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Gute Nachricht für Senioren: Sanierung voll im Zeitplan

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Von: Peter von der Beck

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David Beck, Vorarbeiter der Firma EG Service GmbH, zeigt, in welchen Bereichen die Mineralfaser-Dämmstoffe mit einem besonderen Verfahren entsorgt wurden.
David Beck, Vorarbeiter der Firma EG Service GmbH, zeigt in welchen Bereichen die Mineralfaser-Dämmstoffe mit einem besonderen Verfahren entsorgt wurden. © Peter von der Beck

Gute Nachrichten vom Evangelischen Seniorenzentrum Neuenrade. Entgegen den Trends in der Branche liegen die Arbeiten voll im Zeitplan. Die Bewohner der Einrichtung sind während der Sanierung im ehemaligen und nun umgebauten St. Vinzenz-Hospital in Altena untergebracht

Viel Staub

Neuenrade – Das Evangelische Seniorenzentrum (ESZ) ist komplett eingerüstet. Große Transporter stehen vor dem Haupteingang, Männer in Handwerkerkluft huschen hin und her. Der Eingangsbereich ist vollgestellt mit Material: Steinwolle zum Dämmen, Konstruktionsleisten aus Metall sind ebenfalls dort gelagert, von den Decken hängen Kabel und überall liegt Staub.

Sanierung in einem Rutsch als korrekte Entscheidung

Kein Zweifel, es war die richtige Entscheidung, das Seniorenzentrum in einem Rutsch und vor allen Dingen ohne Bewohner zu sanieren. Jedem Beteiligten ist sofort klar: Es wäre unter anderen Umständen eine Zumutung gewesen. Eine derartig aufwendige Sanierung hätte sich über mehrere Jahre hingezogen, vor allen Dingen Nerven blank liegen lassen und wäre unter Coronabedingungen wohl kaum möglich gewesen.

Nachbar gegen Aufstockung

Und so hat die Sanierung des Baus gute Fortschritte gemacht. „Wir liegen völlig im Plan“, sagt Ralf Lohscheller. Lohscheller ist Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe Süd bei der Perthes-Stiftung und kümmert sich seit Jahren auch um die gesetzlich erforderliche Sanierung dieses Altenzentrums: Die ursprüngliche Pläne, der erste wurde 2014 öffentlich, reichen von der Aufstockung des Gebäudekomplexes bis hin zur jetzigen Umbaukonzeption. Dabei gab es zwischenzeitlich Gegenwind. Ein Nachbar des Seniorenzentrums fürchtete Verschattungen. Es gab eine hohe Klagebereitschaft. Daran hatte das Perthes-Werk aber kein Interesse. Man wollte so ein Projekt schon im Einvernehmen mit der Nachbarschaft realisieren.

75 Pflegeplätze bleiben

Das ist lange Vergangenheit. Nun ist geplant, das Gebäude im Sommer nächsten Jahres fertigzustellen. Das evangelische Seniorenzentrum entspräche dann dem aktuellen gesetzlichen Standard. Die Zahl der Plätze wird allerdings nicht erhöht. Es wird bei 75 Pflegeplätzen bleiben. All die Bewohner sind während der Sanierungsphase im ehemaligen Altenaer St. Vinzenz-Krankenhaus untergekommen und kehren im Juli nächsten Jahres zurück.

Der Umbau läuft also: Und Lohscheller ist trotz der widrigen Umstände in der Bauindustrie mit gestörten Lieferketten und steigenden Preisen optimistisch. „Material ist ein großes Thema, aber momentan ist alles ganz normal im Fluss.“ In der Tat: Die erforderlichen Abbrucharbeiten innerhalb des Gebäudes sind erledigt, einschließlich der Entsorgung von Dämmstoffen, hier Mineralfaserschaum, der unter besonderen Bedingungen herausgerissen werden musste.

Aufwendige Entsorgung der Dämmstoffe

Der Vorarbeiter der Firma EG Service GmbH aus Dortmund, David Beck, berichtete von Unterdruckgeräten mit Schleuse und Ganzkörperanzügen und speziellen Masken, die eine für die Umgebung und vor allen Dingen für die Arbeiter staubfreie Entsorgung möglich gemacht hätten. Außerdem habe man diverse Maurer- und Betonarbeiten vorgenommen. Unter anderem habe man Türstürze neu gemauert.

Lob für Planer

Dass es mit dieser Baustelle gut vorangeht, liegt nach Ansicht von Beck auch an der guten Generalplanung. Zudem: Das Dortmunder Unternehmen habe reichlich Erfahrung mit großen Objekten. Beck verwies unter anderem auf die Dortmunder Unfallklinik, in der man tätig war. Nicht jeder darf zudem diese Arbeit machen. Fachkräfte seien nötig, die spezielle Sachkundenachweise haben müssten. Beck und Kollegen sind mit die letzten, die mit Rückbauarbeiten befasst sind. Nun werden Wände gezogen, nicht nur in den Zimmern, sondern auch im Eingangsbereich. Auch gedämmt wird demnächst und Lüftungsrohre werden auch noch verlegt. Das Gebäude wirkt nun im Innern gespenstisch. Keine Tür ist zu sehen, teilweise haben die Räume nur noch Ziegeloptik, ein Trampelpfad zieht sich durch den Baustaub im Treppenhaus. Nur vereinzelt erklingt ein fernes Bohren aus den Tiefen des gigantischen Gebäudes, gelegentlich ist von Ferne ein Handwerker zu sehen.

Regelmäßige Baustellenbegehung

Etwas mehr Publikum gibt es an diesem Dienstagmittag allerdings im Foyer: Vor Ort sind an diesem Tag auch Martin Wegge von der Bauüberwachung der Generalplanung Winter und sein Kollege Peter Sommer, von der Perthes-Stiftung ist Judith Buchsberger, Stabsbereichsleiterin Gebäudemanagement, dabei. Anwesend ist auch Jürgen Hilse vom technischen Gebäudemanagement der gleichnamigen Firma Hilse. Klare Sache, dass auch Einrichtungsleiterin Andrea Fischer bei der Baustellenbegehung dabei ist und natürlich Hausmeister Arno Mertin. Im Vier-Wochen-Rhythmus ist auch jeweils eine Baustellenbesichtigung, um die Fortschritte zu begutachten. Dass es nun rund läuft und bislang alles im Zeitrahmen liegt, schiebt die Stabsbereichsleiterin Buchsberger auch auf die Tatsache, dass dort kontinuierlich durchgearbeitet werden könne.

Dokumentation für Bewohner

Einrichtungsleiterin Fischer ist jedenfalls positiv überrascht angesichts des Baufortschritts. Sie sorgt auch dafür, dass der Baufortschritt für die zeitlich befristet in Altena weilenden Gäste dokumentiert wird. Fotos werden demnach regelmäßig den Bewohnern gezeigt. „Die sind ganz fasziniert, wenn sie die Fotos und auch den Verlauf des Baufortschritts sehen.“ Auch überlegt Fischer, den Senioren eine Besichtigung des Gebäudes zu ermöglichen.

Fertigstellung für Juli 2023 geplant

Wenn alles weiterläuft, scheint ein Einzug in das dann frisch sanierte Gebäude im Juli 2023 möglich. Versprechen wird das allerdings niemand. Und ob sich auch alles weiter in dem kalkulierten finanziellen Rahmen für die Perthes-Stiftung bewegt, bleibt abzuwarten. Geschäftsbereichsleiter Lohscheller jedenfalls spricht insgesamt von „einem großen Kraftaufwand“ und dem Versuch, „im Budget zu bleiben“.

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