-Royal-Spiel (Computerspiel-Genre, bei der sich eine bestimmte Anzahl Spieler online in einem sich verkleinernden Spielbereich bekämpfen) oder „Rainbow Six“, landläufig Tactical Shooter oder Ballerspiel genannt.

Twitch ist eine große Plattform: Hier werden auch live Vogelnester gefilmt, Musik präsentiert oder auch virtuelle Gesellschaftsspiele wie „Among Us“ gestreamt. Wer will, der kann den Streamern folgen oder auch sogar mit einer Gebühr abonnieren. „Es gibt Streams, die haben 100 000 Zuschauer“, sagt David Leven. Das ist eine Welt, in die recht viele Jugendliche und junge Erwachsene abtauchen. Beim Streamen dabei sein und anderen beim Zocken zugucken – für David ist klar: „Das macht so ziemlich jeder Junge.“

David ist 17 und besucht das Plettenberger Albert Schweitzer Gymnasium. Er weiß, wo sich Jugendliche aufhalten: „Auf Insta (Insta-gram) ist fast jeder, Twitter nicht so.“ Snapchat sei nicht unbedeutend. Das ist ein Kanal, auf dem veröffentlichte Inhalte nur eine gewisse Zeit lang erhalten bleiben.

Facebook spiele bei den Jugendlichen gar keine Rolle. „Da haben vielleicht noch welche ein Konto,“ sagt David Leven. Natürlich hat jeder auch ein Handy, kommuniziert wird über Whatsapp. „Ohne Handy gehts nicht,“ sagt David. Auch gerade in Zeiten von Corona. Das Schulleben ist nicht immer einfach. Das heißt derzeit in der Schule auf Abstand gehen. Oder im schlimmsten Fall über Logineo unterrichtet werden. Kurz vor den Ferien waren auch viele Schüler in Quarantäne.

Für den Neuenrader ist die Busfahrt zur Schule über Werdohl zudem ein Drama. Eineinhalb Stunden benötigte er unlängst wegen der Baustelle mit dem Bus – für eine Tour. Ansonsten ist er 20 bis 30 Minuten unterwegs.

David hatte schon mit zehn Jahren einen Laptop und spielte später „Minecraft“. Ein Spiel, bei dem Spieler ganze Welten erschaffen können. Das Besondere: Es gibt in dieser virtuellen Welt nichts Rundes.

Ans Programmieren und das Thema Web- und Grafik-Design ist er über das Hobby Fotografieren gekommen. „Mit 13 oder 14 hatte ich eine eigene Seite.“ Irgendwann sprachen sich seine Kenntnisse auch im Verwandtschafts- und Freundeskreis herum. Und so sprach man ihn an. Gemeinsam mit dem Shalomchor-Vorstand hat David Leven auf Wordpress-Basis eine Webseite entwickelt und programmiert, um den Chor erstmals auch digital zu präsentieren.

Das hat er gut gemacht: Der Internetauftritt des Chores wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Ein Hörprobe kann ebenfalls abgerufen werden. Bildergalerie, Kontaktformular – alles was das Herz begehrt, hat diese Seite.

Sein Fokus liegt dabei auf Webdesigns, er kann diverse Web-Sprachen und ist in der Lage, Software an neue Erfordernisse anzupassen. Neben seiner eigenen Webseite (davidleven.de) betreibt er noch einen Internetauftritt mit einem Freund. Die Domain heißt godq.de und ist etwas für Gamer, „ein deutschsprachiger Rainbow-Six-Siege Clan“, heißt es.

David Leven steht übrigens mit beiden Beinen nicht nur im virtuellen, sondern auch im richtigen Leben. Er ist Mitglied beim Werdohler Ortsverein des DRK, er interessiert sich für Fotografie und medizinische Themen.

Übrigens ist sein aktueller Berufswunsch eine Ausbildung zum Notfallsanitäter.

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