Bürger machen mit

42 Ideen für den Klimaschutz in Neuenrade

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Auf dieser interaktiven Karte im Internet konnten die Neuenrader ihre Ideen für den Klimaschutz in ihrer Stadt eintragen. Insgesamt 42 sind zusammengekommen. Diese werden jetzt ausgewertet.

Neuenrade – Mit diesem Ergebnis kann Bauamtsleiter Marcus Henninger zufrieden sein: 42 Neuenrader haben ihre Ideen bis zum Auslaufen der Aktion auf der interaktiven Klimaschutzkarte der Stadt eingetragen.

Nach dem schleppenden Beginn sei das jetzt ein gutes Ergebnis, freut sich Henninger. 

„Wir wollten erfahren, was die Menschen umtreibt. Dabei ist erneut deutlich geworden, dass sich auch die Menschen in den Ortsteilen mit dem Thema Klimaschutz beschäftigen“, sagt der Bauamtsleiter. Aktuell können keine Ideen mehr hinzugefügt werden, allerdings kann die Karte weiterhin im Internet eingesehen werden. 

Nicht alle Ideen sind neu

Nicht alle Ideen sind neu, die meisten beschäftigen sich mit dem Themenbereich umweltfreundliche Mobilität. So bringt ein Teilnehmer den Bau von Kreisverkehren an der Kreuzungen Erste Straße/Mühlendorf sowie Dahler Straße/Werdohler Straße erneut ins Gespräch. BJ (einen Klarname musste nicht genannt werden) schreibt unter anderem), durch Kreisverkehre werde fließender Verkehr gewährleistet und so ergebe sich eine wesentliche Entlastung für den innerstädtischen Verkehr. 

Huja schlägt vor, abends und nachts Ampeln in Neuenrade auszuschalten, um Schadstoffemissionen und Strom zu sparen. Mehrere Teilnehmer wünschen sich weitere Ladestationen für E-Bikes und E-Autos, sowohl in Neuenrade als auch in den Ortsteilen. Den Bau von Fahrradwegen regen sechs Beteiligte an, den meisten geht es dabei um die Anbindung der Ortsteile untereinander, beziehungsweise an die Stadt Neuenrade. Ein Neuenrader ist der Ansicht, dass der Einsatz von E-Bike-Lastenrädern in der Innenstadt zur Verringerung des Straßenverkehrs beitragen würde. 

Bäume und Sträucher an der Ersten Straße

Zum Bereich Klimaanpassung schlägt BJ vor, entlang der Werdohler und der Ersten Straße Bäume und Sträucher anzupflanzen. Nachdem auch in Affeln viele Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind, regt die Abteilung Affeln im Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) unter anderem die Neuaufforstung mit Mischwald und die Anlage von Blühstreifen an, damit auch Insekten dort Nahrung finden. 

Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Werdohler Straße/Dahler Straße ist einer der Vorschläge auf der interaktiven Karte.

Auch für andere Bereiche des Stadtgebiets plädieren einige Teilnehmer für die Anlage von Blühstreifen, beziehungsweise die Pflege der ökologischen Ausgleichsfläche. Die Beleuchtung der Bundesstraße zwischen Neuenrade und Küntrop, die schon vor vielen Jahren ein Gesprächsthema der Kommunalpolitiker war, wird erneut thematisiert; Hubi schlägt vor, diese um die Hälfte zu reduzieren oder Bedarfsschalter einzusetzen. 

Photovoltaik-Park in Altenaffeln

Stichwort Erneuerbare Energien: Ein Vorschlag bezieht sich auf den Bau eines Photovoltaik-Parks in Altenaffeln, an dem alle Anwohner beteiligt werden könnten. Und XY schreibt mit Blick auf den Kohlberg: „Endlich die Windräder bauen, um unseren Bedarf an Erneuerbaren Energien decken zu können.“ 

Für den Themenbereich Wohngebäudesanierung sind keine Ideen in der Karte eingetragen. Allerdings gibt es noch Vorschläge unter dem Oberbegriff Sonstiges. So würde sich Didi über ein Geschäft freuen, in dem die Neuenrader unverpackte Lebensmittel einkaufen können. Silke schlägt drei- bis viermal jährlich Müllsammelaktionen in Neuenrade und Ortsteilen sowie Infoveranstaltungen und Workshops zum Thema Plastikvermeidung vor. 

Prioritätenliste wird erstellt

„Im nächsten Schritt werden wir uns die Ideen genau anschauen und eine Prioritätenliste erstellen“, erklärt Marcus Henninger. Es sei eine Lenkungsgruppe gebildet worden, in der auch Mitglieder der Parteien mitarbeiten. Henninger fügt hinzu: „Manchmal ist man ja betriebsblind, auch deshalb waren uns die Vorschläge der Bürger so wichtig.“ 

Vorschläge, die sich umsetzen lassen, sollen in das kommunale Klimaschutzkonzept der Stadt Neuenrade einfließen, mit dessen Erstellung die Verantwortlichen der Stadt Neuenrade gerade beschäftigt sind. „Dazu gehört natürlich noch einiges mehr“, erklärt der Bauamtsleiter. Beispielsweise eine CO2-Bilanz, die bereits fertig gestellt sei und die zusammen mit dem Konzept präsentiert werden soll. Zudem habe die Stadt auch die Bereiche Bildung und Gebäudemanagement im Blick. Henninger erinnert etwa an die Überlegung, ein Blockheizkraftwerk für die Sporthalle auf der Niederheide zu bauen. Spätestens in fünf Jahren solle das Konzept fortgeschrieben werden. 

Stadt plant ein „Klimacafé“

Auch die Einwohner der Hönnestadt sind weiterhin im Boot. Die Stadt plant nämlich ein „Klimacafé“, zu dem alle Interessierten aus Neuenrade frühzeitig eingeladen werden sollen. Henninger: „In diesem Rahmen wünschen wir uns eine ergebnisoffene Diskussion.“

Die interaktive Ideenkarte für Neuenrade ist im Internet zu finden unter www.ideenkarte.de/mk/neuenrade.

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